Benjamin Blümchen (23) – …als Koch

Titel: Benjamin Blümchen (23) – …als Koch / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 40 min   / Sprecher:   Edgar Ott, Frank Schaff-Langhans, Gisela Fritsch, Hermann Wagner, Eva-Maria Werth, Maria Axt u.A.

Inhalt:  Gut haben die Hamburger ja schon geschmeckt, in diesem neuen Restaurant! Doch über die schlechte Bedienung haben sich Benjamin und Blümchen, der hungrigste Elefant der Welt und sein kleiner Freund Otto, ganz schön geärgert. Benjamin meint deswegen, dass er für die vielen Kinder im Zoo am liebsten selber kochen möchte.
Da kommt Otto plötzlich eine ganz tolle Idee. Benjamin ist darüber richtig begeistert…


Dass Benjamin gerne isst, das wissen wir, am liebsten natürlich Zuckerstückchen.
Doch gleich zu Anfang dieser Folge erfährt man, dass es Benjamin durchaus auch mal nach etwas anderem gelüstet und damit hat einer der größten Widersprüche der Serie seinen großen Auftritt. Wie der Erzähler in dieser Situation schon ganz richtig sagt: Elefanten essen doch eigentlich nur Grünzeug und -jedenfalls in Benjamins Fall- auch Zuckerstückchen.
Dieser Widerspruch taucht in der Serie immer mal wieder auf: einmal mag Benjamin kein Fleisch, einmal schwärmt er von Steaks und Co.
In dieser Folge jedenfalls mag er Fleisch und so gehen Otto und er in ein neues Schnellrestaurant und dort erlebt man dann die Stelle, die ich als den größten Aufreger der Folge empfinde.
Die überarbeitete, zickige Bedienung will Benjamin des Lokals verweisen, doch da hat sie nicht mit Großkotz Otto gerechnet, der eiskalt nach dem Geschäftsführer verlangt.
Mal ganz ehrlich, ein 10jähriger Junge, der solchermaßen aufbegehrt? Wenn sich das die kleinen Hörer abgucken, na dann prost Mahlzeit! Kurz darauf jedenfalls wird beschlossen, im Zoo ein Restaurant zu eröffnen, Benjamin will dort kochen und natürlich viel freundlicher zu seinen Gästen sein.
Ab hier bekommt man eine wirklich sehr schöne Folge, mit dem typischen Charme der frühen Benjamin-Folgen zu hören. Einmal von einer Idee begeistert, stürzt Benjamin sich wie gewohnt in die Vorbereitungen und dabei geht es hoch her.
Hier gibt es ein paar sehr lustige Stellen, beispielsweise als die über ein Inserat erworbenen Möbel ankommen und sich als als Schrotthaufen entpuppen und ganz besonders die Szene beim Fleischer, als dieser seine Fleischsorten aufzählt: „Vom Schwein, vom Rind, vom Kalb, vom Lamm, vom Huhn, vom Elef…“  Makaber, aber lustig!
Wie nicht anders zu erwarten, wird das Lokal im Zoo ein riesiger Erfolg und man denkt, damit könnte die Folge eigentlich doch zu Ende gehen. Aber dann droht das Unternehmen an Benjamins weichem Herzen zu scheitern, hier wird es dann noch einmal spannend bis zum Friede-Freude-Eierkuchen-Ende.

Als zickige Bedienung im Schnellrestaurant ist Eva-Maria Werth zu hören, die in zahlreichen anderen Benjamin-Folgen dabei ist, dort meist in kleineren Nebenrollen, sehr oft auch als unbenannte Person in einer Menschenmenge. Ihre markante Stimme hört man überall heraus, und auch in Benjamin als Koch weiß sie in ihrer Rolle zu überzeugen.
Mit Otto Czarski ist ein weiteres Kiosk-Original mit von der Partie. Er spricht den Verkäufer in der Fleischerei mit einem zum Totlachen trockenen Ton.
Die Frau, dem Benjamin es schließlich verdankt, dass sein Restaurant doch nicht den Bach runtergeht, ist Gerda Glotz vom Fernsehen, gesprochen von Maria Axt.
Genau wie als Gesangslehrerin Frau Diva in Bibi Blocksberg – Die verhexte Hitparade, wird sie auch in dieser Benjamin-Folge als sehr stattliche Dame beschrieben, die man ihr auch sofort abnimmt.

Bei den Effekten hat mich die Szene im Schnellrestaurant schwer beeindruckt. Was man da im Hintergrund hört, das ist für die Verhältnisse der Serie schon sehr üppig. In dem Lokal muss es zu diesem Zeitpunkt so hoch her gehen wie bei einem Kindergeburtstag bei McDonald’s.
Ansonsten gibt es einige Küchengeräusche zu hören, einen LKW und am Ende und sehr lustig das Geräusch von Benjamins Tränen.

Auf dem Cover der Erstauflage sieht man Benjamin und Otto, wie sie in ihrem Lokal arbeiten und die Gäste bedienen, eben wie es der Handlung entspricht.
Das Cover der zweiten Auflage ist auffallend karg gehalten, vom Restaurant keine Spur. Und trotz der Kochmütze könnte man bei diesem Anblick auch meinen, Benjamin koche halt mal einen Tag in Herrn Tierliebs Küche für seine Freunde. Auf ein Lokal lässt hier nichts schließen.
Das ist auch bei der aktuellen Auflage so geblieben, allerdings ins andere Extrem. Wo kocht Benjamin denn da? War das Affenhaus aus Steinen gemauert wie eine mittelalterliche Burg? Wohl kaum! Vielleicht ist es ja die Kulisse des Fernsehstudios.

Fazit:   Abgesehen von den eingangs erwähnten Schwächen haben wir hier eine der schönsten Folgen der Serien. Da bekommt doch sofort Lust, selber einen Hamburger essen zu gehen, oder die Spaghetti á la Benjamin nachzukochen. Viel Spaß!

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