Bibi Blocksberg (40) – …und die Vampire

Titel: Bibi Blocksberg (40) – …und die Vampire / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 32 min  / Sprecher: Susanna Bonasewicz, Hallgerd Bruckhaus, Guido Weber, Engelbert von Nordhausen, Hans-Werner Bussinger, Y Sa Lo u.A.

Inhalt:   Vater Blocksberg gruselt sich fürchterlich. Wenn er das geahnt hätte! Nie wäre er mit Bibi und Barbara ins Schlosshotel Dracula nach Transsilvanien geflogen! Und nun kitzeln ihn diese frechen, kleinen Vampire auch noch. Warum hat Bibi nur keine Angst? Merkwürdig? Aber sicher bereitet sie dem Spuk gleich ein Ende.


Wenn Hexen in Urlaub fahren, dann würden sie offenbar auch die Südsee wählen. Doch da bei Blocksbergs wie üblich das Geld knapp ist, ist die Südsee dieses Jahr nicht drin.
Da passt es ganz gut, dass Amanda sie an die gewonnene Reise nach Transsilvanien erinnert. An dieser Stelle greift Bibi und die Vampire auf die Folge Bibi auf dem Hexenberg zurück.
Schön, dass dieser Gewinn nicht in Vergessenheit geraten ist, wie manch andere Idee aus der Serie. Immerhin bürgt Transsilvanien doch quasi für eine interessante Geschichte.
Und die bekommt man auch zu hören.
Schon als Kind fand ich alles spannend, was nur einen Hauch von Grusel versprach und auch wenn man sich als Erwachsener über die Schilderung von Grusel Tours und dem Schlosshotel Dracula köstlich amüsiert, so dürfte beides für kleinere Kinder durchaus schaurig sein. Da schont die Folge sich auch gar nicht, hier gibt es alles, was man in einem Gruselhotel erwarten darf: Vampire, einen Henker, Särge, einen unheimlichen Kutscher, Termine für Hinrichtungen (wahlweise Gehenktwerden oder Geköpftwerden), Folter…
Da hilft es auch nicht, dass schnell klar wird, dass die ganzen Schauergestalten ganz normale Hexen bzw seltene Hexer sind und quasi Theater spielen, ich für meinen Teil habe mich als Kind durchaus bei dieser Folge gegruselt. Alleine Bernhards Panik die ganze Zeit über untergräbt dieses „ist ja alles gar nicht echt“ total, jedenfalls für Kinder.
Für den erwachsenen Hörer gibt es dagegen eine Menge zum Lachen in dieser Folge, Bernhard ist einfach köstlich in seiner Angst. Aber auch der grausame Henker mit seiner Vorliebe für Abende vor dem TV oder der Schlossherr Frank Frankenstein, der seine neue Stereoanlage noch nicht abbezahlt hat und stets um gruselige Contenance bemüht ist, sind zum Schießen.

Dank der Flugzeugcrew und dem Personal im Schlosshotel Dracula fällt die Sprecherliste sehr üppig aus.
Erwähnter Frank Frankenstein wird von Hans-Werner Bussinger gesprochen und wenn man ihm zuhört, dann kann man sich leicht ein Bild dazu machen. Ein Bild von einem großen Mann im schwarzen Umhang mit vornehmem Gesichtsausdruck, der gelegentlich entgleist, wenn die Hexen sein Schauerhotel-Theater sabotieren.
Besonders liebe ich an dieser Folge, die Darbietung von Engelbert von Nordhausen, der mit seiner unverkennbaren Stimme einen wunderbaren Henker mimt. Außerdem muss man einfach sein Lied: „Ich bin der Henker vom Schlosshotel und köpfe alle Menschlein schnell…“ gehört haben. Göttlich!
Mit Y Sa Lo in der Rolle des Vampirinchen hat diese Folge sogar einen Film-Star der 70er- und 80er-Jahre mit an Bord. Ich muss allerdings sagen, dass ihre Stimme in dieser Rolle mehr nervt als gruselt, insbesondere wenn sie des nachts anrückt um Bernhard zu erschrecken und in Gekicher ausbricht.

Die Geräusche können sich in dieser Folge gut hören lassen. Türenknarren und Türenquietschen, der Hall im Schloss, Pferdegetrappel, Windheulen,  ja da hat man sich Mühe gegeben, eine gruselige Atmosphäre zu erzeugen. Im Vergleich zu anderen Folgen, ist diese Geräuschkulisse bemerkenswert vielfältig und dicht.

An beiden Cover-Auflagen stört mich die Darstellung der Vampire. Dafür dass sie ganz normale Menschen, nur halt Hexen und Hexer sind, sehen sie auf dem Cover der alten Auflage Kobolden sehr ähnlich, von Menschen sind sie jedenfalls weit entfernt. Da geht das Cover der aktuellen Auflage schon eher in diese Richtung, die Vampire haben hier wenigstens eine menschliche Statur. Dafür hätten die Hörner nun wirklich nicht sein müssen, spitze Zähne hätten sich besser gemacht. Im Hintergrund ist Bernhard in seinem zur Kartoffelkiste umgehexten Sarg zu sehen. Schon interessant, dass Herr Blocksberg voll bekleidet in Hemd, Hose, Gürtel und mit Brille schläft.

Fazit:   Eine lustige und unterhaltsame Folge, für kleine Kinder aber vielleicht doch eine Spur zu gruselig.

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