Bibi Blocksberg (33) – Bibi als Babysitter

Titel: Bibi Blocksberg (33) – Bibi als Babysitter / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 33 min / Sprecher: Susanna Bonasewicz, Hallgerd Bruckhaus, Guido Weber, Edeltraut Elsner, Gisela Fritsch, Ulli Herzog u.A.

Inhalt:   „Die Zwillinge von Frau Schaller sind ja so süß!“ findet Bibi und freut sich, die beiden für einige Tage hüten zu können. Doch als sie mit den beiden alleine ist, geht das Theater los: die Babies schreien und nörgeln, bis Bibi völlig entnervt ist.
„Nein, Bibi, du darfst jetzt nicht hexen“, sagt sie zu sich. -Aber wird sie sich auch daran halten?


Die Folge beginnt -wie Bernhard es ausdrückt- mit der „Erhöhung von Bibis Bezügen“. Und Verhandlungen um Geld nehmen ja selten mal ein gutes Ende, Bibi als Babysitter ist dafür ein abschreckendes Beispiel.
Zunächst mal (und ich weiß, die ganze Serie ist ziemlich an der Realität vorbei): wie wahrscheinlich ist es, dass eine Dreizehnjährige zwei neun Monate alte Babys über’s Wochenende hinweg hüten darf, dass die Eltern es erlauben und die Mami der Babys dieser Dreizehnjährigen ihre Kinder „bedenkenlos anvertraut“ (O-Ton Frau Schaller).
Aber nun, nehmen wir das mal hin und wenden uns dem Verlauf der restlichen Geschichte zu.
Zunächst sind die Kleinen friedlich, aber dann geht es schließlich los, das Geplärre, das man sich über die komplette erste Hälfte des Hörspiels anhören darf. Ganz unabhängig davon, ob man Babys nun mag oder auch nicht, das zerrt schon nach wenigen Minuten massiv an den Nerven.
Da kann man es dann nur zu gut nachvollziehen, dass Bibi sie älter hext und gleich ihr hofft man, dass es damit besser wird.
Mitnichten!
Denn statt brüllenden Babys hat Bibi nun bald zwei neunmalkluge und rotzfreche halbwüchsige Bengel im Wohnzimmer stehen, mit denen man heutzutage flugs einen Termin bei den Super-Mamis bekäme.
Nein, das ist nun auch nicht besser als die schreienden Babys.

Dafür wird es aber nun wenigstens schadenfroh lustig als Micky und Dicky sich aus dem Staub machen, beim Schwarzfahren erwischt werden und danach -um an Geld zu kommen- einer alten Dame auf die Pelle rücken, die sofort die Polizei holt.
Am Ende wird dann natürlich alles wieder gut, klar, aber wie sagt Bibi so treffend?
„Weißt du, Kartoffelbrei? Babysitten, nee danke! Diese kleinen Micky- und Dicky-Monster…davon habe ich erstmal genug!“
Stimmt, weitere Folgen dieser Art wären für manchen Hörer sicher der Todesstoß an der Serie gewesen.

Die Rollen der Zwillinge teilen sich nicht nur je zwei Sprecher (einmal fürs Kleinkindalter, einmal fürs Jugendalter), nein, sie werden sogar beide einmal von einer Sprecherin und einmal von einem Sprecher gesprochen. Bei Micky sind das Sabine Jäger und Wolfgang Ziffer, bei Dicky Ingeborg Wellmann und Markus Jahn. Insgesamt ist das aber eine gute Entscheidung gewesen, denn so klingen die in beiden Altersstufen glaubhaft.
Ihre Mutter wird von Edeltraud Elsner gesprochen, liebevoll zwar, aber irgendwo eben auch sehr sorglos als sie Bibi die Kleinen überlässt.

Das Baby-Geschrei ist schier grässlich und klingt überhaupt nicht nach echtem Babyschreien, wirklich nicht. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Folge wesentlich erträglicher geworden wäre, wenn man sich da an echtes Schreien gehalten hätte, selbst wenn es nur eine wenige Sekunden lange, sich immer wiederholende Sequenz gewesen wäre.

Das Cover zeigt in allen Auflagen das gleiche Bild: Bibi in ihrer schwersten Stunde. Allerdings scheinen Micky und Dicky von Auflage zu Auflage um ein bis zwei Jahre gealtert zu sein.
Alle drei Cover hintereinander wirken beinahe wie ein Daumenkino mit den Ereignissen der Folge. Bibi glücklich mit den schlafenden Babys, Bibi mit den brüllenden Eineinhalbjährigen, Bibi mit den tobenden Dreijährigen.

Fazit:   Für Kinder vielleicht gut zu ertragen, für erwachsene Hörer aber eine akustische Zerreißprobe. Und ganz sicher keine Folge, die einem einen Babysitterjob schmackhaft macht. Babygeschrei mag dabei ja normal sein, aber hier wurde maßlos übertrieben.

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