Benjamin Blümchen (01) – Der erste Wetterelefant der Welt / …als Wetterelefant

Titel: Benjamin Blümchen (01) – Der erste Wetterelefant der Welt / …als Wetterelefant  / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 39 min  / Sprecher:   Edgar Ott, Alexander Rosenberg, Gisela Fritsch, Gerda Meissner, Till Hagen u.a.

Inhalt:  Benjamin Blümchen ist ein lustiger, sprechender Elefant, den alle sehr lieb haben. Er lebt im Zoo, doch manchmal ist ihm das Leben dort etwas zu langweilig. Darum geht er eines Tages zum Arbeitsamt und fragt, ob es für ihn etwas zu tun gäbe. Ja, wirklich, er sucht einen Job! Und Benjamin hat Glück. Für Siegfried Simpel, den Wetterhahn, wird gerade eine Urlaubsvertretung gesucht.


Da haben wir sie, die allererste Folge des sprechenden Elefanten, erschienen im Jahre 1977! Das muss man sich mal vorstellen.
In dieser Folge ist noch Vieles ganz anders als man es heute kennt. Diese Folge beginnt zum Beispiel gar nicht im Zoo, sondern auf dem Kirchturm mit Siegfried Simpel, das wird in der Serie später nie mehr vorkommen. Weiterhin gab es das unverkennbare „Törööö“ damals noch nicht, nein, hier hört man ein „Trööt“, und das gleich mehrmals.
Auch kennen sich Benjamin und Otto noch nicht, sie lernen sich in dieser Folge erst kennen und freunden sich schnell miteinander an. Ja, diese Folge ist ein würdiger Anfang.
Gleichzeitig ist sie so witzig wie man es von den frühen Benjamin-Folgen gewöhnt ist. Siegfried Simpel ist zum Totlachen bei seinem Besuch auf dem Arbeitsamt und auch später, als Benjamin auf den Kirchturm gehievt werden soll, geht es höchst amüsant zu. Interessanterweise kommt der Humor hier sehr erwachsen daher, will heißen, mit mancher Bemerkung werden Kinder ab vier Jahren noch gar nichts anzufangen wissen bzw den Witz darin sehen. Hier kann man die Szene im Arbeitsamt anführen, oder des Erzählers Erklärung, ein Beamter zu sein hieße, später mal Rente zu bekommen und ob die Kleinen mit dem Begriff „Perücke“ etwas anfangen können? Zudem geht es gnadenlos hart zu, da wird Benjamin als Fettwanst bezeichnet, ein -zugegeben nerviges- Kind, bekommt glattweg zu hören: „Sei endlich still, du kleines Ungeheuer…“, ja, damals waren die Kinderhörspiele eben noch nicht so pädagogisch wertvoll, wie geleckt, dafür aber lustig. Du schöne Zeit, wo bist du hin?
Sehr verblüffend ist das Ende, denn da erzählt Benjamin von seiner Wetterelefantenzeit und behauptet, das sei 30 Jahre her. Das entspräche ja 2007…Kiosk konnte wohl in die Zukunft sehen.

Hinsichtlich der Sprecher wurde man direkt für die ersten 70 Folgen eingestimmt. Edgar Ott gibt einen wunderbaren Benjamin, Till Hagen als Wärter Karl, Herman Wagner -der spätere Herr Tierlieb- ist ebenfalls schon dabei, Wilfried Herbst mimt hier noch den Wetterhahn, später werden wir ihn oft als Sekretär Pichler hören und auch die Sprecher der Nebenrollen wie z.B. Maria Axt, Manfred Schuster und Ulli Herzog werden uns im Laufe der Serie immer wieder begegnen.
Bemerkenswert ist allerdings Alexander Rosenberg als Otto, denn ihn hört man nur in den ersten fünf Benjamin-Folgen. Ich persönlich finde das schade, nach Frank Schaff-Langhans wäre er mein bevorzugter Otto.

Kein Titellied, keine Melodie, man ist direkt auf der Kirchturmspitze bei Siegfried Simpel. Die Geräusche halten sich im Rahmen wie immer, bemerkenswert finde ich aber, dass man anfangs als Benjamin zum Telefon geht, seine Schritte hört. Auch so etwas, was einem später nie mehr begegnen wird.

In Sachen Coverentwicklung gibt es ebenfalls einige spannende Punkte. In erster Linie natürlich das der Hörspiel-Ausgabe von Condorland. Inhaltlich unterscheidet sie sich überhaupt nicht, vom Kiosk-Nachfolger, aber Benjamin sieht schon sehr anders aus, irgendwie austauschbar. Nicht anders als Dumbo und Co. Erst bei Kiosk wurde er dann unser typischer Benjamin, glücklicherweise. Überraschend finde ich, dass man ihm bei der zweiten Kiosk-Auflage noch zugestanden hat, auf allen Vieren zu stehen. Denn das war eigentlich mit dieser Auflage vorbei. Ich verstehe ebenfalls nicht, wieso Benjamin auf dem Cover der aktuellen Auflage im dicksten Schnee auf der Turmspitze sitzt. So wirkt das wie eine Winterfolge und das ist sie nicht. Und wieso man den Titel eingekürzt hat, will mir auch nicht einleuchten. Es sei denn, diese Folge wäre ursprünglich als Einzelhörspiel geplant gewesen, ohne die Option in Serie zu gehen. Eine interessante Überlegung.
Fazit:   „Wie alles begann…“, das passt zu dieser Folge. Sie ist sicher nicht die beste Folge, aber trotzdem lustig und spannend. Und sie gehört in jede Benjamin-Sammlung.

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