Garou – Ein Schaf-Thriller

Titel:   Garou – Ein Schaf-Thriller / Verlag:   Random House Audio / Laufzeit:   ca. 375 min / 5 CDs / Buch:   Leonie Swann / gelesen von:   Andrea Sawatzki

Inhalt:   Es ist soweit: Für die Schafe von Glennkill beginnt ein neues, wollsträubendes Abenteuer. Gemeinsam mit ihrer Schäferin Rebecca haben sie die irische Heimat verlassen und ihre ersehnte Europareise angetreten! In Frankreich beziehen sie Winterquartier im Schatten eines entlegenen Schlosses, und eigentlich könnte es dort recht gemütlich sein – wären da nicht die Ziegen auf der Nachbarweide, die mysteriöse Warnung eines fremden Schafes und das allgemeine Unbehagen vor dem Schnee. Ein Mensch im Wolfspelz! – wispern Ziegen und Menschen. Ein Werwolf! Ein Loup Garou! Oder doch nur ein Hirngespinst? Als dann ein Toter am Waldrand liegt, ist schnell nicht mehr klar, wer gefährlicher ist: der Garou oder seine Jäger. Fest steht, dass die Schafe schnell Licht ins Dunkel bringen müssen, um sich selbst und ihre Schäferin zu schützen.


Hurra, die Schafe von Glennkill ermitteln wieder! Das drückt ganz genau das aus, was ich dachte als ich zum ersten Mal von Garou gehört habe. Ich habe die wollige Ermittlertruppe damals bei Glennkill sofort ins Herz geschlossen. Kennen muss man die Geschichte jedoch nicht unbedingt um bei Garou mitzukommen. Allerdings werde die einzelnen Charaktere -menschlich wie tierisch- nicht mehr so genau vorgestellt, hier könnte es also helfen, Glennkill zu kennen. Aber wie gesagt, zwingend notwendig ist es nicht. Nach dem Schaf-Krimi nun also ein Schaf-Thriller und ja, die Geschichte verdient diese Bezeichnung durchaus. Denn mit einem Toten ist es hier nicht getan, der Loup Garou (franz. Werwolf) mordet rege weiter und ist eine allgegenwärtige Gefahr. Zudem ist er nur die Spitze des Eisberges. Dahinter verbergen sich noch weitere düstere Machenschaften. Von einer „Irrenanstalt“, die einst im Schloss untergebracht war und den dazu gehörenden Psychopathen, über mafiöse Vorgänge bis hin eben zu den Morden, es ist wirklich alles dabei. Es fließt Blut, da werden die Messer gewetzt, da wird bedroht und Intrigen werden gesponnen… Und deshalb sollte man beim Hören auch die ganze Zeit aufmerksam dabei sein, sonst verliert man den Faden. Vielleicht hätte es etwas weniger an verschiedenen Aspekten auch getan.
Was die Schafe anbetrifft ist dagegen alles in bester Ordnung. Sie wirken auch hier sehr menschlich und sind mit ihrer Schafslogik einfach zum Knuddeln goldig. Schön ist, dass Garou die einzelnen Charaktere noch einmal vertieft und klarer herausarbeitet. Was mir nach Glennkill immer noch nicht aus dem gelingen wollte -nämlich die einzelnen Herdenmitglieder aufzuzählen und kurz zu beschreiben-, jetzt nach Garou könnte ich es aus dem FF. Besonders witzig ist die Beziehung der Schafe zu der benachbarten Ziegenherde, mit der sie teilweise notgedrungen zusammenarbeiten müssen. Auch, wenn jede Partei von der anderen denkt, diese sei sowieso verrückt…

Genau wie Glennkill wird auch Garou wieder von Andrea Sawatzki gelesen. Und ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, dass sie die beste Sprecherin für diese Hörbücher ist. Mit ihrer markanten Stimme werden die Schafe nie nur auf „ach wie süß“ reduziert, sondern sind charakterolle Persönlichkeiten, die man als Ermittler trotz Schafslogik nicht unterschätzen sollte. Zudem gelingt es ihr prima, die Bedrohlichkeit der Geschichte jederzeit durchklingen zu lassen und düstere, unheimliche Szenen auch genau so an den Hörer weiterzugeben.

Erneut liegt hier eine gekürzte Fassung vor und dieses Mal habe ich das Buch nicht bereits im Vorfeld gelesen. Deshalb kann ich nicht sagen, ob Wesentliches fehlt. Aber wenn man sich auf die Geschichte konzentriert, dann ist sie gut zu verfolgen und logisch. Daher gehe ich davon aus, dass die Kürzungen wie schon bei Glennkill sehr im Rahmen gehalten wurden. Die 5 CDs der Lesung verbergen sich hinter einem Cover, das dem Stil von Glennkill treu bleibt. Im Booklet finden sich ein paar Informationen über Leonie Swann, Andrea Sawatzki und Garou selbst. Genau wie die CDs ist auch das Booklet mit den Schäfchen sehr schön aufgemacht.

Fazit:   Wer Glennkill mochte, dem sei auch Garou wärmstens ans Herz gelegt. Aber es geht eine Spur „heftiger“ zu, immerhin ist es dieses Mal ja ein Thriller. Ein spannender und sehr unterhaltsamer Thriller, der mir wirklich Spaß gemacht hat. Ich hoffe, der Herde stehen noch einige Abenteuer bevor.

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