Bibi Blocksberg (07) – …heilt den Bürgermeister

Titel: Bibi Blocksberg (07) – …heilt den Bürgermeister / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 32 min / Sprecher: Susanna Bonasewicz, Hallgerd Bruckhaus, Guido Weber, Frank Schaff-Langhans, Gisela Fritsch, Heinz Giese, Wilfried Herbst

Inhalt: Der Bürgermeister hat heute „Tag der offenen Tür“ und will eine Rede halten. Doch was ist das? Er redet ja nur dummes Zeug. Es geht ihm wohl fürchterlich schlecht. Kein Wunder, beim Empfang des Botschafters hat er viel zu viel gegessen. Bibi Blocksberg tut er unheimlich leid, und sie hext ihn einfach gesund. Doch das hätte sie besser nicht getan.


Die Folge Bibi heilt den Bürgermeister ist bei genauerer Betrachtung wohl die interessanteste unter den Folgen, die noch zur Vorläufer-Serie Eene meene Hexerei erschienen.
Zum einen ist es die letzte Folge, in der Bibis Bruder Boris dabei ist und es deutet sich nicht mal an, dass es sein letzter Auftritt sein wird. Offenbar war man sich damals bei Kiosk darüber noch unschlüssig.
Dann fällt auf, dass der Bürgermeister Bibi scheinbar überhaupt nicht kennt. Dabei sind die beiden ja schon in Bibi und die Zauberlimonade aufeinander getroffen. Schon merkwürdig.
Überhaupt scheint niemand die Blocksbergs bereits zu kennen. Dabei haben sie beim Hochhausbrand die Kinder gerettet, die Rüsselitis ging durch das Radio, ebenso die Grünitis, sie hatten die Polizei im Haus als anfingen im Hochhaus zu gärtnern und Bibi hat zusammen mit Hasso einen Bankraub aufgeklärt. Und dann kennt man sie noch nicht?!
Ebenso merkwürdig ist, dass Karla Kolumna, die in dieser Folge zum ersten Mal eine Rolle hat, zu diesem Zeitpunkt noch gut Freund mit dem Bürgermeister ist, denn sie schimpft Bibi aus als diese sich weigert Gesundheitsministerin zu werden. Aber immerhin kennt Bibi die Reporterin und zwar von -man höre und staune- den Benjamin Blümchen – Kassetten. Da hat man schön Schleichwerbung für den sprechenden Elefanten gemacht.
Weiterhin gibt es Sekretär Pichler noch nicht, des Bürgermeisters Handlanger wird „Meyer Zwo“ genannt, was ich eigentlich noch lustiger finde als das spätere „Pichler“.
Überhaupt ist der Humor in dieser Folge -wie bei den vorigen Folgen ebenfalls- wieder mal unschlagbar. Er kommt bissig und oft sehr hintergründig daher, Boris hat wieder eine Menge rotzfrecher Sprüche auf Lager, es wird gestritten und geflucht und selbst solche Kleinigkeiten wie eine Radiodurchsage sind zum Brüllen komisch.

Auf der Sprecherliste findet man das Urgestein der Bibi-Sprecher. Heinz Giese (Bürgermeister) und Gisela Fritsch (Karla Kolumna) klingen hier noch auffallend jung, was einem deutlich vor Augen führt, wie viele Jahre mittlerweile seit Start der Serie vergangen sind.
In der Nebenrolle des Herrn Hastig -ein journalistischer Konkurrent von Karla- ist Wilfried Herbst zu hören, der spätere Pichler.

Besonders ein Effekt hat es mir bei dieser Folge angetan: der Gongschlag im Radio.
Der Radiosprecher kündigt groß an: „Beim Gongschlag ist es 14 Uhr!“ und das Geräusch danach klingt in etwa so als würde jemand mit einem Schlegel auf den Deckel eines Blecheimers einschlagen, „plöch“. Klanglich meilenweit von einem richtigen Gong entfernt.

Ich frage mich immer wieder, ob das absichtlich so gemacht wurde, dass man also einen volltönenden Gongschlag erwartet und dann ein klägliches Plöch zu hören bekommt, oder ob man im Soundarchiv einfach keinen Gongschlag parat hatte.
Wie auch immer, dieses Plöch ist das einzig wahre Geräusch für den Radiogong, ein anderes Geräusch möchte ich an dieser Stelle gar nicht hören. Glücklicherweise wurde es auch in den folgenden Auflagen nicht ausgetauscht.

Die Coverentwicklung ist ebenfalls ganz interessant. Das der Eene Meene – Auflage und das der aktuellen Auflage ähneln sich sehr und passen auch am besten zur Geschichte.
Dazwischen hat man es mit zwei anderen Motiven versucht. Das der Erstauflage habe ich nie verstanden, es macht nicht mal im Geringsten deutlich um was es in der Folge geht.
Bei der mittleren Auflage hat man eine ganz andere Szene gewählt, nämlich Bibis „Rettung“ durch ihre Mutter.
Beides hat sich offenbar nicht durchgesetzt, so dass man schließlich quasi zu den Anfängen des Covers zurückfand.
Das war auch die beste Entscheidung, wie ich finde.

Fazit:   Ich kann diese Folge nur empfehlen. Es ist die letzte mit dem unvergleichlichen Charme der ersten sieben Folgen der Reihe, die letzte mit diesem wunderbaren Humor, an dem man auch als Erwachsener noch seinen Spaß haben wird, die letzte, in der wir Boris erleben dürfen… Ab Folge 8 geht der Serie also so vieles verloren, dass man Bibi heilt den Bürgermeister unbedingt noch mal so richtig genießen sollte.

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