Benjamin Blümchen (13) – …im Krankenhaus

Titel: Benjamin Blümchen (13) – …im Krankenhaus / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 40 min  / Sprecher:   Edgar Ott, Frank Schaff-Langhans, Hallgerd Bruckhaus, Edith Teichmann, Otto Czarski, Carsten Zachariae u.A.

Inhalt:  Benjamin Blümchen hat sich den Rüssel gebrochen und liegt im Krankenhaus. Wie das passiert ist? Benjamin wollte etwas angeben und hat einen 10-Minuten-Rüsselstand gemacht. Dabei ist er abgeknickt. Aber der Rüssel wird schon wieder heilen. Doch bis dahin ist im Krankenhaus allerhand los.


Ich muss zugeben, dass ich als Kind nie ins Krankenhaus musste. Also kann ich nichts darüber sagen, welche Zustände dort 1981 herrschten, als diese Folge erschien.
Wie es heute im Krankenhaus zugeht, das weiß ich aber ziemlich genau, da hat sich seit damals sicher eine Menge getan.
Und ich finde es arg bedenklich, Kinder dieses Hörspiel hören zu lassen.
Denn die Verhältnisse in diesem Krankenhaus sind mehr als erschreckend: einmal in der Woche eine kurze Besuchszeit, ein Drachen von einer Kinderkrankenschwester, eine nicht eben freundliche Ärztin, todtraurige, gelangweilte Kinder, von denen eines immer wieder nach seiner Mami ruft und bitterlich weint (Darauf die Schwester: „Na, wenn du weinst, dann kommt deine Mami gar nicht!“)…überhaupt wird in dieser Folge viel geweint, selbst Benjamin heult, zwar auch vor Schmerzen, aber eben auch vor Traurigkeit und Einsamkeit.

Zum Ende hin wird zwar -typisch Benjamin Blümchen- alles gut und Benjamin, sein Freund Otto und die Kinder mischen das Krankenhaus ordentlich auf und zeigen, wie Krankenhaus für Kinder sein sollte, aber trotzdem.
Als Kind landet man schnell mal im Krankenhaus, und wenn man dort dann mit der Vorstellung hingeht, die diese Folge vermittelt, dann ist das schlicht fürchterlich.

Edith Teichmann spricht hier die beängstigend herrische Krankenschwester, in einer Bibi Blocksberg-Folge hört man sie als böse Nachbarin. Aber in zwei Bibi Blocksberg-Folgen übernimmt sie auch die Rolle der netten Hexe Amanda. Ob böse oder liebenswert, sie weiß in jeder Charaktereigenschaft zu überzeugen.
Auch bei der Ärztin werden Bibi Blocksberg – Fans aufhorchen, denn sie wird von Hallgerd Bruckhaus gesprochen, der „Barbara Blocksberg“.
Ich finde es -gerade in dieser Folge- erstaunlich einfach, bei dieser markanten Stimme von der Vorstellung der Barbara wegzukommen, das hätte ich nicht gedacht. Ich denke, es liegt daran, dass Frau Bruckhaus die Rolle der Ärztin hörbar anders spricht als die der Blocksberg-Mutter.
Die übrigen Sprecher schmeicheln jedem Kiosk-Hörer-Ohr, denn die komplette Riege ist zumindest in der Benjamin- und der Bibi-Serie immer wieder zu hören, die kennt man alle.

Musik und Effekte halten sich wie gewohnt zurück, die paar Effekte, die man hört gehen für diese Serie durchaus in Ordnung.

Das Cover der ersten Auflage kommt der Geschichte wie so oft am nächsten: Benjamin alleine in einem kargen Krankenzimmer ( im Hörspiel ist es ein Geräteraum), gebettet auf ein einfaches Matratzenlager.
In der zweiten Auflage liegt er unpassenderweise in einem Krankenbett. Glücklicherweise scheint den Zeichnern bis zur aktuellen Auflage aufgegangen zu sein, dass das Unsinn ist, denn in der jetzigen Auflage ist von einem Bett nichts mehr zu sehen. Dafür hat Modernität ins Krankenzimmer Einzug gehalten und Benjamin und Otto wirken als hätten sie eine ganze Menge Spaß. Was das angeht, kann die Zweitauflage einen Punkt für sich vermerken, denn auf diesem Cover kommt Benjamins leidender Gesichtsausdruck der Wirklichkeit am nächsten.

Fazit:   Glücklicherweise hat auch diese Folge den typischen Charme der ersten Benjamin Blümchen – Folgen, das rettet eine ganze Menge. Allerdings sind bei dieser Folge die Eltern gefragt, den Kindern zu erklären, dass die Geschichte schon sehr alt ist und es heute im Krankenhaus nicht mehr so zugeht.

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