Bibi Blocksberg (94) – Die verhexte Zeitreise

Titel: Bibi Blocksberg (94) – Die verhexte Zeitreise / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 38 min / Sprecher: Susanna Bonasewicz, Gerrit Schmidt-Foß, Wilfried Herbst, Roland Hemmo, Helga Sasse, Jan Spitzer, S. Philipp

Inhalt:   Bibi und Flori sollen einen Aufsatz über die Geschichte Neustadts schreiben. Dabei finden sie in der Bibliothek die Gründungsurkunde der Stadt. Doch die Jahreszahl dort stimmt nicht mit der auf dem Stadttor überein. Warum? Um das zu klären, gehen Bibi und Florian mit Karla Kolumna und Herrn Pichler auf eine Zeitreise ins Neustadt vor 500 Jahren.


Es ist leider Tatsache, dass man als Fan der ersten Stunde an neue Hörspiele dieser Serie mit einer gehörigen Portion Skepsis herangeht. Da hat auch Die verhexte Zeitreise keine Ausnahme gemacht. Umso überraschter bin ich, dass sich die CD nun tatsächlich schon zum dritten Mal in meinem Player dreht. Wollen wir mal schauen, wieso.
Zunächst zum größten Pluspunkt, den die Folge bei mir sammeln konnte: Karla Kolumna ist fast von Anfang an mit dabei. Gemeinsam mit Sekretär Pichler begleitet sie Bibi und Flori auf der Reise durch die Zeit. Und auch das gefällt mir, dass Pichler eine so wichtige Rolle hat, er ist so ein sympathischer Charakter, der viel zu oft viel zu kurz kommt unter der Fuchtel seines Chefs.  Karla und er sind und bleiben ein absolutes Dreamteam, was sie ja bereits in Folge 46 Karla gibt nicht auf bewiesen haben.
Flori ist -wie gesagt- ebenfalls mit von der Partie und auch das hat mir vor dem Hören arge Sorgen bereitet, denn für sein „Kombiniere, kombiniere…“ und seine Besserwisserei habe ich nichts übrig. Doch in Folge 94 hält sich das sehr in Grenzen und ich würde vermuten, dass dieses Gehabe auch andere gestört hat. Denn eigentlich gibt es in dieser Folge genug Gelegenheiten, in denen Flori mit seinem Wissen hätte glänzen können.
Nun bin ich bekanntlich auch kein Fan von historischen Geschichten, und seien sie auch nur so angerissen wie in Folge 94. Doch hier geht es nicht ansatzweise in Richtung verkappten Geschichtsunterrichts. Im Gegenteil, die Szenerie in Neustadt vor 500 Jahren erscheint mir sehr geschönt. Und auch der Ausflug in die Zukunft wirkt utopisch und hat mich irgendwie ein Zurück in die Zukunft 2 erinnert. Somit hat er mir aber prima gefallen, denn solche Vorstellungen der Zukunft mag ich.
Obendrein hat Folge 94 auch in Sachen Komik eine Menge zu bieten, wozu in erster Linie Karla und Pichler beitragen. Meine Lieblingsstelle ist die, in der Karla in der Zukunft mit dem Identifikationscomputer „streitet“ und der schließlich energisch bestimmt: „Die renitente weibliche Person hat Kommunikationsverbot!“
Ein paar „Schattenseiten“ gibt es aber in der Folge auch. So hext Bibi mal wieder recht wenig und auch ihren Kartoffelbrei hat sie nicht bei sich. Ich muss allerdings sagen, dass es mich kaum gestört hat, die Geschichte unterhält auch ohne ganz prima.

Gisela Fritsch klingt, wie ich finde, in dieser Folge um einiges munterer als in den letzten Folgen, so dass ihre Sprüche und Frechheiten fast wieder mit dem alten, typischen Karla-Charme rüberkommen. Das hat mich sehr gefreut.
Gerrit Schmidt-Foß klingt hier nicht so fürchterlich verstellt wie in der vorigen Folge, auch das habe ich erfreut zur Kenntnis genommen, in Folge 93 war das ja kaum auszuhalten.
In den Nebenrollen hören wir als Meister Meißel Jan Spitzer, der in kleineren Rollen auch schon in Point Whitmark und Folge 50 von Sinclair mitgewirkt hat, Helga Sasse als Bibliothekarin und einen gewissen S. Philipp, der den Fährmann spricht. Ich habe lange gesucht, über diesen Sprecher aber leider nichts finden können. Schade, denn er hat so eine nette, sympathische, samtweiche Stimme, es hätte mich sehr interessiert, ob er noch in anderen Hörspielen spricht.

Selbst was die Effekte angeht, hat man sich in Die verhexte Zeitreise Mühe gegeben. Geräusche von meißelnden Steinmetzen, Glockenklingeln, Flussplätschern, das Knarren der Fähre und futuristische Geräusche von fliegenden Gefährten und Hologrammen in der Zukunfts-Szene, doch, da kann man absolut nicht meckern. Klasse!

Für das Cover hat man eine Szene aus dem Hörspiel gewählt, was natürlich zum Hörspiel passt. Es ist sehr detailreich ausgefallen, was mir prima gefällt. Da hat man sich Mühe gegeben.

Fazit:   Eine schöne, unterhaltsame Folge, die ich sicher noch häufiger hören werde. Es scheint wirklich so zu sein, dass die Geschichten besser sind, wenn man nicht versucht, sie auf  „trendy“ und modern zu trimmen. Back to the roots tut der Serie gut 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: