Benjamin Blümchen (35) – …hat Zahnweh

Titel: Benjamin Blümchen (35) – …hat Zahnweh  / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 40 min  / Sprecher:   Edgar Ott, K. Primel, Till Hagen, Gisela Fritsch, Friedrich Bauschulte, Joachim Pukaß u.A.

Inhalt: Nanu, warum guckt Benjamin denn so komisch? Und jetzt springt er auf und beginnt wie ein Wilder herumzulaufen, auf und ab! Und jetzt hüpft er sogar über die Wiese, wackelt mit dem Rüssel hin und her und jault in den schrecklichsten Tönen. Hat er Bauchweh, oder sogar vielleicht Zahnschmerzen? Oh, oh! Bestimmt hat er zu viele Zuckerstückchen gegessen! Wer kann ihm da wohl helfen?


Eigentlich ist diese Folge nur eine logische Konsequenz aus Benjamins Ernährungsgewohnheiten. Immerhin weiß man bis hierher schon seit 34 Folgen, dass er am liebsten Zuckerstückchen verputzt und dass die nicht gut für die Zähne sind, das weiß wohl jeder. Aber man wurde ja stets damit vertröstet, dass Elefantenzähne das problemlos verkraften.
Wohl um den kleinen Hörern zu verdeutlichen, dass kein Gebiss es lange klaglos hinnimmt, wenn es nur Süßes zum Zerkauen bekommt, muss Benjamin nun also diese schmerzhafte Erfahrung machen.
Und schmerzhaft ist sie eindeutig, so brüllt und jammert und heult er herum. Für Erwachsene ist das akustisch nur schwer auszuhalten, Kindern dürfte dieses Gebaren -wenn sie bisher noch keine Erfahrung mit Zahnschmerzen haben- nächtelang Albträume darüber bereiten.
Benjamin wird ja im Laufe der Folge dann von einem „Zahnarzt“ behandelt und auch diese Behandlung mit so beeindruckenden Werkzeugen wie Schlagbohrmaschinen, Maurerkellen und Staubsaugern dürfte nicht unbedingt für Sympathiegefühle einem Zahnarzt gegenüber sorgen.
Der pädagogische Aspekt dieser Folge ist also differenziert zu betrachten.

Klar, Kinder müssen wissen, dass Süßigkeiten den Zähnen schaden, dass man davon Löcher bekommen kann, die auch wehtun, dass man dann zum Zahnarzt muss und dass man sich regelmäßig die Zähne putzen muss. Ich sehe auch ein, dass Kinder vielleicht eher auf „Vorbilder“ bzw „Helden“ wie Benjamin hören als auf ihre Eltern.
Aber doch nicht so! Da bekommt man ja selbst als Erwachsener noch Angst vor Zahnschmerzen. Der Schmerz hätte ruhig etwas weniger eindrucksvoll dargestellt werden können.
Ich habe allerdings auch festgestellt, dass ich die Folge trotz des lautstarken Geplärres inzwischen recht gerne höre, denn spätestens bei Benjamins Eintreffen im Fernsehstudio, wo die Zahnbehandlung letztlich vor laufender Kamera durchgeführt wird, geht es schon wieder zum Totlachen komisch zu. Man muss halt nur Benjamins Geschrei ausblenden können, dann kann man den Rest richtig genießen.

Obwohl ich sonst eher selten etwas zu den Leistungen der Sprecher von Benjamin, Otto, Karla, Karl oder Herrn Tierlieb schreibe, weil sie immer gleich gut sind, möchte ich wenigstens Edgar Ott an dieser Stelle nachträglich meinen Respekt aussprechen: ja, er bringt Benjamins Schmerz gruselig glaubhaft rüber. Ich hätte ihn beim Einsprechen dieser Folge gerne am Mikro erlebt.
Als Dr. Muffel hören wir Friedrich Bauschulte und er vermittelt einem wunderbar den Eindruck eines etwas kauzigen, älteren Arztes mit listigem Augenzwinkern.

Was die Effekte in der Folge angeht, hat man an den richtigen Stellen gespart. So klingt besagte Schlagbohrmaschine doch etwas dünn, aber wenn man dafür das wahre Geräusch eines solchen Gerätes beim Anbohren einer Steinwand genommen hätte, wäre jeder Hörer schreiend aus dem Raum gelaufen. Dafür klingen die „sanfteren“ Maschinen wie der Föhn und der Staubsauger wieder sehr echt und angenehm.

Zur Coverentwicklung kann man sagen, dass es seit Anfang an vermieden wurde, die Bilder allzu furchteinflößend wirken zu lassen. Immerhin etwas.
Auf dem Cover der Erstauflage weint Benjamin noch und selbst das wurde dann in den nächsten Auflagen weggelassen, da sieht er nur noch sehr bedauernswert aus.
Dr. Muffel ist auf dem Cover der zweiten Auflage am besten getroffen, genauso stellt man ihn sich bei Hören vor.

Fazit:   Diese Folge ist mit Vorsicht zu genießen, insbesondere wenn sie Kindern zu Ohren kommen soll. Erwachsene mit Zahnarzt-Phobie werden sich ebenfalls gruseln.
Wer aber höchstens ein normal ängstliches Gefühl beim Gedanken an den Zahn-Klempner verspürt, der wird sogar über manche Stelle noch lachen können.

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