Benjamin Blümchen (18) – …als Schornsteinfeger

Titel: Benjamin Blümchen (18) – …als Schornsteinfeger / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 39 min  / Sprecher:   Edgar Ott, Frank Schaff-Langhans, Gisela Fritsch, Otto Czarski, Ursula Gerstel u.A.

Inhalt:  Der Schornsteinfeger ist schrecklich müde. Da hat Benjamin Blümchen eine Idee: er könnte für ihn Schornsteine fegen. Gedacht, getan. Vom Schornsteinfeger bekommt er Jacke, Hose und Besen, und ab geht die Post! Bei Frau Überzweck hat Benjamin seinen ersten Einsatz. Doch die scheint sich darüber gar nicht zu freuen


In dieser Folge will Neustadt Elefant hoch hinaus, als Schornsteinfeger auf die Dächer der Häuser. Das hat er noch nicht gemacht (Kunststück bei gerade mal 18 Folgen ) und außerdem bringt er dann jedem Glück.
Dieses Glück hat die zum ersten Schornstein gehörige Dame, Frau Überzweck, auch dringend nötig. Denn noch am gleichen Tag soll ihr geliebtes Haus abgerissen werden. Ich finde es ja schon etwas seltsam, dass sie scheinbar nicht weiß, wohin sie anschließend soll. Der Vermieter wird ja nicht erst gestern Bescheid gesagt haben. Da kümmert man sich doch um eine neue Bleibe. Oder wollte Frau Überzweck sich ebenfalls der Abrissbirne hingeben?
Da das Haus aber „nur ein bisschen alt und gar nicht kaputt“ aussieht und Frau Überzweck so herzerweichend weint, überlegt sich Benjamin eine mögliche Rettung. Und dabei geht es wie gewöhnlich hoch her, daran sind Massen an Zuckerstückchen, natürlich die Presse, ein cholerischer Vermieter und eben die Abrissbirne beteiligt.
Trotz Frau Überzwecks Weinen ist die Folge dementsprechend auch ausgesprochen lustig. Insbesondere die Szene, in der sich Karla Kolumna und der gemeine Vermieter anschreien, ist zum Totlachen, da beneide ich Karla immer wieder um ihre Schlagfertigkeit.
Aber auch so mancher Satz von  der eigentlich todtraurigen Frau Überzweck lässt mich immer wieder grinsen.

In der Rolle der armen Mieterin ist Ursula Gerstel zu hören, die man zwar aus einigen Kiosk-Hörspielen kennt, dort aber aus kleineren Nebenrollen. Für die Rolle der alten Frau Überzweck hat sie eine wunderbare Stimme, ganz die liebe Tante, die man sich als Kind wünscht. Allerdings kann es schon passieren, dass einem ihr Heulen irgendwann auf die Nerven geht, denn da legt sie sich mächtig ins Zeug.
Otto Czarski alias Hausbesitzer kennt man da schon auch deutlich mehr Hörspielen. Wenn ich so überlege, spricht er in der Benjamin-Serie aber meistens nette Charaktere. In Folge 18 darf er sich dafür mal als richtiger Giftzwerg austoben und das ist gleichermaßen beeindruckend wie lustig.

Was Musik und Effekte angeht, bewegt sich diese Folge auf ausgesprochen niedrigen Niveau.

Bei den Covers kann die Erstauflage am meisten punkten. Ein schönes, detailreiches Bild auf dem Benjamin auf dem Weg auf das Dach ist. Otto hält die Leiter fest (eine Holzleiter für einen Elefanten!) und Frau Überzweck steht mit einem großen Taschentuch in der Tür. Da stimmt alles…bis auf die Proportionen. Die Haustür reicht in der Höhe bis über die Dachrinne hinaus und Frau Überzweck füllt sie bis zum oberen Rand aus, die muss groß sein, die Frau.
Die Covers der übrigen Auflagen ähneln sich sehr. Ich frage mich immer, was dieser geradezu posierende Benjamin mit der Geschichte zu tun hat? Nichts! Also wieso dann solch ein Motiv?

Fazit:   Eine  zwar traurige Geschichte, die aber auch ihre ausgesprochen lustigen Szenen hat. Eine gelungene Mischung. Hinzu kommt noch der unvergleichliche Charme der ersten Folgen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: