Die Morde des Émile Poiret (02) – Briefe um Mitternacht

Titel:   Die Morde des Émile Poiret (02) – Briefe um Mitternacht / Verlag:   Maritim / Laufzeit:   ca. 67 min / Sprecher: Donald Arthur, Andreas von der Meden, Ghadad Al-Akel, Gisela Fritsch, Melanie Fouchè u.A.

Inhalt:   Émile Poiret, der belgische Meisterdetektiv, staunt nicht schlecht, als er unverhofft von einer jungen Dame parfümierte Briefe erhält. Die obskuren Andeutungen darin wecken sofort die Neugier des berühmten Gaunerschrecks. Mit seinem untrüglichen Gespür für das Verbrechen wittert Poiret einen neuen Fall, der seine ganze Kombinationsgabe erfordert – Zwischen Roulettetischen und zwielichtigen Besuchern des Londoner „Empire Casino“ kommt Poiret einem diabolischen Intrigenspiel auf die Schliche. Und am Ende stellt sich Poiret nur noch eine einzige Frage: wer ist der maskierte Unbekannte, der um Mitternacht seine Briefe überbringt, die sowohl unermesslichen Reichtum, als auch den sicheren Tod versprechen?


Bei der ersten Folge fand ich es ja noch gut, dass der eigentliche Fall erst nach geraumer Zeit zur Sprache kam. Da musste man immerhin die wichtigsten Charaktere kennenlernen.
Bei Folge 2 ist das nicht mehr der Fall, Poiret kennt man nun, auch seine überhebliche, aber nicht humorlose Art, und auch die übrigen Charaktere hat man schnell für sich erobert.
Trotzdem zieht es sich wieder beträchtlich, denn es muss erstmal ausgiebig über die kulinarischen Genüsse Englands debattiert werden.
Ich denke, ich würde es weniger als Länge empfinden, wenn Poiret -gerne auch in seiner selbstgefälligen Art- in normalen, altertütmlichen Sätzen sprechen würde. Stattdessen webt er Bandwurmsätze, die so verschachtelt sind, dass man schon höllisch aufpassen muss um ihn zu verstehen. Und das strengt extrem an und sobald etwas anstrengend ist, dauert es zu lange.
Grundsätzlich ist seine Unterhaltung mit dem Butler nämlich durchaus ganz unterhaltsam, aber in dieser komplizierten Form geht das leider verloren.
Den Fall an sich finde ich ganz spannend, auch wenn man hier als Hörer nicht in dem Maße miträtseln kann, wie noch bei Folge 1. Dafür geht es bei den Briefen noch eine Spur härter zur Sache was die Kaltblütigkeit der Täterin angeht, das gefällt mir für einen Krimi sehr. Das Ende selber dann hat mich in gewisser Hinsicht wirklich überrascht, denn ich hatte nicht damit gerechnet, dass Poiret zu spät bei Cassandra Shelby eintreffen würde. Da habe ich schon mitgefiebert, ob er es noch schafft.

Bei den Sprechern haben mich ganz besonders Andreas von der Meden in seiner Rolle als Butler, Gisela Fritsch als Poirets Privatsekretärin und Ghadad Al-Akel alias Mrs. Holland.
Andreas von der Meden gibt den zwar etwas steifen, aber doch verschmitzten Butler wunderbar. Und als es Poiret schließlich als Chauffeur dient, da liegt die Assoziation zu Morton, dem Chauffeur der Jungs aus Rocky Beach, schon sehr nahe.
Gisela Fritsch höre ich immer wieder gerne, ihre Stimme taugt einfach für jede Rolle und auch als Poirets in jeder Hinsicht zugeknöpfte Privatsekretärin kann sie überzeugen.
Ghadad Al-Akel ist dennoch mein absoluter Favorit unter den Sprechern der Folge. Sie spricht ihre Rolle mit solcher Kaltschnäuzigkeit und Härte, dass man nur staunen kann. Für eine Sprecherin schon sehr ungewöhnlich, aber auf jeden Fall sehr gut.

Hinsichtlich der Musik kann man auch dieser Folge nur die Bestnote verleihen. Melodien, die an die 20er Jahre erinnern, aber auch solche, die eindeutig für französisches Flair sorgen, werden hier eingesetzt und fügen sich wunderbar in die Handlung ein.

Das Cover gefällt mir ebenfalls sehr. Bei dem Bild in der Mitte hat man bei dieser Folge darauf geachtet, dass es nicht zu modern wirkt und farblich mit dem restlichen Layout harmoniert. Die antike Uhr und der altertümliche Brieföffner passen prima in die Zeit, in der Poirets zweiter Fall spielt.

Fazit:   Ein wenig mehr Tempo im Ablauf täte den Folgen der Serie sehr gut, etwas schneller darf es schon gerne auch in altertümlichen Krimis zur Sache gehen. Ansonsten ist auch Briefe um Mitternacht ein schöner historischer Krimi.

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