Benjamin Blümchen (63) – Der Computer

Titel:   Benjamin Blümchen (63) – Der Computer  / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 40 min  / Sprecher:   Edgar Ott, K. Primel, Till Hagen, Gisela Fritsch, Heinz Giese, Wilfried Herbst, Klaus Miedel u.A.

Inhalt:  Zuckerstückchen wollen Benjamin und Otto kaufen, aber Herr Süß hat keine bestellt.
„Nur Menschen machen solche Fehler!“ jammert er. „Ein Computer irrt sich nie!“
„Wenn das so ist“, überlegt Benjamin, „braucht unser Zoo einen Computer für die Futterbestellung.“
Und sofort geht er einen kaufen.


Benjamin Blümchen – Der Computer… Wow! Neustadts sprechender Elefant goes Hi-Tech…das jedenfalls könnte man bei diesem Titel glauben.
Doch Vorsicht! Die Folge ist immerhin schon schlappe 19 Jahre alt und was man damals für die ultimative Computertechnologie hielt, das ringt uns heute bestenfalls noch ein müdes Grinsen ab.
Diese Folge muss / kann man also von zwei Seiten sehen.
Die ganz Kleinen haben bestimmt ihren Spaß daran, wie verrückt der Bürgermeister aufs Computerspielen ist und wie Benjamin LKWweise Futter ordert.
Etwas ältere Kids, die bereits Erfahrung mit PCs haben und das Internet kennen, werden sich fragen, wieso ausgerechnet das kein Thema ist und es stattdessen nur um Futterbestellungen und Flugsimulatoren geht.
Als Erwachsener mit einem Hauch Ahnung von heutiger Computertechnik allerdings, liegt man schon nach Schmeichlers erstem Satz vor Lachen unterm Tisch…falls man dort noch nicht gelandet ist als Zuckerstückchenhändler Süß verzweifelt ausrief: „Nicht schon wieder! Syntax error!“
Karla, stolzes Mitglied des Computer-Fanclubs, trägt zusätzlich zum Unterhaltungswert der Folge bei.
Eine moralische Botschaft wie sie sonst bei Benjamin üblich ist, sucht man hier vergebens. Höchstens, dass man auch mal auf Kinder (in diesem Falle Otto) hören sollte.
Trotzdem gehört Folge 63 zu den Highlights in dieser Folgenhöhe.
Ich empfehle allen halbwegs computerinteressierten Erwachsenen, sich diese Folge mal zu Gemüte zu führen.
Es ist genial!

Bei den Sprechern treffen wir Klaus Miedel alias Schmeichler wieder und es ist gut, dass der Sprecher nicht gewechselt wurde. Miedels Stimme klingt genauso klebrig anbiedernd und unehrlich wie es die Rolle verlangt.
Sehr gut hat mir auch der Sprecher des Futtermittelhändlers gefallen, der im Cover leider nicht erwähnt wird. Es ist zum Totlachen wie er mit seinem vollen LKW da steht und sein Geld haben möchte und niemand nimmt im allgemeinen Trubel Notiz von ihm.

Zur Musik ist weiter nichts zu sagen, sie beschränkt sich auf das Titellied.
Dafür sind die Geräusche der Computer erwähnenswert: da ist vom kläglichen Piepsen (das auch von einer Mikrowelle stammen könnte) bis zum altertümlichen Rattern eines Nadeldruckers alles mit dabei, was Erinnerungen weckt und einen grinsen lässt.

Was die Entwicklung beim Cover angeht, so fällt auf, dass die Leute darauf weit begeisterter dreinschauen als sie es im Hörspiel wirklich sind.
Daher kommt die aktuelle Auflage dem Hörspiel noch am nächsten, denn Benjamin, Karla und der Bürgermeister sind ja wirklich Computer-Fans, während Otto und Herr Tierlieb für dieses Gerät rein gar nichts übrig haben
Fazit:   Zur Erstveröffentlichung 1990 war die im Hörspiel dargestellte Computertechnologie sicher mit das Neueste vom Neuen.
Aus heutiger Sicht ist das schier zum Kaputtlachen.
Daher empfehle ich die Folge auch eher erwachsenen Hörern. Kinder werden zwar auch ihre Freude daran haben, aber die unglaubliche Komik werden sie eher nicht erfassen.

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