Das Phänomen Harry Potter (Melissa Anelli / Irina von Bentheim)

Titel:   Das Phänomen Harry Potter / Verlag:   Edel / Laufzeit:   ca. 320 min. / 4 CDs / Buch:   Melissa Anelli / gelesen von:   Irina von Bentheim

Inhalt: Alles über einen jungen Zauberer, seine Fans und eine magische Erfolgsgeschichte.

„Das Buch zu lesen, das Sie nun in den Händen halten, war für mich eine ganz neue Erfahrung. Es war so, als hätte ich endlich das getan, was ich mir seit Jahren wünschte: Beim Erscheinen eines neuen Bandes um Mitternacht verkleidet in eine Buchhandlung zu einer Harry-Potter-Party zu gehen und einfach nur zuzusehen und zuzuhören…“ (J.K. Rowling)


Selbst wenn man kein Fan war, wenn einem womöglich noch nicht mal der Name Harry Potter etwas sagte, kam man während der Erscheinungsjahre der Bücher nicht um die Meldungen über die „Begleiterscheinungen“ herum. Da war von mitternächtlichen Partys in Buchhandlungen zu hören, von Scharen von Kindern, die im strömenden Regen vor den Läden des neuen Buches harrten, von Buchtransporten unter einem Sicherheitsaufgebot, das den Kronjuwelen zu Ehren gereicht hätte…
Tatsächlich ein sehr ungewöhnliches Phänomen, zweifellos.
Die Autorin Melissa Anelli, die ab 2001 mit die bekannte Potter-Fansite Leaky Cauldron leitete, hat sich in diesem (Hör)buch auf die Spur dieses Phänomens gemacht.
Statt aber nun trocken und distanziert darüber zu berichten und Fakten aufzulisten, geht sie die Angelegenheit erfreulich locker und für den Hörer sehr zugänglich an.
Denn Melissa Anelli ist natürlich selber ebenfalls ein großer Potter-Fan und schildert alle Ereignisse und Fakten auf eine sehr persönliche Art. Sie geht dabei von sich aus, berichtet, wie sie zu Harry Potter kam, wie sich bei ihr allmählich mehr als nur reine Begeisterung für die Bücher aufkam, wie sie nach allem forschte, was sich rund um Harry Potter nach und nach ergab (z.B. diverse Musikgruppen, das gewaltige Angebot an Merchandising-Artikeln, Fan-Gemeinden, Potter-Partys usw.), wie das Internet Dreh- und Angelpunkt für Harry Potter wurde…
Gleichzeitig erfährt man eine ganze Menge über Melissa Anellis journalistischen Werdegang, der einst beim Leaky Cauldron so richtig begann und bis hin zur Buchautorin führte.
Da sich auch dabei selbstverständlich alles um Harry Potter dreht, wird auch dieser Aspekt niemals langweilig. Da bekommt man keinen drögen Lebenslauf zu hören, nein, auch hiervon erzählt sie sehr menschlich, von allen Freuden und Ängsten, die dazu gehörten.
Als ganz besonderen Punkt habe ich es empfunden, dass sie auch J.K. Rowling „vorstellt“, was für ein Mensch sie ist, wie sie zum Schreiben kam, wie sie mit dem unglaublichen Erfolg ihrer Bücher umgeht…
Es kursieren eine Menge Gerüchte um J.K. Rowling, die bis hin zu der Unterstellung reichen, sie habe Harry Potter gar nicht selber geschrieben.
Ich habe das nie geglaubt, nach diesem (Hör)buch bin ich nun aber endgültig davon überzeugt, dass das Quatsch ist.
Was Melissa Anelli hier erzählt, mit Fakten und Namen belegt, das klingt einwandfrei überzeugend.

Gelesen wird Das Phänomen Harry Potter von Irina von Bentheim.
Sie trifft genau den richtigen Ton um das Hörbuch für jede Generation interessant zu machen.
Frisch und locker für jüngere Potter-Fans, aber auch glaubhaft und mit der nötigen Ernsthaftigkeit um Erwachsene davon zu überzeugen, dass die Potter-Mania kein reines Kinderthema ist.

Der CD-Box liegt ein Booklet bei, in dem man neben der Kapitelauflistung auch Texte zur Autorin und Sprecherin findet und das auf das entsprechende Buch verweist.
Das Design ist recht dunkel gehalten und erinnert so ein wenig an die Erwachsenenausgaben der Bücher.

Fazit:   Eingefleischten Fans, die sich für die Hintergründe und den Verlauf der Potter-Mania interessieren, vermittelt das Hörbuch auf unterhaltsame Art eine Fülle interessanter Informationen. Und auch wer dem Phänomen bisher eher distanziert gegenüberstand, wird sich dem Zauber um den jungen Zauberer 😉 nicht entziehen können, es ist einfach faszinierend.
Aus eigener Erfahrung empfehle ich aber dennoch, auch das Buch zu lesen. Denn für sich liest man natürlich mit ganz eigener Betonung und auch einer anderen Gewichtung, da entfaltet die „Geschichte“ noch mal eine ganz andere Wirkung.

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