Conni und die Austauschschülerin (Dagmar Hoßfeld / Ann-Cathrin Sudhoff)

Titel:   Conni und die Austauschschülerin / Verlag:   Karussell / Laufzeit:   ca. 159 min. / 2 CDs / Buch Dagmar Hoßfeld / gelesen von:   Ann-Cathrin Sudhoff

Inhalt:   Aufregung in der 6a: Eine andere sechste Klasse kommt zu Besuch – und zwar eine aus England! Jeder will unbedingt jemanden zu Hause aufnehmen. Conni hat ihre Eltern überreden können und freut sich auf die Austauschschülerin. Als sie endlich kommt, ist die Überraschung groß: Sie heißt Mandy, hat feuerrote Haare, trägt verrückte Klamotten und lässt Familie Klawitter erst einmal schlucken. Aber rasch stellt sich heraus, dass Mandy ein richtig netter Persönchen ist, das Eiscreme und Lipgloss liebt – und ihren Hund Harry.
Welcome to Germany, Mandy!


Endlich ist es da: das neue Abenteuer von Conni Klawitter und ihren Freunden.
Dieses Mal sorgt eine Austauschklasse aus England für Wirbel.
Mir hat dieses Hörbuch sehr gut gefallen, einfach weil es wieder so „typisch Conni“ ist.
Will heißen: in jeder Hinsicht (Erlebnisse, Sprache, Drumherum etc.) sehr nahe an der Wirklichkeit, spannend und lustig und -was leider den wenigsten Hörspielen / Hörbüchern gelingt, die diesen Anspruch haben- auch sehr lehrreich ohne dass dabei die pädagogische Keule geschwungen wird.
Genau das tut dieses Conni-Abenteuer eben nicht. Trotz Englisch steht stets die Geschichte im Vordergrund. Der Lerneffekt ist darin quasi verpackt, und das so gut, dass man ihn kaum bemerkt.
Natürlich wird viel Englisch gesprochen, aber die „Verteilung“ dabei ist sehr gelungen.
So gibt es viele Sätze, in denen englische und deutsche Worte fröhlich gemischt werden, so dass man zumindest einen großen Teil versteht und sich den Rest dazu denken kann.
Einfache Sätze, deren Übersetzung man aus dem Zusammenhang verstehen kann oder für die schon kleinste Englischkenntnisse reichen, werden oft gar nicht übersetzt. Lange oder schnell gesprochene Sätze versteht praktischerweise meist eines der Kinder nicht, die müssen dann nochmals erklärt oder direkt übersetzt werden. Und bei speziellen Vokabeln (wie z.B. cinnamon) da wird einfach mal das Wörterbuch zu Rate gezogen, aber selbst das kommt nur zweimal vor.
Sehr erfreulich auch, dass die Kinder in diesem Mischmasch der Sprachen manches Mal drauflos kauderwelschen…und da kommt dann nicht sofort ein Erwachsener dazu und korrigiert. Komplett falsch formulierte oder mit falschen Wörtern durchsetzte englische Sätze gibt es aber nicht, in dieser Richtung wird nichts Falsches gesagt. Umgekehrt im verwegenen Deutsch der englischen Kinder passiert das schon mal, aber das ist halb so wild, denn da weiß man ja, wie es richtig heißt.
Was diese Geschichte außerdem und ebenfalls beinahe unmerklich vermittelt ist, das ist Toleranz. Dass man eben nicht vom Äußerlichen oder der Herkunft auf den Charakter einer Person schließen sollte. Die Figur der punkigen Mandy ist dafür bestens geeignet. Natürlich sind Conni und ihre Eltern bei Mandys Anblick erstmal verblüfft, aber sie lassen sich davon nicht abschrecken, sind neugierig auf das Mädchen und stellen so bald fest, das Mandy ein ausgesprochen liebes Mädchen ist. Auch hier kommt niemand daher und predigt, dass man offen und tolerant sein muss, nein, die Figuren sind es einfach.

Gelesen wird das Hörbuch von Ann-Cathrin Sudhoff, die auch schon die beiden ersten Conni-Hörbücher gelesen hat.
Mir gefällt es sehr, wie sie ohne dabei zu übertreiben, jeder Figur ihre eigene Stimme gibt, wie sie auch genau das einfließen lässt, was in der Situation gerade passiert. Wenn jemand beim Essen redet, dann hört sie sich auch an als würde sie gerade etwas kauen, wenn jemand weint, dann schluchzt sie, wenn Geheimnisse verraten werden oder es in der Geschichte gerade Nacht ist, dann flüstert sie.
Es wird nie langweilig oder anstrengend ihr zu folgen, sie liest so locker, dass die Zeit im Nu vergeht und man einfach seinen Spaß daran hat.
Die englischen Kinder spricht sie mit einem englischen Akzent, der sehr authentisch klingt, nie angestrengt oder aufgesetzt.
Ab und zu kommt sie nach einigen Worten mit diesem Akzent beim nächsten deutschen Wort nicht sofort davon weg, aber das fällt kaum auf und es stört schon mal lange nicht.

Die Kapitel werden durch kurze, lebendige Melodien getrennt, die prima zur lockeren Atmosphäre der Geschichte passen.
Witzig ist die punkig-rockige Musik, die immer dann ertönt, wenn Mandy in ihren verrückten Klamotten irgendwo auftaucht.
Auch sehr schön: ab und zu werden Geräusche eingesetzt. Spielt die Geschichte zum Beispiel in der Schule, dann erklingt eine Schulglocke, als der Sportlehrer das Fußballmatch anpfeift, hört man eine Trillerpfeife, stehen die Kinder auf dem Schulhof, hört man im Hintergrund Stimmengewirr.

Das Layout des Hörbuchs ist in gewohnt fröhlich bunten Farben gehalten und im Inneren des Covers findet man eine Art „Pinwand“ mit englischen Aussprüchen, Auszügen aus Connis Tagebuch und Bildern der Erlebnisse der Kinder.

Fazit:  Ein rundum gelungenes, lustiges und spannendes Hörbuch, bei dem man nicht nur etwas Englisch lernt, sondern auch eine ganze Menge über Toleranz und Freundschaft.

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