Bibi Blocksberg (29) – Der neue Hexenbesen

Titel: Bibi Blocksberg (29) – Der neue Hexenbesen / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 33 min / Sprecher: Susanna Bonasewicz, Hallgerd Bruckhaus, Guido Weber, Maria Axt, Heinz Giese, Wilfried Herbst, Otto Czarski, Gisela Fritsch u.A.

Inhalt:   Der neue Hexenkatalog ist wirklich Spitze! Im Sonderangebot gibt’s den MX-5, einen Hexenbesen mit Düsenantrieb.
„Toll! Den muss ich haben“, sagt Bibi. Aber Vater Blocksberg ist dagegen. Heimlich bestellt Bibi den MX-5 doch. Klar, dass sie sofort zum Probeflug startet. Ach, Bibi, das hättest du besser nicht tun sollen!


Kommen wir heute mal wieder zu einer Bibi-Folge, die die Hörerschaft spaltet. Die einen lieben sie wegen ihres Humors, ihrer unglaublich lustigen Dialoge, andere greifen beim Geräusch von MX-5 zu Ohropax.
Aber der Reihe nach. Die Geschichte beginnt mit Bernhards Plänen für ein neues Auto (5-Gang scheint damals DIE Neuheit gewesen zu sein), aber natürlich hat auch Mutter Barbara Pläne für hexische Neuanschaffungen und die findet man im Hexenkatalog (vom „Verband freiberuflicher Hexen“). Genau dort entdeckt Bibi auch den Düsenbesen und für meinen Geschmack verhält sie sich nach dieser Entdeckung ziemlich untypisch für Bibi. Egal, was sie in anderen Folgen sonst haben wollte, sie hat sich dort nirgends so angehört wie hier, als ginge es bei einer Vierzehnjährigen um ein Ticket für Tokio Hotel. Die Eltern reagieren, wie alle vernünftigen Eltern reagieren sollten, sie sagen nein.
Doch wie erwähnt bestellt Bibi MX-5 heimlich, was mich schon erstaunt, hört man doch rund 20 Folgen später, den nächsten Besen bekämen Hexen erst mit 15 Jahren, als würden die Besen zugeteilt. Aber MX-5 kann einfach bestellt werden? Nun ja, als der Besen endlich da ist, startet Bibi natürlich sofort und merkt gleich in den ersten Minuten, dass sie dem Düsenjäger-Besen offenbar doch nicht gewachsen ist. Ab hier ist dann das Geräusch von MX-5 stetig im Hintergrund zu hören.
Vielleicht würde ich es auch als grässlich empfinden, aber über diesem Geräusch liegt spätestens als Bibi ins Radarfeld des Flughafens gerät, eine zum Totlachen komische Handlung mit noch komischeren Dialogen.
Natürlich ist Bibis Kamikaze-Flug von nun an eine Sensation und wen ruft so etwas sofort auf den Plan? Klar, Karla Kolumna, die zum Flughafen hetzt. Ihr zur Seite stehen der Bürgermeister, ein paar Stadträte, Brandrat Lichterloh und der gestresste Bernhard Blocksberg. Und damit sind alle angetreten, die einfach nicht in einer Folge zusammentreffen können, ohne dass man sich dabei kaputtlacht. So ist es natürlich in in Der neue Hexenbesen. Kinder werden mit einigen Sprüchen und Seitenhieben wenig anfangen können, für erwachsene Hörer sind sie umso köstlicher.

Entsprechend trifft man hier auch die liebgewonnenen Sprecher Heinz Giese als Bürgermeister und Gisela Fritsch als Karla Kolumna, die beiden sind in dieser Folge in Höchstform und überaus schlagfertig.
Unbedingt erwähnenswert ist auch Thomas Keck in der Rolle eines Nachbarn, dem Bibi mit MX-5 das Gewächshaus demoliert hat. Er spricht den Nachbarn so glaubhaft cholerisch, dass man sich ihn sofort vorstellen kann, wie er mit der Rechnung am Flughafen auftaucht und Bernhard rund macht.
Otto Czarski kennt man eher aus Folgen von Benjamin Blümchen, in Bibi Blocksberg ist er seltener mit von der Partie. Hier spricht er den schaumteppichverliebten Brandrat Lichterloh, den man bei dieser Darbietung einfach liebhaben muss.
Verblüfft hat es mich, dass Wilfried Herbst den Angestellten im Tower spricht. Er hört sich so gar nicht nach Pichler an und es liegt der Verdacht nahe, dass er seine Stimme für die Rolle des Sekretärs sehr verstellt.

Natürlich ist, was Effekte anlangt, das Geräusch von MX-5 das Wichtigste. Ich stelle mir dabei immer vor, wie man das aufgenommen hat. Es klingt als hätte da jemand mit einem laufenden Staubsauger im Studio gesessen und immer mal wieder den Watt-Regler rauf- oder runtergedreht. Sehr lustig, diese Vorstellung, aber kreativ!

Zu den Cover-Versionen bleibt nicht viel zu sagen. Das Gebilde auf dem Cover der Erstauflage hätte ich gar nicht als Besen erkannt, wenn der Stiel nicht gewesen wäre. Vorn herum sieht er aus wie ein Mofa-Sitz, hinten wie Libellchen (aus Bernhard & Bianca) im Batman-Umhang und mit nur einem Fühler. Auf den folgenden Cover-Varianten ist von der Besen-Optik nicht mal mehr der Stiel geblieben. Dafür erinnert MX-5 mich hier verdächtig an Mathilde Dosenfänger aus Dr. Snuggles (ein Bild zum Vergleich habe ich mal eingefügt). Ansonsten ist zwischen der mittleren Auflage und der aktuellen Auflage lediglich der Hintergrund etwas detailreicher dargestellt.

Fazit:  Augen zu (nicht die Ohren!!!) und durch, es lohnt sich! Diese Folge bietet weit mehr als nur das Staubsauger-Geräusch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: