Die Morde des Émile Poiret (01) – Das Mysterium des Vollmondsees

Titel:   Die Morde des Émile Poiret (01) – Das Mysterium des Vollmondsees / Verlag:   Maritim / Laufzeit:   ca. 73 min / Sprecher: Donald Arthur,, Frank Otto Schenk, Klaus Dittmann, Reent Reins, Jo Kern, Anke Reitzenstein u.A.

Inhalt:   Eigentlich will der belgische Meisterdetektiv Émile Poiret an der französischen Riviera nur etwas Ruhe und Entspannung finden – da ereignet sich vor seinen Augen ein mysteriöser Todesfall. Doch ehe Poiret die näheren Umstände ermitteln kann, wird er schon in einer dringlichen Angelegenheit wieder zurück nach England gebeten. -Als sich in dem beschaulichen Ort Charmont’s Green bald darauf ein weiterer Todesfall auf nahezu der selben Weise ereignet, glaubt Poiret nicht länger an einen Zufall. Das uralte Hotel am „Vollmond-See“ birgt ein mörderisches Geheimnis, und Poiret ist fest entschlossen, es zu lüften…


Nachdem Miss Marple ihr Pendant in Gestalt der Mimi Rutherford bei Maritim bekommen hat, bekommt dort nun auch der bekannte Detektiv Hercule Poirot dort sein Gegenstück in Hörspielform.
Émile Poiret heißt der Gute und in diesem ersten Fall stellen ihn zwei sonderbare Todesfälle vor ein Rätsel. Doch Poiret wäre nicht Poiret, wenn er nicht fest davon überzeugt wäre, diesen Fall zu lösen. Das ist etwas, woran ich mich erst noch gewöhnen muss, an dieses überhebliche, von sich selbst absolut eingenommene Wesen des Detektivs, denn mit solcherlei Eigenschaften kann ich nicht. Doch ich denke, das ist Gewohnheitssache.
Ansonsten hat mir dieser erste Fall gut gefallen. Ein schöner, spannender Krimi ganz im Stil und mit dem Charme der 20er-Jahre.
Eine sehr angenehme Abwechslung zu den zahllosen modernen, actiongeladenen Krimis, die sich heute so großer Beliebtheit erfreuen.
Das ist in Émile Poiret anders, hier erlebt man noch gute alte Detektivarbeit, bei der es auf eine gute Beobachtungsgabe und Kombinationsvermögen ankommt. Action sucht man ebenfalls vergebens, denn Émile ermittelt -jedenfalls in diesem ersten Fall- in vornehmeren Kreisen und dort geht es ruhiger und gesetzter, aber nicht weniger mordlüstern zu.
Einige Stellen habe ich zunächst als Längen empfunden, hauptsächlich dass die dem Titel entsprechende Geschichte erst auf der Hälfte des Hörspiels zur Sprache kommt. Im Nachhinein betrachtet, denke ich aber, es ist gut, dass das Hörspiel sich diese Zeit vorweg nimmt, denn so lernt man erst mal die Personen kennen und bekommt ein Bild von der Szenerie. Sei es an der Riviera, sei es im verschlafenen Charmont’s Green, man kann sich die Orte wunderbar vorstellen, das ist hier wirklich schon filmreif gemacht.

Als Sprecher für Émile Poiret hat man Donald Arthur gewählt, was passender nicht hätte sein können. Denn er synchronisierte auch Sir Peter Ustinov in der Rolle des Hercule Poirot.
Mit seiner markanten Stimme zaubert er sofort ein eindeutiges Bild des Émile Poiret vor das Auge des Hörers.
Ich würde mir allerdings etwas mehr Schwung in seiner Sprechweise wünschen, denn er spricht so deutlich, gewählt, bedächtig und dann auch noch mit seinem leichten belgischen Akzent, dass es teilweise recht anstrengend ist, ihm länger zuzuhören.
Sehr gefallen hat mir auch Peter Buchholz als Erzähler. Er begleitet die Geschichte hörbar als Außenstehender, spricht und beschreibt damit auch ausgesprochen distanziert und lässt somit der Geschichte stets den Vortritt.

Musikalisch gibt es an Émile Poiret wahrlich nichts auszusetzen. Hier hat man sich für Melodien der goldenen 20er-Jahre entschieden, die einen gleich von Anfang an zurück in diese Zeit versetzt, so dass man bestens für das Hörspiel eingestimmt ist. Die Musik hilft zusätzlich dabei, dass man sich das Geschehen sowohl an der Riviera als auch im verschlafenen Charmont’s Green leicht vorstellen kann.

Das Cover erinnert mich insgesamt an die „weiße“ Perry Clifton – Auflage von Maritim.
Zwar gefällt mir das Motiv mit dem Wolf sehr, doch finde ich, dass sie nicht zum übrigen Layout passt. Hier wäre man vielleicht besser beim altertümlichen, gezeichneten Stil geblieben wie bei dem Bild von Émile. Das Wolfs-Bild ist einfach kein Bild, das der Serie einen speziellen und eindeutigen Anstrich verpasst.

Fazit:   Für Fans historischer Krimis ist Émile Poiret eine absolute Empfehlung!

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