Morland (01) – Die Rückkehr der Eskatay

Titel:   Morland (01) – Die Rückkehr der Eskatay / Verlag:   HeadRoom / Laufzeit:   ca. 238 min, / 3 CDs / Sprecher:   Ulrich Noethen,  Matthias Koeberlin, Celine Vogt, Benjamin Degen, Bastian Pastewka, Jan-Gregor Kremp u.A.

Inhalt: Das grandios inszenierte Hörspiel führt uns in eine rätselhafte fremde Welt, deren Bewohner keine guten Zeiten erleben. Es kommt zu Aufständen, die Geheimpolizei ist allgegenwärtig. In dieser unruhigen Zeit tauchen plötzlich Jugendliche auf, die magische Fähigkeiten besitzen.
Eine gnadenlose Hetzjagd auf Tess, York und Hakon beginnt.


Mit Die Rückkehr der Eskatay liegt nun der erste Teil von Peter Schwindts Morland-Trilogie vor.
Dieses Hörspiel beweist: es geht, es gibt tatsächlich noch tolle Fantasy-Geschichten der anderen Art. Solche, die nicht in mittelalterlich anmutenden Landen und spielen und nicht von solch sagenhaften Gestalten wie Elfen und Orks bevölkert werden. Wenn man so im Laden vor den (Hör)buch / spiel – Regalen steht, mag man das ja kaum noch glauben.
Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, dessen Handlung man zunächst nicht recht einordnen kann. Was es damit auf sich hat und welche Verbindung zur Haupthandlung besteht, klärt sich erst im Verlauf der Geschichte.
Die Rückkehr der Eskatay stellt hauptsächlich die drei Jugendlichen Tess, York und Hakon vor, schildert ihr bisheriges Leben, ihre Herkunft und ihre ersten Erfahrungen mit ihren besonderen Fähigkeiten.
Man erfährt aber ebenfalls auch schon, von welcher Art Regime Morland geführt wird und welche Gefahr davon für die drei Jugendlichen und das gesamte Land ausgeht.
Umgekehrt fühlt sich auch die Landesführung von den so speziell talentierten Jugendlichen bedroht.
Die Lage spitzt sich bis zum Ende hin immer mehr zu.
Das Ende selber lässt den Hörer mit einem unerwarteten und deshalb umso gemeineren Cliffhanger zurück.

Als Erzähler führt Ulrich Noethen durch die Geschichte. Anfänglich dachte ich noch, seine Einsätze seien zu häufig und zu umfangreich, doch gerade am Anfang ist es anders gar nicht möglich. Je weiter man in der Geschichte voran kommt, desto größer werden auch die Abstände.
Störend ist das aber keinesfalls, denn Noethen trifft genau den passenden Ton für diese Geschichte: ruhig und eindringlich, was einem schnell klar macht, wie bedrohlich die Ereignisse in Morland sind.
Tess wird von Celine Vogt gesprochen, die Rolle des Hakon übernimmt Matthias Koeberlin. Beide haben bereits Erfahrung als Hörspielsprecherin  und Schauspieler und entsprechend souverän meistern sie ihren Job in Morland.
Benjamin Degen alias York ist dagegen ein Neuling auf diesem Gebiet, doch auch er weiß absolut zu überzeugen.
Der Name Bastian Pastewka auf der Sprecherliste hat mich gleichzeitig überrascht und auch besorgt gestimmt. Comedians sind einfach nicht mein Ding und ich fürchtete eine alberne Darbietung.
Doch Pastewka spricht den Egmont, einen der „Bösen“, und das macht er wirklich sehr gut.

Die Musik ist der Handlung entsprechend stets düster und trägt so zusätzlich zur bedrohlichen Atmosphäre bei. Auf große musikalische „Knalleffekte“ wird verzichtet, was dafür sorgt, dass die gedrückte Stimmung kontinuierlich beibehalten wird.
Die Geräuschkulisse geht ebenfalls völlig in Ordnung, auch hier fehlt es an nichts.

Das Hörspiel präsentiert sich in einem sehr schön gestalteten Digipack mit Stadtansichten  Morlands auf der Vorderseite und den CDs.
Das Innere des Digipacks fällt leider weniger imposant aus. Denn außer den Kapiteltiteln, der Sprecherliste und den Namen der an der Produktion beteiligten Personen, ist dort nichts zu finden.
Ich hätte mich über ein einfaches Booklet oder auch nur ein Einlegeblatt sehr gefreut, auf dem man etwas über Peter Schwindt erfahren und einen kleinen Ausblick auf die nächsten Morland-Teile bekommen hätte.

Fazit:   Ich habe Die Rückkehr der Eskatay in einem Rutsch durchgehört, man kommt davon einfach nicht mehr los, wenn man erst einmal damit angefangen hat.
Ein rundum gelungenes Hörspiel, das einen voll Ungeduld auf die Fortsetzung warten lässt.

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