Bibi Blocksberg (27) – Die verhexte Hitparade

Titel: Bibi Blocksberg (27) – Die verhexte Hitparade / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 33 min / Sprecher: Susanna Bonasewicz, Hallgerd Bruckhaus, Guido Weber, Maria Axt, Has-Werner Bussinger, Joachim Pukaß, Ulli Herzog, u.A.

Inhalt:   Bibi Blocksberg kann es noch gar nicht fassen. Carlo Crawalli, der Schlagerproduzent, hat sie entdeckt: als Schlagersängeirn
Heute ist der große Tag. Bibi wird in der Hitparade auftreten. Aber das Lied, das sie singen soll, geht ihr echt gegen den Strich. Nun, Bibi Blocksberg wäre keine richtige Hexe, wenn ihr da nicht etwas Tolles einfallen würde.


Neustadt sucht den Superstar!
Scheinbar war es bereits in den 80ern so, dass eine Bühnenkarriere heiß begehrt war.
Aber wenigstens wird Bibi in dieser Folge noch ganz altmodisch auf der Straße entdeckt und nächtigt nicht vor einem Castingstudio um morgens die erste beim Vorsingen sein zu können.
Überhaupt geht Bibi ihre „Karriere“ sehr locker an, nimmt das alles nicht so richtig ernst und als es anfängt, ihr gegen den Strich zu gehen, da will sie am liebsten aussteigen.
Hier ist Papa Bernhard derjenige, der seine Tochter schon auf Operbühnen stehen sieht, und ihr Gesangsstunden aufdrängt.
Mama Barbara bleibt dagegen sehr bodenständig und hält zu ihrer Tochter.
Und zum Schluss macht Bibi sowieso genau das, wozu sieh Lust hat und landet damit einen Überraschungs-Hit.
Ich denke, das was Bibi in dieser Folge erlebt, das widerfährt so manchem Kind, das irgendwann mal versehentlich „Alle meine Entchen“ fehlerfrei singt.

Vielleicht taugt die Folge dazu, den erfolgsorientierten Eltern aufzuzeigen, dass es Kindern eher schadet als nutzt, wenn man sie vom Gesangsunterricht zur Ballettstunde karrt und auf dem Rückweg bei der Musikschule absetzt.
Der Ansatz dafür ist jedenfalls gegeben. Bibi sagt das schon sehr deutlich selber, nicht zuletzt auch in ihrem Lied aus der Hitparade.
Der Schlagerproduzent Carlo Crawalli und die Gesangslehrerin Frau Diva sorgen für den Humor, der in dieser Folge natürlich auch nicht zu kurz kommt. Als Bibi mit Carlo Crawalli durch das geschlossene Fenster fliegt und er heult, weil er sich in den Daumen geschnitten hat, das erinnert stark an die Komik der ersten Folgen der Serie. Und als Bibi die dicke Frau Diva in einem Frosch verhext, der die Tonleiter quakt, da muss man auch grinsen.
Mir hat Karla Kolumna in dieser Folge gefehlt. Bibi ein angehender Star…da hätte sie doch zumindest bei der Hitparade dabei sein müssen oder wenigstens später die Radioansage moderieren können. Schade, sie hätte gut in diese Folge gepasst.

Hans Werner Bussinger mimt den begeisterungsfähigen Schlagerproduzenten so überzeugend, dass man an mancher Stelle befürchtet, er könne bei einer weiteren gesungenen Zeile von Bibi einer Herzattacke zum Opfer fallen.
Maria Axt als Frau Diva habe ich gar nicht wiedererkannt. Sie spricht in zahlreichen Abenteuern von Bibi und Benjamin mit, hat da aber doch eine recht helle Stimme. In Die verhexte Hitparade hat sie eine sehr tiefe, voluminöse Stimme, die einem das Bild der dicken Gesangslehrerin vor Augen bringt. Ein ganz besonderes Lob gibt es dafür, dass sie diese Stimmlage sogar als quakender Frosch noch hinbekommt.

So, diese Folge beschäftigt sich ja nun hauptsächlich mit Musik, was also ist davon zu halten?
Susanna Bonasewizc ist also nicht nur eine tolle Synchronsprecherin, nein, singen kann sie ebenfalls. Sei es ihr „Hopse“ – Lied, oder später beim Vorsingen im Studio und beim Auftritt in der Hitparade, doch das kann sich wirklich hören lassen.
Carlo Crawallis Komposition „Mütterlein, Töchterlein“, die Bibi bei der Hitparade singen soll, erinnert mächtig an Heintjes „Mama“ und ich glaube nicht, dass das ein Zufall ist.
Das Lied, das Bibi dann schließlich wirklich bei ihrem Auftritt singt („Ich bleib immer ich“) dagegen ist musikalisch sowas von 80er-Jahre-Style, dass es praktisch aus dem Lautsprecher trieft.

Am Cover hat sich über die Auflagen hinweg wenig getan, alle zeigen Bibi beim Vorsingen im Studio, immer ist Herr Crawalli dabei, später dann auch Barbara und Bernhard.
Lediglich ein paar kleine Details haben sich geändert: das in ein Krokodil verhexte Mikro ist bereits in der zweiten Auflage (leider) verschwunden, die herumstehenden Instrumente sind moderner geworden und Crawalli hat sich vom schmierigen Schlagertypen zum bunten Pop-Fritzen gewandelt. Man ist eben mit der Zeit gegangen.

Fazit: Eine schöne und lustige Folge, die heute wohl aktueller ist denn je. Vielleicht sollte man sie mal allen Möchtergern-Stars zu hören geben, die sich Staffel für Staffel mit Freuden von Bohlen und Co. runtermachen lassen und das noch als große Chance ansehen.

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