Chronologie der letzten Tage (01) – Im Hochmoor

Titel:   Chronologie der letzten Tage (01) – Im Hochmoor / Verlag Pandoras Play / Laufzeit:   ca. 52 min / 12 Tracks / Sprecher:  Marco Göllner, Björn Bergmann, Katja Behnke, Werner Birk u.a.

Inhalt: „Wissen sie, wenn man in Fahrtrichtung sitzt, so wie ich jetzt, hat es auch Vorteile. Dann können sie sehen, was auf sie zukommt. Ihnen bleibt das im Moment verborgen.“

„Du verstehst nicht, Max. Du solltest tot sein!“ flüstert die geheimnisvolle Frauenstimme am Telefon. Dabei wollte Max Kellerau doch nur eine Studienreise nach Freiburg machen. Und schon auf der Zugfahrt trifft er einen mysteriösen Archäologen, der ihm etwas von einer dunklen Vergangenheit der Stadt erzählt. Und dann diese Frau am Telefon, die ihn vor irgendetwas zu warnen scheint. Max gerät in einen Strudel der Ereignisse, der sich kaum aufzuhalten scheint. Welches Geheimnis rankt sich um die Region im Breisgau?


Mit Im Hochmoor geht eine weitere Hörspielserie von Pandora’s Play in die erste Runde und die hat es schon mächtig in sich.
Max Begegnung mit dem merkwürdigen Professor im Zug und dessen noch seltsameren Erzählungen ist erst der Anfang, doch schon hier hält man als Hörer manches Mal den Atem an und im Gegensatz zu Max ahnt man schon, dass dieser so albern wirkende Streit um den Sitzplatz durchaus ernste Hintergründe hat.
Eine Atempause gönnt einem die Folge wahrlich nicht, denn kaum ist Max in Freiburg angekommen häufen sich die merkwürdigen Vorkommnisse und er trifft auf mehrere undurchsichtige Leute, die alle so wirken als hegten sie ein Geheimnis. Damit nicht genug, legt die Geschichte noch eine Schippe drauf mit einer vermissten Frau, wegen der die ganze Stadt in heller Aufruhr ist.
Seinen Höhepunkt findet die Geschichte dann zweifellos gegen Ende hin im Hochmoor, wo Max und sein Begleiter einen grausigen Fund machen.
Und am Ende erwartet einen ein mehr als gemeiner Cliffhanger, der einem allerdings eindeutig zu verstehen gibt, dass Im Hochmoor wirklich erst der Anfang war.
Diesem Hörspiel fehlt es wirklich an nichts, da ist eine dicke Gänsehaut garantiert.

Als Erzähler führt Marco Göllner durch die Geschichte und macht dies wirklich gut. Erzählt er zu Anfang noch recht locker und munter, so klingt er später, als sich die unheimlichen Ereignisse in Freiburg häufen, geradezu beunruhigend ruhig. Sehr schön.
In der Rolle des Max Kellerau ist Björn Bergmann zu hören und ja, hier und da klingt er noch ein wenig hölzern. Aber er bemüht sich hörbar und die meiste Zeit über hört er sich absolut glaubhaft an, da kann man über die wenigen Ausrutscher leicht hinweg sehen.
Worüber ich weniger hinweg sehen bzw hören kann, das ist Werner Birk, der dem eigenartigen Prof. Dr. Heiner Maria Graf Clodomir seine Stimme leiht. Vielleicht ist es so gewollt, dass er so unglaublich langsam, gestelzt und akzentuiert spricht, aber ich wüsste ehrlich gesagt keinen Grund dafür. In einer kurzen Szene am Ende klingt er gleich viel besser und so ist die Darbietung vom Anfang schlichtweg nervig. Da muss man die Zähne wirklich zusammenbeißen.

Das Musikrepertoire ist nicht gerade umfangreich, aber die Musiken haben es in sich und sind sehr gut eingesetzt. Es sind ruhige Klänge, sehr atmosphärisch und dicht. Auch wenn es durchaus Szenen ohne Untermalung gibt, so hat man nach dem Hören trotzdem das Gefühl ständig etwas im Hintergrund gehört zu haben.
Auch die Effekte haben mir sehr gut gefallen. Nichts Aufwendiges, zugegeben, aber insbesondere die Szenen mit den unheimlichen Telefonanrufen, Max‘ Träume und immer wieder diese gespenstische Stimme, lassen einen schon schaudern. Da hat man mit einfachen Mitteln das Maximale rausgeholt.

Das Cover präsentiert sich in erdigen Farbtönen, was zum Thema Moor sicher gut passt. Die Idee mit dem Gesicht hat auch etwas. Dennoch, es wird dem Hörspiel nicht gerecht.

Fazit:  Ein verheißungsvoller Auftakt. Unheimlich, mysteriös, spannend und irgendwie leicht abgedreht. Wer solche Mischungen mag, sollte hier dringend zugreifen. Gänsehaut garantiert.

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