Bibi Blocksberg (06) – Die Kuh im Schlafzimmer

Titel: Bibi Blocksberg (06) – Die Kuh im Schlafzimmer / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 33 min / Sprecher: Susanna Bonasewicz, Hallgerd Bruckhaus, Guido Weber, Frank Schaff-Langhans, Alexander Herzog, Manfred  Schuster, Norbert Geschert u.A.

Inhalt:   Vater Blocksberg will das stinkende Zeugs aus Mutters Hexenküche nicht mehr essen. Auch Pommes Frites und Ketchup findet er ganz schlecht. Er möchte zukünftig richtig gesund essen: leckere Eier, frische Landmilch und richtig schönen Schweinebraten. Man müsste alles selber züchten. Doch in der Stadt ist das nicht möglich. Oder doch?


Für viele Fans ist diese Folge der Klassiker der Serie schlechthin.
Aufhänger für die Handlung und den Streit in der Familie ist wie so oft Barbara Blocksbergs hexische Kochkunst.
Den Fraß will ausser ihr niemand essen, aber wirklich einig darüber, wie gutes Essen aussieht, sind sich die drei restlichen Blocksbergs auch nicht.
Dennoch kommen sie alle recht schnell zum Schluss, dass es am besten wäre, Obst und Gemüse selber anzubauen und dass auch die Haltung von einigen Nutztieren nicht schlecht wäre.
Und damit beginnt das Chaos, denn was die Blocksbergs sich einmal in den Kopf gesetzt haben, das ziehen sie auch erbarmungslos durch…und gehen damit vom Schlachter, über den Bauern bis hin zur Nachbarschaft jedem schwer auf den Geist.
Die Kuh im Schlafzimmer ist tatsächlich die einzige Folge, die vom ersten bis zum letzten Satz zum Brüllen komisch ist.
Ganz egal, ob man hört wie die Familie ihren Bio-Bauernhof im Hochhaus einrichtet, oder ob es die unzähligen Kabbeleien zwischen den Eltern, Bibi und Boris sind, da jagt ein lustiger Spruch den anderen.
Mein Favorit hier ist die Szene in der Metzgerei, in der Bernhard und Bibi ein Kuh von handlicher Größe erwerben wollen. Das muss man gehört haben!
Zudem wurde bei den ersten Folgen scheinbar noch nicht auf besonders kinderfreundliche Ausdrucksweise geachtet, da findet man auch mal Aussprüche wie „Aber der Riegel, der schmeckte vielleicht zum Kotzen!“ oder „Bibi ist schon wieder schweinsgemein zu mir!“ oder von Bernhard über seinen Sohn: „Barbara, sperr den Jungen doch bitte irgendwo ein, oder stopf ihn mit Pommes Frites voll damit er endlich still ist!“
Pädagogisch gesehen würde ich die Folge mal absolut wertlos einstufen. Nicht nur wegen der „Kraftausdrücke“ (die heutige Kinder aber sicher verschmerzen können), sondern auch weil der eigentlich gute Ansatz über gesunde Ernährung im allgemeinen Chaos völlig untergeht.
Dafür ist der Unterhaltungswert der Folge schlichtweg unschlagbar.
Den vollen Umfang der Komik -vor allem in den Dialogen- werden allerdings nur Erwachsene richtig erfassen.
Für Kinder dagegen ist bestimmt die Geschichte an sich das Lustigste.

Diese Folge gab es schon in der Vorläufer-Serie der Bibi Blocksberg – Reihe, die unter dem Titel Eene Meene Hexerei erschien.
Entsprechend gibt es weder in der Eene-Meene-Version, noch in der ersten Auflage unter dem Titel Bibi Blocksberg das Bibi Blocksberg-Lied.
Stattdessen hört man zu Beginn der Folge, aber auch zwischen einigen Szenen und am Ende eine recht ungewöhnliche, aber lustige Melodie mit Ohrwurm-Potenzial.
Die Effekte sind auf dem gewohnten Niveau der Serie und können sich hören lassen.

Da Familie Blocksberg wie gewohnt von Hallgerd Bruckhaus (Barbara), Guido Weber (Bernhard), Susanna Bonasewicz (Bibi) und Frank Schaff-Langhans (Boris) gesprochen wird und ebenfalls wie üblich eine klasse Leistung abliefern, möchte ich an dieser Stelle mehr auf die Sprecher der Nebenrollen eingehen, ohne die diese Folge nicht das wäre, was sie ist.
Da ist zunächst Alexander Herzog, der dem Schlachter seine Stimme leiht. Konfrontiert mit dem Wunsch nach einer kompletten, lebendigen Kuh, hört man ihm Silbe für Silbe an, wie sich seine Laune von freundlicher Hilfsbereitschaft, über zähneknirschende Geduld bis hin zum Ausraster entwickelt.
Dann ist unbedingt Manfred Schuster zu erwähnen, der den Bauern spricht, bei dem die Blocksberg ihre Zenzi kaufen. Ich weiß nicht, ob sein Dialekt nun bayerisch oder vielleicht auch österreichisch ist, aber er reizt ihn bis zum Letzten aus, einen Satz habe ich im kompletten letzten Vierteljahrhundert noch nicht richtig verstanden, jedenfalls nicht wörtlich, nur sinngemäß.
Sehr niedlich spricht Norbert Gescher seine Rolle als Polizist, dem die Blocksbergs mit ihrer fliegenden Kuh begegnen.

Auf dem Cover der Eene Meene – Folge ist die komplette Familie Blocksberg zu sehen, in den folgenden Auflagen blieb davon nur Bibi übrig, zusammen mit Zenzi im Schlafzimmer.
Bei dieser Folge entspricht das Covermotiv absolut dem Titel der Folge:
Als völlig daneben gegangen empfinde ich die Darstellung von Zenzi auf dem zweiten Cover von rechts. Dieses Tier sieht nun wirklich nach allem aus, aber nicht nach einer Kuh.
Scheinbar ist das auch den Leuten aufgefallen, die das Layout für die Serie machen, denn in der aktuellen Auflage ist Zenzi wieder eindeutig als Kuh zu erkennen.

Fazit:   Die Empfehlung der Serie! Unbedingt anhören!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: