Dark Trace – Spuren des Verbrechens (5) – Nachtschwärmer

Titel:   Dark Trace – Spuren des Verbrechens (5) – Nachtschwärmer / Verlag:    Maritim / Laufzeit:   ca. 51 min / Sprecher:   Martin Kessler, Melanie Manstein, Andreas Borcherding, Susanne Meikl, Walter von Hauff, Gisela Fritsch, Marco Sand u.A.

Inhalt:   Er mordet willkürlich und ohne jedes Motiv. Die Blutspur seines grausamen Feldzugs zieht sich quer durch die Niederlande. Doch als er Swantje van Giersbergen in seine Gewalt bringt, richtet die holländische Justiz ihre gefährlichste Waffe auf den Killer: Kommissar Cornelius Liewens. – Denn Swantje van Giersbergen ist die 16jährige Tochter des Ministerpräsidenten, dem jedes Mittel recht ist, Swantjes Leben zu retten. Und so trifft Cor Liewens auf seinen bislang erbittertsten Gegner – den Nachtschwärmer.


Nach der doch recht schwachen Folge 4, hat man bei dem Nachtschwärmer wieder eine ordentliche Schippe draufgelegt.
Allmählich schleicht sich der Verdacht ein, dass es in Amsterdam gar keine „normalen“ Verbrecher gibt, denn der Nachtschwärmer geht nicht weniger brutal zu Werke als der Signatur-Mörder aus der vorigen Folge. Auch in Folge 5 bekommt man in Sachen Gewalt und Blutvergießen einiges geboten, das scheint ein Markenzeichen der Serie zu sein.
Ich fand die Folge sehr spannend, allerdings richtete sich diese Spannung hauptsächlich auf den Mörder, wer er ist, wieso er mordet und wann und wie er das nächste Mal zuschlagen wird.
Cor Liewens und sein Team beginnen erst nach rund drei Vierteln des Hörspiels so richtig mit ihren Ermittlungen und ihrer Jagd, da denke ich, dass es vollkommen normal ist, dass man sich als Hörer zunächst auf den Mörder konzentriert. Dieser Teil der Geschichte wird Thriller-Freunden, die für solch harte Gangart wie hier etwas übrig haben, prima unterhalten.
Was nun aber nicht heißen soll, dass Liewens zimperlich daran geht, den Killer zu finden und zu fassen. Auch hier wird schnell klar, dass den Hörer da sicher noch der große Showdown erwartet. Dafür bleibt in Sachen Polizeiarbeit die Spannung wieder ziemlich auf der Strecke, was ich auch in dieser Folge bedauerlich finde. Denn mit Liewens, dem hartgesottenen Kommissar, der schon so manches Übel gesehen hat, der cleveren Dr. Lindberg und Bas den Jong hat man eigentlich ein Team vom Feinsten für diese Aufgabe. Ich erwarte ja nicht, dass Dark Trace zu einem gewöhnlichen Krimi wird, aber nach wie vor würde ich gerne mehr von der Ermittlungsarbeit der drei hören. Dafür müsste man nur ein paar Kapitel früher damit anfangen und schon käme das Ende nicht mehr so holterdipolter und abrupt daher.

Bei den Sprechern findet man auch in dieser Folge kaum etwas auszusetzen. Martin Kessler schafft es auch hier wieder, zwar zynisch und reichlich machomäßig zu klingen, den Kommissar aber dennoch durchweg sympathisch wirken zu lassen. An mancher Stelle dürfte es aber doch gerne weniger Coolness sein, hier und da übertreibt er es in dieser Hinsicht zu sehr.
In den Rollen des Ehepaars Veenhuis, die auf ihrer Urlaubsreise samt ihren Kindern in die Fänge des Killer geraten, sind Walter von Hauff und Gisela Fritsch zu hören. Insbesondere über den Auftritt von Gisela Fritsch habe ich mich sehr gefreut, da ich seit je her Fan von ihr bin. Allerdings wusste ich während der kompletten Anfangsszene nicht so recht, ob ich da nun einem Ehepaar zuhöre, oder einem erwachsenen Sohn und seiner Mutter. Und das lag schlicht daran, dass Gisela Fritsch doch um einiges älter klingt als Walter von Hauff. Man hört den Altersunterschied der Sprecher hier doch sehr deutlich. Das ist aber auch schon das einzige und vergleichsweise kleine Manko, das ich hier gefunden habe.  Denn grundsätzlich sprechen sie ihre Rollen ebenso überzeugend wie alle anderen Sprecher des Hörspiels auch.
In weiteren Rollen sind u.A. Andreas Borcherding, Jo Kern, Marco Sand und Susanne Meikl zu hören.

Die Musik kann bei mir mal wieder voll punkten.
Hier bekommt man düstere und harte Melodien zu hören, die perfekt zum Stil der Geschichte passen.
Mal kommen sie elektrolastig daher, mal rockig, aber immer sorgfältig auf die jeweiligen Szenen abgestimmt.

Das Cover ist bisher mein Favorit der Serie. Düsterer geht es wohl kaum als diese nächtliche Szene mit den nachtschwarzen Rabenvögeln, deren Krächzen man auch im Hörspiel immer mal wieder hören kann. Es ist bereits auf den ersten Blick unübersehbar, dass den Hörer auf dieser CD eine wahrlich Schauder erregende Geschichte erwartet-

Fazit:   Im Vergleich zu Folge 4 gibt es beim Nachtschwärmer eine deutliche Verbesserung zu vermelden. Man sollte natürlich irgendwo ein kleines Faible für Thriller haben, die so brutal daherkommen. Doch dann kann man sich hier auf rund fünfzig Minuten guter Unterhaltung freuen. Mir jedenfalls hat der Nachtschwärmer sehr gefallen.

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