Benjamin Blümchen (12) – …als Briefträger

Titel: Benjamin Blümchen (12) – …als Briefträger / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 40 min   / Sprecher:   Edgar Ott, Frank Schaff-Langhans, Otto Czarski, Maria Krasna, Till Hagen, Eva-Maria Werth u.A.

Inhalt:  Benjamin Blümchen, unser lieber, sprechender Elefant, langweilt sich. Nicht einmal Otto, sein bester Freund, weiß Rat. Der Briefträger kann das alles nicht verstehen, denn bei ihm ist immer etwas los. „Briefträger müsste man sein“, denkt Benjamin. „Aber ein Elefant kann doch kein Briefträger sein. Oder?“


Eine Berufe-Folge unter Vielen möchte man leichfertig denken.
Ich denke jedoch, die unterscheidet sich grundlegend von den anderen Folgen, in denen Benjamin für jemanden auf der Arbeit einspringt.
Denn auf der einen Seite ist diese Folge wirklich zu Tränen rührend, wenn man so hört, wie einsam sich die alten Leute in Benjamins Haus fühlen, wie sehr sie sich über einen richtigen Brief freuen würden und wie unglaublich glücklich sie sind, als sie mit Benjamins Hilfe darauf aufmerksam werden, dass es auch anderen in diesem Haus so geht und sich neue Freundschaften bilden. Auf der anderen Seite hat die Folge Szenen zum Totlachen. Mein Favorit ist Benjamins Gespräch mit seinem Vorgesetzten, der ihm nahezubringen versucht, was es mit dem Briefgeheimnis auf sich hat („Herr Blümchen, ich will ja nicht gerade sagen, dass Sie blöde sind…“ Darauf Benjamin: „Nein? Das ist aber nett von Ihnen, finde ich!“), aber auch andere Szenen haben es in Sachen Komik mächtig in sich.
Es ist eben bezeichnend für die frühen Benjamin-Folgen, dass sie es so gut verstanden, gleichzeitig lustig zu sein, aber auch moralische Botschaften und Werte zu vermitteln.
Das ist in dieser Folge ganz besonders gut gelungen.

Ich bin immer wieder leicht irritiert, wenn ich Till Hagen -den man ja auch früheren Folgen eigentlich als Wärter Karl kennt- hier als Briefträger und Benjamins Chef loslegt. Aber ich mag seine Stimme und es gefällt mir auch, ihn mal in einer größeren Rolle und als recht energische Respektsperson zu hören. Da klingt Till Hagen gleich noch mal ganz anders.
Frau Apfelberger, eine der alten Damen in Benjamins Haus, wird von Maria Krasna gesprochen, eine wahren Vorzeige-Stimme für solche Rollen. Wenn sie von ihrer Einsamkeit berichtet und dass sie sich sogar schon über Werbebriefchen freut, dann klingt das herzzerreißend traurig. Aber auch später in der Folge mit neuem Selbstbewusstsein und Freunden kann sie überzeugen.

Passend eingestreute Geräusche ergänzen die Handlung. So kennt man das von dieser Serie und auch wenn es aus heutiger Sicht undenkbar ist, anders möchte man es in dieser Reihe auch gar nicht haben.

Ich bin uneins mit mir, welches Cover mir am besten gefällt. Das der Erstauflage ist natürlich herrlich old-school und mit den alten Leuten an den Fenstern auch recht nahe an der Handlung.
Da kommen die folgenden Auflagen weit dynamischer daher, aber es fehlt eben der wesentliche Aspekt der Geschichte: die netten Leutchen, denen Benjamin Freude bereitet. Außerdem ist Otto beim Briefeaustragen gar nicht dabei, keine Ahnung, wieso er hier bei Benjamin auf dem Arm sitzt.
Sehr interessant sind übrigens die Initialen „HS“ neben Otto. Wenn sie zu demjenigen gehören, der uns die wunderschönen alten Covers geschenkt hat, dann sei ihm an dieser Stelle tausendmal gedankt. Er / sie hat übrigens nur ganz wenige Covers so signiert.

Fazit:   Rundum gelungen. Zum Totlachen komisch, zu Tränen rührend voller „Weisheiten“, die Kindern unbedingt  mit auf den Lebensweg gegeben werden sollten.

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