Bibi Blocksberg (21) – …zieht um

Titel: Bibi Blocksberg (21) – …zieht um / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 32 min  / Sprecher: Susanna Bonasewicz, Hallgerd Bruckhaus, Guido Weber, Otto Czarski, Lola Luigi, Wilfried Herbst u.a.

Inhalt:   Ja, Familie Blocksberg möchte umziehen. In der kleinen Hochhauswohnung ist ja nicht mal Platz für ein kleines Hexenlabor! Und dann immer der Ärger mit den Nachbarn, wenn es mal nach Schwefel riecht. Am schönste wäre ein eigenes, kleines Haus mit Garten. Bibi überlegt und überlegt Doch woher ein Haus nehmen ohne zu hexen?


Kids, die heute in die Serie einsteigen, die wissen wahrscheinlich oft gar nicht, dass Blocksbergs früher im Hochhaus gewohnt haben und erst später in ihr eigenes Haus nach Gersthof (bei Neustadt) gezogen sind. Um diesen Umzug geht es in dieser Folge.
Denn Blocksbergs wären nicht Blocksbergs, wenn ein Umzug reibungslos verlaufen würde. Wozu kann man denn hexen, wenn nicht auch um sich das Leben etwas schön zu machen? Also hext man sich sein Traumhaus und im Übermut überliest man, dass es nicht für immer und ewig sein kann.
Ja, klar, daraus kann man eine pädagogisch wertvolle Botschaft ableiten: es gibt eben Dinge, die muss man sich „erarbeiten“, die kann man nicht einfach hexen. Und es wäre selbstverständlich unfair, wenn sich Hexen alles hexen würden und die nicht magisch begabten Leute müssten sich dafür abrackern. Stimmt ja alles. Doch das war es noch nie, was diese Folge für mich zu einer der besten Folgen macht.
Das ist vielmehr, der Humor, der Witz in den Dialogen und die Situationskomik der Geschichte. In dieser Hinsicht reicht sie beinahe an die ersten sieben Folgen heran und das, obwohl die nun ja schon einige Folgen weit zurückliegen. Doch in Bibi zieht um hat man in Sachen Unterhaltungswert noch mal alles gegeben: Bernhard (der nicht bauen will) kontra Frau und Tochter, die das sehr wohl wollen, ein arg verunsicherter Beamter der Baubehörde (dessen Lieblingsfarbe bonbon-rosa ist), Bernhards Bürokollegen, es jagt ein Gag den nächsten.
Doch eine bedauerliche Unlogik gibt es auch: was wurde dann aus Frau Humer, der die Blocksbergs ihr Grundstück verdanken und die dann ein eigenes Häuschen auf dem gleichen Grundstück bekommt? Einfach weg, weg wie Boris, noch etwas, das sich an die ersten Folgen anlehnt.

Frau Humer wird von Lola Luigi gesprochen und es soll beileibe keine Beleidigung sein, wenn ich schreibe, dass sie genau so klingt wie ihre Rolle als nette und liebenswerte ältere Dame es erfordert. Besieht man sich ihre Rollen in anderen Bibi Blocksberg- und Benjamim Blümchen – Folgen, so scheint ein solcher Charakter aber auch ihre Paraderolle zu sein.
Außer ihr und den Blocksbergs gibt es nur wenige Personen in der Geschichte, aber auch die sind mit bekannten Sprechern besetzt wie Wilfried Herbst, Otto Czarski und Ulli Herzog.
Eine erlesene Truppe, die dem Hörspiel sehr gut steht.

Auch dieser Folge hat ein Geräusch, dass es mir ganz besonders angetan hat, nämlich das schicksalhafte plopp mit dem sich Blocksbergs rosa Traumhaus mitten in der Nacht einfach so verschwindet. Ja, es ist nur ein Geräusch, aber in dieser Situation mit diesen Folgen einfach zum Totlachen komisch. Es gibt zahllose imposantere Geräusche, die nicht halb so viel Wirkung haben.

Beid er Coverentwicklung sind zwei Dinge erwähnenswert. Erstens die Eltern Blocksbergs, die auf dem Cover der Erstauflage genau so aussehen, wie ich sie mir seit je her vorgestellt habe, sympathisch, nett, einfach zum Liebhaben. Da ist über die Auflagen hinweg leider viel verloren gegangen. Schon bei der zweiten Auflage haben sie eine unglaubliche „Modernisierung“ verpasst bekommen und bis zur heutigen Auflage sind sie austauschbar geworden. Optisch könnte Bernhard auch Floris Vater und Barbara Tinas Mutter sein. Vom sympathischen „typisch Blocksbergs-Charme“ ist nichts mehr übrig.
Der zweite Punkt ist das gehexte Haus. Jedem Statiker und jedem Architekten würde beim Anblick der Hauses auf der Erstauflage übel werden. ABER es sieht immerhin so aus wie es in der Geschichte beschrieben wird. Auch hier hat besagte „Modernisierung“ mehr geschadet als genutzt.

Fazit:   Eine der besten Folgen der Serie mit zwar wenigen, aber dafür super lustigen und überaus liebenswerten Charakteren. Eine absolute Kauf-Empfehlung!

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