Bibi Blocksberg (60) – Der Geisterkater

Titel: Bibi Blocksberg (60) – Der Geisterkater / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 40 min  / Sprecher: Susanna Bonasewicz, Hans Werner Bussinger, Guido Weber, T. Gessner

Inhalt:   Ein Angelwochenende mit Papi. Den Zeltplatz an der alten Ziegelei, gleich am See, finden Bibi und Marita super. Aber dann hören sie unheimliche maunzende Töne und Irrlichter tanzen über das Wasser. Rudolfo Rauhbein, der Geisterkater, treibt seinen Schabernack. Doch er hat Bibi noch nicht kennengelernt…


Ich frage mich jedes Mal, was man sich wohl bei der Aufnahme dieser Folge gedacht hat.
Die Idee, Vater Blocksberg samt seiner Tochter und deren Freundin Marita auf ein Zelt-Wochenende zu schicken, ist ja wirklich prima.
Und selbstverständlich passt ein Geisterkater auch gut zu einer Hexengeschichte. Mit magischen Lebewesen bekommt man es in der Serie ja immer mal wieder zu tun, man denke nur an Silvester, an Dino, an die Vampire und und und.
Aber während diese Folgen alle ziemlich lustig sind, sorgt Rudolfo Rauhbein mit seinen Spukereien nicht unbedingt für Gelächter. Zu Anfang vielleicht noch als er den Zeltaufbau sabotiert, doch spätestens als er Marita in den Sumpf lockt und sie zu einem Irrlicht werden lassen will, da ist dann wirklich Schluss mit lustig.
Die unheimliche Umgebung mit der alten Ziegelei und ihrer knarrenden Tür, den Irrlichtern und dem Sumpf tut ihr Übriges dazu.
Zwar macht das alles die Folge auch spannend und am Ende wird ja sowieso alles gut, aber ich bleibe dabei: Für ein Kinderhörspiel mit einer Altersempfehlung „ab 5 Jahren“ hat man hier wirklich tief in der Schauer-Kiste gegriffen.
Außerdem finde ich die Geschichte für diese Altersgruppe ein wenig zu komplex.

Die Sprecherliste ist geradezu spartanisch kurz.
Erwähnenswert, da sonst nie dabei, ist hier lediglich Hans Werner Bussinger in der Rolle des Rudolfo. Mir gefällt es, dass er stets so klingt, dass man sich nie sicher sein kann, ob er nun gut, oder vielleicht doch böse ist. Er klingt immer ein wenig listig und hinterhältig. Ansonsten habe ich für seine Darbietung, nämlich sein Fauchen und Miauen wenig übrig. Es ist eben immer ein Problem, wenn ein Mensch ein Tier „spricht“. Meist hört es sich wenig überzeugend an.

An Effekten gibt es in dieser Folge eine Menge zu hören: die knarrende Tür, das Platschen des Wassers, das helle Geräusch der Irrlichter…und alle tragen noch zur ohnehin schon unheimlichen Atmosphäre bei. Die ganze Szenerie wirkt dadurch nahezu unwirklich. Saubere Arbeit eigentlich, wenn es nicht ein Hörspiel für die ganz Kleinen wäre.

Am Cover hat sich von der alten zur aktuellen Auflage hin nicht viel getan, das Motiv ist grundsätzlich das gleiche geblieben, lediglich die Perspektive wurde etwas verschoben.
Immer wieder grinsen muss ich, wenn ich mir Rudolfo ansehe in seinem „Kampfanzug“, der eher an einen Bademantel erinnert. Vielleicht hätte man großes „R“ auf seiner Brust ergänzen sollen, damit es wenigstens etwas nach Superheld aussieht.

Fazit:   Die Folge ist ein zweischneidiges Schwert. Für kleine Kinder ist sie ziemlich gruselig und wohl auch ganz schön komplex. Andererseits bekommt man hier mal eine ganz andere Geschichte zu hören als sonst in der Serie. Unheimlicher, mystischer, älteren Hörern mit einem Faible für solche Geschichten wird Der Geisterkater da schon besser gefallen.

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