Benjamin Blümchen (25) – …auf Kreuzfahrt

Titel: Benjamin Blümchen (25) – …auf Kreuzfahrt  / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 40 min  / Sprecher:   E. Ott, F. Schaff-Langhans, Erwin Schastock, Klaus Nägelen, Gudrun Genest, Erich Will u.A.

Inhalt:  Herr Tierlieb, der Zoodirektor, ist krank. Was soll nun mit seinen Karten für die Kreuzfahrt geschehen? Benjamin Blümchen, der klügste Elefant der Welt, weiß sofort Rat. Könnten nicht er und sein kleiner Freund Otto fahren? Herr Tierlieb ist damit einverstanden und Benjamin und Otto freuen sich ganz riesig. Schon am nächsten Tag beginnt eine Kreuzfahrt voller Überraschungen.


Neustadts sprechender Elefant ist mal wieder auf Reisen. Nach Afrika, Italien, dem Skigebiet und sogar dem Mond, begibt er sich dieses Mal auf eine Kreuzfahrt.
Doch während in allen bisherigen Reise-Folgen zumindest ein Hauch von Abenteuer zu finden war, plätschert Benjamin auf Kreuzfahrt lange Zeit einfach nur vor sich hin. Das Leben auf dem Schiff ist zwar komfortabel, aber langweilig, die Leute sind piekfein und hochnäsig und zum Spielen ist auch nichts an Bord.
Das muss ein merkwürdiges Kreuzfahrtschiff sein, oder sah eine Reise mit solch einem Schiff in den 80er-Jahren wirklich so aus? Heute kann man sich auf solchen Pötten vor dem Unterhaltungsprogramm ja gar nicht mehr verstecken,
Aber Benjamin wäre nicht Benjamin und die Serie wäre nicht diese Serie, wenn nicht aufgezeigt würde, dass solche Langeweile nicht sein muss. Wobei ich es schon für zweifelhaft halte, dass sich solch vornehme Leute für „Ich sehe was, was du nicht siehst“ und Versteckspiele begeistern können. Aber sowas ist eben typisch Benjamin Blümchen und die Botschaft dahinter, die passt schon. Ein wenig Aufregung kommt erst in die Geschichte als der Eisberg gesichtet wird, der auf die Morgenröte zutreibt. Wenn man bedenkt, dass Minuten vorher in „Ich sehe was, was du nicht siehst“ noch erwähnt wurde, welche Farbe der Bikini einer Frau hat (es muss also warm sein), dann ist dieser Eisberg ein bemerkenswert geographisches und meteorologisches Phänomen. AberTitanic lässt halt grüßen, welche Gefahren hätten auf dem Meer auch schon sonst lauern können? Haie entern selten ein Kreuzfahrtschiff und einen Sturm hatten wir schon in Benjamin auf hoher See…und Piraten hat man sich für eine eigene Folge aufgehoben.
Sobald Benjamin auch dieses Unheil abgewendet hat, denke ich immer -auch nach dem x-ten Hören- dass die Folge nun gut und gerne zu Ende sein könnte. Die letzte Aktion, das gemeinschaftliche Kochen, hätte man sich  sparen können. Nach dem Beinahe-Zusammenstoß mit dem Eisberg ist nämlich einfach die Luft raus.
Von den heutigen Reise-Folgen bin ich wahrlich kein Fan, aber die am Ende angedeutete Kreuzfahrt mit Benjamin, Otto, Karla, Wärter Karl, Herrn Tierlieb und weiteren Freunden von Benjamin, die hätte ich sehr gerne gehört. Sehr schade, dass das nie umgesetzt wurde.

Auf der Sprecherliste geben sich die Kiosk-Veteranen die Klinke in die Hand und so fühlt man sich zumindest in dieser Hinsicht schnell wohl bei dieser Folge.
Erwin Schastock ist in der Rolle des netten Stwards zu hören und klingt hier viel jünger als in seiner Rolle des Lehrer Schuhmann aus Bibi Blocksberg.
Klaus Nägelen gibt einen tollen Kapitän mit seiner tiefen Stimme und dem Hamburger Akzent, man kann ihn sich so prima vorstellen mit einem Rauschbart, einer Pfeife im Mundwinkel und natürlich einer Kapitänsmütze auf dem Kopf.
Das arrogante Ehepaar Hugo und Hilde wird von Erich Will und Gudrun Genest gesprochen und mir macht es immer wieder Spaß, ihnen beim Zanken zuzuhören oder zu verfolgen, wie der arme Hugo unter der Fuchtel seiner Frau steht. Klasse, wie sie das rüberbringen.

Mit Möwengeschrei, dem Tuten des Dampfers und dem Plätschern von Wasser gelingt es dieser Folge für Benjamin-Verhältnisse sehr gut, maritime Atmosphäre an den Hörer zu vermitteln. Besonders gelungen ist hier die Szene mit dem Eisberg, in dem Wind zu hören ist, das Rauschen großer Wellen, eben die Gefahr, die von diesem Wetter ausgeht.
Aber auch die Küchengeräusche sind prima eingesetzt. Die Geräusche gehen in dieser Folge absolut in Ordnung.

Zur Coverentwicklung ist zu sagen, dass man sich bei allen Motiven redlich Mühe gegeben hat, die Gefahr, die der Eisberg für das Schiff bedeutet, nicht allzu deutlich rüberzubringen.
Auf keinem Cover gucken Benjamin, Otto und der Kapitän sonderlich verängstigt, höchstens mal nachdenklich, und auch die ausgebreiteten Arme von Otto und dem Kapitän erinnern mich nicht an ein verzweifeltes Händeringen, sondern eher an eine freudige Begrüßung.
Aber wenigstens ist bei der Erstauflage der Eisberg noch weit weg, bei den restlichen Covers hat Benjamin seinen rettenden Einsatz scheinbar verpasst, denn so nahe wie der Eisberg hier schon am Schiff ist, da müssten zumindest die unteren Decks schon Land unter haben.

Fazit:   Der Rücktext verspricht mit seinem „Kreuzfahrt voller Überraschungen“ mehr als die Geschichte nachher hält. Ein recht lahmer Anfang, dann der Höhepunkt mit dem Eisberg und schließlich noch die Küchen-Szene, die wie ein unnützes Anhängsel wirkt. Diese Folge ist kein Highlight der Serie, da gibt es eindeutig bessere. Etwas kann der berühmte Nostalgie-Bonus noch rausreißen, aber mehr ist eben nicht drin.

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