Mach’s noch einmal, Aalbert – Fische tragen keine Karos (F.G. Klimmek / Ingo Naujoks)

Titel:   Mach’s noch einmal, Aalbert – Fische tragen keine Karos / Verlag:   Radioropa / Laufzeit:   ca. 6 Std : 07 min / 5 CDs + 1 mp3-CD / Buch:   F.G. Klimmek / gelesen von:   Ingo Naujoks

Inhalt: Es sieht nach einem jener Routinefälle aus, mit denen sich Privatdetektiv Aalbert im Rhein-Herne-Kanals bequem unter Wasser halten kann: er soll die Schwester seines Klienten aufspüren, die mit einem Heiratsschwindler durchgebrannt ist. Doch mit der Erledigung dieses simplen Auftrags gerät Aalbert in einen Schlamassel ungeahnten Ausmaßes. Er stört die Kreise eines Prostituiertenrings, wird in die Suche nach einer antiken Jadekette verwickelt und bekommt es wieder mit dem Dicken Fisch zu und seiner Bande zu tun. Als die Liste der Fische, die tot auf der Strecke bleiben, immer länger wird, wird es auch für Aalbert richtig eng.


Willkommen zurück im Rhein-Herne-Kanal, dem Revier von Privatdetektiv Aalbert Aalborg, dem Aal mit dem Näschen für besonders brisante Fälle.
Dabei lässt sich auch sein zweiter Fall recht harmlos an, eine Fisch-Dame ist verschwunden und die besorgte Familie beauftragt Aalbert damit, die Entschwommene zu finden und nach Hause zu bringen.
Doch es scheint Aalberts Schicksal zu sein, dass auch dieser so harmlos wirkende Fall sehr bald weite Kreise zieht, wie ein Steinchen, das man auf’s Wasser wirft.
Denn nicht nur diese Suche hält den aalglatten Detektiv mächtig auf den Flossen, nein, weitere Aufträge treiben in sein Büro und einer ist undurchschaubarer als der andere, und irgendwie beschleicht einen bald das Gefühl, dass alle irgendwie zusammenhängen. Aalbert bei seinen Ermittlungen -und auch bei feuchtfröhlichen Abenden in seiner Stammkneipe- zu begleiten ist gleichermaßen spannend, wie auch unterhaltsam. F.G. Klimmek hat im Rhein-Herne-Kanal eine absolut krimitaugliche Gegend erschaffen, mit zweifelhaften Etablissements und einer Menge zwielichtigem Volk, Lügen, Intrigen und handfesten Verbrechen.  Aalbert selber ist der abgebrühte Detektiv geblieben, mit Kiemen voll cooler Sprüche, einer guten Portion Sarkasmus und seiner Vorliebe für die eine oder andere Muschelschale Asbach abends an der Theke.
Man muss den ersten Teil nicht kennen um Teil zwei zu verstehen. Hier und da hilft es aber schon weiter, denn im Verlauf der Geschichte schwimmen einem schon eine Menge Charaktere über den Weg. Da ist es dann schon recht praktisch, wenigstens einige bereits zu kennen. Doch das ist auch schon der einzige Punkt. Was genau in Teil eins passiert ist, ist für Teil 2 nicht  von Belang, das Nötigste fasst Aalbert bei Bedarf kurz zusammen. Grundsätzlich kann man also auch mit Mach’s noch einmal, Aalbert in die Reihe einsteigen.
Und das lohnt sich in jedem Fall, auch wenn eingefleischte Krimi-Fans vielleicht belustigt abwinken mögen. Aalbert ist ein Detektiv, wohl einer der alten Schule, aber deshalb noch lange nicht von gestern, und womit er es zu tun bekommt, das kann problemlos mit jedem Zweibeiner-Krimi mithalten.

Ingo Naujoks leiht Aalbert auch in dessen zweitem Fall seine Stimme, rauh, schnodderig und einfach cool wie eh und je. Eben ein richtiger Detektiv von der Straße mitten im Pott, dem man mit jedem Wort die Zigarette vom Cover und die diversen Asbachs abkauft. Zugegeben, von der Straße unter Wasser, aber wer wird denn kleinlich sein?
Besonders beeindruckt es mich immer wieder, wie viele verschiedene und unverkennbare Stimmen Ingo Naujoks für die schuppigen Charaktere auf Lager hat. Sei es die joviale Art des Dicken Fisch mit seinem schmierigen Lachen und der glucksenden Sprechweise, seien es amerikanische, italienische oder französische Akzente oder aber -absolut genial- Aalis (der Besitzer der Imbiss-Bude Gülle-Döner) konkret-krasser Du-komms-hier-nisch-rein-Slang, alles klingt wunderbar echt und locker, und um ein Schmunzeln kommt man eigentlich nie herum.

Runde sechs Stunden Laufzeit, verteilt auf fünf CDs, das ist schon ganz ordentlich. Insbesondere auch deshalb, weil Aalberts Fall so manche Wendung enthält und durchaus komplex ist.
Dennoch, gegen eine gekürzte Fassung hätte ich niemals tauschen wollen. Dann lege ich doch lieber ab und zu mal eine Hör-Pause ein.
Das Booklet präsentiert sich wieder sehr mager, im Inneren finden sich lediglich einige wenige Informationen zu F.G. Klimmek und Werbung für Ein Fisch namens Aalbert.
Ich würde mir nach wie vor eine zusätzliche Seite mit einem Glossar der Charaktere wünschen.

Beim Cover ist man dem klaren, schlichten Stil treu geblieben, den man bereits vom ersten Teil kennt. Lediglich die Hintergrundfarbe wurde geändert UND man hat Aalbert eine Pistole in die Flosse gedrückt, womit eindeutig klar wird, dass er sich im Rhein-Herne-Kanal auf sehr heißem Grund bewegt.

Fazit:   Auch Mach’s noch einmal, Aalbert – Fische tragen keine Karos hat mich wieder auf ganzer Linie überzeugt und sechs Stunden bestens unterhalten. Ich bin an sich kein Krimi-Fan, aber diese ausgefallene Mischung aus Krimi, schrägem Humor und im wahrsten Sinne des Wortes schillernden Charakteren macht mir dieses Genre richtig sympathisch. Also, ob Krimi-Fan, oder nicht: unbedingt anhören!

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