Bibi Blocksberg (34) – …darf nicht hexen

Titel: Bibi Blocksberg (34) – …darf nicht hexen / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 33 min / Sprecher: Susanna Bonasewicz, Hallgerd Bruckhaus, Guido Weber, Sigrid Lagemann, Alexander Herzog, Natascha Rybakowski u.A.

Inhalt:   Bibi steht da wie ein begossener Pudel. Sie hat gerade absolutes Hexverbot erhalten. Aber es kommt noch schlimmer: sie verliert ihren Besen Kartoffelbrei. Bei einer Versteigerung sieht sie ihn wieder. Doch Frau Schnipp, die Friseurmeisterin, bietet mehr Geld und bekommt ihn. „So eine Gemeinheit!“ schimpft Bibi. Was wird sie jetzt wohl tun?


Es funktioniert leider nicht, aber wenn es ginge, dann müsste man beim Hören dieser Folge mit dem einen Auge Tränen lachen und mit dem anderen Auge Tränen weinen.
Doch der Reihe nach. Bibi hat also mit einem Überschallflugversuch die Fensterscheiben des Krankenhauses demoliert und dafür gerade drei Wochen Hexverbot kassiert. Ich sehe ja ein, dass die Eltern darüber nicht begeistert sind, den Aufstand, den sie deshalb machen, halte ich dann aber doch für unverhältnismäßig. Bei mir jedenfalls rangiert der Absturz eines Flugzeugs (Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg) auf der Schrecklichkeits-Skala deutlich vor einer Reihe kaputter Fensterscheiben; den Patienten scheint ja außer einem Schrecken nichts passiert zu sein.
Jedenfalls verschwindet am Tag des elterlichen Donnerwetters dann auch noch Kartoffelbrei, womit die Katastrophe für Bibi perfekt ist. Bibi und ihr Wuschel sind ja bekanntermaßen unzertrennlich und so setzten Mutter und Tochter alle Hebel in Bewegung um herauszufinden, wo der Besen abgeblieben ist. Und dabei geht es mitunter hoch her. Die Szene im Fundbüro, in der der Angestellte aufzählt, was sie so in Verwahrung haben, ist zum Schreien. In Raum 18 werden z.B. gefundene Gebisse aufbewahrt…da fragt man sich doch, wie man ein Gebiss verliert? Mir ist jedenfalls noch kein Träger der Dritten begegnet, der seine Beißerchen in der Öffentlichkeit rausgenommen oder sie versehentlich ausgespuckt hätte. Aber die Vorstellung ist lustig! Passenderweise wird gleich in der nächsten Szene ein Gebiss versteigert, die Höchstbietende braucht es hörbar. Und bei dieser Versteigerung kommt tatsächlich Kartoffelbrei unter den Hammer, doch schnappt die Friseurin Bibi ihren Besen vor der Nase weg. Bibis Reaktion im Friseursalon danach kann ich prima nachvollziehen, muss aber auch immer wieder drüber lachen, wie Karla reagiert, die sich dort gerade die Haare färben lässt. Köstlich.
Natürlich nimmt Frau Schnipp die Verwüstung ihres Salons nicht hin und sucht umgehend die Blocksbergs auf. Und dann kommen diese fürchterlichen Minuten, in denen Bibi so bitterlich weint, dass man am Player sitzt und einfach nur mitheulen möchte. Da kommt so viel Verzweiflung und Trauer rüber, dass es einem durch und durch geht.
Was mich am Ende noch immer sehr interessieren würde ist, wer denn nun eigentlich Kartoffelbrei geklaut hat? Das erfährt man leider nicht.

Als Friseurin Schnipp ist Sigrid Lagemann zu hören, die ihre Rolle mit so viel Hochmut und Boshaftigkeit spricht, dass Bibi am liebsten helfen möchte, den Salon zu verwüsten. In der Bibi-Serie scheint Sigrid Lagemann ein Abo auf solch böse Rollen zu haben, denn sie spricht auch die fiese Nachbarin in Folge 1 und die Tante Luisa, die ja nun anfangs auch nicht ein Ausbund an Freundlichkeit ist.
Da ich seine Szene so mag, soll auch Alexander Herzog als Fundbüro-Angestellter nicht unerwähnt bleiben. Er hat in der Bibi-Serie und auch der Benjamin-Serie immer mal wieder kleinere Rollen, aber als Fundbüro-Angestellter höre ich ihn am liebsten. So pflichtbewusst und typisch Beamter („Moment, Moment! Ich kann doch nicht hexen!“), einfach zu schön!

Bei den Geräuschen ist mir eines ganz besonders aufgefallen: das Schneidegeräusch einer Schere im Friseursalon. Wer immer gerade diese Schere schwingt, er lässt sich von dem Trubel rundum und Bibis Auftritt nicht aus der Ruhe bringen. Von dem Moment an als Bibi den Salon betritt bis zu dem Augenblick als alles Mobiliar weg gehext ist, ist dieses Schnippeln zu hören. Beeindruckend.

Zur Coverentwicklung gibt es hier wenig zu sagen, die Szene an sich ist durchweg die gleiche geblieben. Die geplagte Kundin scheint sich allerdings von der ersten bis zur heutigen Auflage eine Verjüngungs- und Schlankheitskur unterzogen zu haben.
Ansonsten haben die Cover sich nur insofern verändert, dass bei den beiden letzten Auflagen Frau Schnipp mit auf dem Bild ist und die Salonausstattung moderner geworden ist.
Mir persönlich will nicht einleuchten, wieso Bibi auf drei von vier Covers so fröhlich aussieht.

Fazit:   Taschentücher bereithalten bei dieser Folge, sei es nun für Lachtränen oder Tränen der Traurigkeit. In jedem Fall eine der stärksten Folgen der Serie.

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