Bibi Blocksberg (13) – Ein verhexter Sonntag

Titel: Bibi Blocksberg (13) – Ein verhexter Sonntag / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 33 min / Sprecher: Susanna Bonasewicz, Hallgerd Bruckhaus, Guido Weber, Frank Schaff-Langhans, Manfred  Schuster, Otto Czarski u.A.

Inhalt:   Es ist Sonntag. Bibi Blocksberg, unsere kleine Hexe, müsste eigentlich Mathe lernen. Aber dazu hat sie überhaupt keine Lust. Ein richtiges Sieben-Tage-Regenwetter-Gesicht macht sie. Nichts kann sie fröhlich stimmen; schon gar nicht der Besuch bei Tante Paula. Auch im Kino findet es Bibi langweilig. „Ein richtiger verhexter Sonntag“, denkt sie. Und dann macht sie etwas ganz Verrücktes.


Diese Folge teilt sich für mich in drei Teile auf.
Ich kann Bibis Unmut am Anfang gut nachvollziehen und denke, es wird auch vielen Kindern so gehen. Den meisten wird Mathe ein Greuel sein, die meisten werden keinen Bock drauf haben, am Sonntagmorgen früh aufzustehen, mit den Eltern spazieren zu gehen und gar noch Verwandtschaft zu besuchen.
Und sicher macht es auch Sinn, Kindern zu zeigen, dass es nicht nur ihnen so geht, sondern sogar „Helden“ wie Bibi Blocksberg solche Tage kennen. Das erleichtert die Identifizierung mit der kleinen Hexe.
Dennoch empfinde ich Bibis Gezicke und ihre Lustlosigkeit auf Dauer als nervig, das ist eben nicht die lustige, fröhliche Bibi aus den anderen Folgen, die so oft Streiche spielt.
Vor allem aber stoße ich mich daran, wie Bibi ihre Eltern anbrüllt. Für viele Kinder ist Bibi eine Art Vorbild. Sollen diese Kinder hier etwa lernen, dass man seine Eltern anschreien darf?
Doch wen man die ersten rund zehn Minuten des Hörspiels überstanden hat, dann wird die Folge auch gleich wieder um einiges lustiger. Bibis Streit mit dem Nachbarn macht Spaß und auch über den Besuch bei der schrecklichen Tante kann ich mich immer wieder amüsieren, hier gibt es so manchen lustigen Spruch zu hören. Allerdings treibt Bibi es dort mit ihren Streichen so bunt, dass die Eltern ihr kurzerhand etwas Geld in die Hand drücken und sie quasi vor die Tür setzen. Dass Bibi für ihr Benehmen auch noch mit Geld und Kino belohnt wird, halte ich erstens für sehr bedenklich was die pädagogische Botschaft anbetrifft, die dabei rüberkommt, und zweitens läutet dieses Rauswurf den nach meinem Empfinden dritten Teil der Geschichte ein, den Kinobesuch.
Für mich ist dieser die fürchterlichste Stelle der Geschichte. Möglich, dass Fünfjährige sich über sinnlose Dialoge in einem Western und fliegende Sahnetorten totlachen können, ältere Hörer dürften diese Szenen dagegen mächtig albern finden.
Am Ende wir dann jedoch alles wieder gut, wie man das eben von den Bibi-Hörspielen kennt. Da ist Bibi wieder genau die lustige Hexe, die man so sehr mag.

Tilly Lauenstein spricht die Tante Paula mit einem ausgesprochen gelungenen vornehmen Ton. Man kann sich die Dame inmitten ihrer kitschigen Sammeltassen und den mit Schonbezügen bezogenen Sofas und Sesseln richtig vorstellen.
Nachbar Berlebeck wird von Erich Will gesprochen, den man in schon in der vorigen Folge „kennengelernt“ hat, da allerdings in der Rolle eines Müllmanns. Doch auch als böser Nachbar kann er überzeugen, man fährt schon zusammen als Bibi die Tür öffnet und er sofort losbrüllt.
Im Western sind noch Vera Müller, Ulli Gressieker und Gerd Holtenau zu hören. Letzterer ist in unzähligen Bibi- und auch Benjamin-Folgen mit von der Partie, die beiden anderen kennt man aus dem Hause Kiosk so gar nicht. Sonderlich bedauerlich finde ich das allerdings nicht, denn ihren Stimmen fehlt das Charakteristische, das sonst nahezu alle Sprecher dieses Verlages aufweisen.

Effekte sind wie üblich dünn gesät, aber man kann ihnen durchweg Glaubwürdigkeit bescheinigen. Allerdings weist auch in dieser Hinsicht die Kino-Szene ein -in meinen Augen- dickes Manko auf: das Gelächter des Publikums. Es klingt als säße man vor dem Fernseher und schaue eine Sitcom, fürchterlich. So wenig mir das im TV gefällt, so wenig mag ich es in diesem Hörspiel.

Bei den Covers ist die Erstauflage mein eindeutiger Favorit und das nicht nur, weil ich die Szene bei Tante Paula sehr mag, die Kino-Szene dagegen gar nicht. Mir gefällt das Cover einfach deshalb besser, weil es übersichtlicher, klarer ist. Die Covers der zweiten und aktuellen Auflage sehen wirr aus, hier hat man es mit den Details schon sehr übertrieben. Detailreichtum ist eben auch nicht immer von Vorteil. Gerade auf so kleinen Covers wie bei MCs. Das größere CD-Cover der Folge ist schon übersichtlicher.

Fazit:   Diese Folge ist trotz ihrer paar lustigen Stellen ein Tiefpunkt der Serie, den man sich am besten dann anhört, wenn man selber schlechte Laune hat. Dann findet man sich hier noch am ehesten wieder. Sehr ungewöhnlich für eine so frühe Folge passiert in dieser Geschichte fast gar nichts und Spannung will auch nicht aufkommen. Da wird mancher enttäuscht dreinschauen, der nur die sonst so fröhlichen Hörspiele der Serie kennt.

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