Benjamin Blümchen (16) – …träumt

Titel: Benjamin Blümchen (16) – …träumt / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 40 min  / Sprecher:   Edgar Ott, K. Primel, Gerd Holtenau, Carsten Zachariae, Alexander Herzog u.A.

Inhalt: Heute ist ein besonders schöner Tag. Kein Wunder, dass Benjamin Blümchen, unser lieber, sprechender Elefant, so guter Laune ist. Aber Otto, Benjamins bester Freund, ist ganz traurig. Er hat nämlich seine Mathe-Arbeit total versaut. Doch zum Trost darf er sich so richtig bei Benjamin einkuscheln. Darüber schlafen beide ein und träumen etwas Fantastisches…


Etwas Fantastisches?
Für meinen Geschmack eher etwas sehr Beängstigendes.
Denn mit dieser Geschichte hat man -für eine Kinderserie- ein ganz heißes Eisen angefasst.
Benjamin und Otto landen im Elefantenland, wo bunte Elefanten leben und alles auf Elefantengröße ist. Menschen gelten dort als gefährlich und sobald ein Mensch auftaucht, werden die Menschenjäger geholt, die den Menschen einfangen. Oft kommt er dann in den Zirkus, wo er unter der Peitsche Kunststücke aufführen muss und in der Menschenschau ausgestellt wird. Da gehen dann die bunten Elefantenmamis mit ihren Kleinen an den Käfigen vorbei, in denen die Menschen um Hilfe rufen, und erklären den Elefantenkindern, wie gefährlich die Menschen sind, dass sie meinen, Herr über die Natur zu sein und deshalb eingesperrt gehören. Und als Benjamin -grau wie er ist- dort auftaucht, da erläutert eine  Elefantenmami ganz ernsthaft, das sei eben noch ein Menschensklave…
Ich denke, man muss kein Interpretations-Genie sein um zu verstehen, was diese Folge dem Hörer deutlich machen möchte.
Die Botschaft an sich ist zweifellos gut und ich stehe auch auf dem Standpunkt, dass man Kindern unbedingt vermitteln muss, dass Tiere keine Untergebenen sind, dass Zirkus mit Tieren eben zumindest für die Tiere kein Spaß ist, dass der Mensch sich nicht zum Herrscher über die Natur erheben darf.
Allerdings hätte man die Handlung sicher auch etwas weniger furchteinflößend gestalten können, denn das ist sie.
Ich glaube auch nicht, dass die Geschichte für Kinder eben einfach lustig-spannend ist (bunte Elefanten, dressierte Mathelehrer usw.). Spätestens wenn die Menschen in der Menschenschau um Hilfe rufen, Otto sich vor Angst in Benjamins Ohr versteckt, der Mathelehrer vor Angst bettelt oder die Freunde auf der Flucht erwischt werden, werden das auch Kinder nicht mehr so lustig finden.
Erwähnenswert ist noch, dass der Erzähler (namentlich Erwin) in dieser Folge mit einbezogen wird. Er begleitet Otto und Benjamin in dessen Ohr und erlebt alles direkt mit. Er ist hier nicht der beobachtende Erzähler, wie man es aus den anderen Folgen kennt.

Ganz allgemein muss man über die Folge sagen, dass es endlich mal eine ist, in der man außer dem Titellied noch andere Musik zu hören bekommt.
Allerdings sind diese Melodien der schauerlichen Handlung angepasst und sorgen zusätzlich für eine unheimliche Atmosphäre. Da haben wir Bongotrommeln als Untermalung, wenn ein Elefant rennt, leise, eindringliche Melodien im Hintergrund, sogar die Zirkusmusik wirkt noch beängstigend wenn sie die Menschenquälerei bei der Dressur untermalt.

Auf der Sprecherliste geben sich die Kiosk-Sprecher die Klinke in die Hand. Unter ihnen, in der Rolle eines orangefarbenen Elefanten, ist auch Wilfried Herbst, der sonst den Sekretär Pichler spricht. Außer ihm sind die zu hören: Carsten Zachariae, Gerd Holtenau, Alexander Herzog und Norbert Gescher. Wer die Sprecher aus den Serien Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg kennt, der wird sie in dieser Folge sofort wiedererkennen, auch wenn die Stimmen hier und da etwas verfremdet wurden.
Diese Vertrautheit der Stimmen nimmt dem Hörspiel ein klein wenig von seiner unheimlichen Atmosphäre.

Zur Coverentwicklung ist nicht viel zu sagen, das Motiv ist in allen drei Auflage gleich geblieben.
Mich macht es allerdings etwas stutzig, dass Benjamin und Otto so zufrieden im Schlaf grinsen.
Denn Spaß haben sie in ihrem Traum nicht gerade.

Fazit:   Eine Folge, die die Serie eigentlich nicht brauchte…jedenfalls von der Handlung her. Die Botschaft dahinter ist wichtig, hätte aber bestimmt auch anders umgesetzt werden können.
Die merkwürdige, unheimliche Atmosphäre passt nicht zur Serie und ist nicht unbedingt etwas für Kinder.

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