Gruselkabinett (32 & 33) – Jagd der Vampire

Titel:   Gruselkabinett (32 & 33) – Jagd der Vampire / Verlag Titania Medien / Laufzeit:   ca. 148 min / 2 CDs / Sprecher:  Wolfgang Pampel, Claudia Urbschat-Mingues, Nicola Devico Mamone, Uli Krohm, Katja Nottke u.A.

Inhalt:   London am Beginn des 20. Jahrhunderts, eine Stadt des Nebels, der Gaslaternen – und der Vampire. Seit Jahrhunderten treiben sie in den dunklen Gassen unbehelligt ihr Unwesen. Nun jedoch sehen sie sich einer ernstzunehmenden Gefahr gegenüber. Ein Unbekannter öffnet am Tag ihre Särge und setzt sie dem todbringenden Sonnenlicht aus. Nur einer kann den Blutsaugern noch helfen: der ehemalige Meisterspion Prof. James Asher. Der Vampir Simon Ysidro ersinnt einen perfiden Plan, Asher zu zwingen, ihnen zu helfen…


Mit Jagd der Vampire liegt die neueste Doppelfolge in der Gruselkabinett-Reihe vor.
Nach den Folgen, die ich aus der Reihe bislang kannte und die meist eine rein gruselige Geschichte als Grundlage hatten, hat mich Jagd der Vampire sehr überrascht. Denn hier begegnet man einer interessanten Mischung aus einer Grusel- und einer Kriminal-Geschichte. James Asher, ein ehemaliger Agent des Secret Service und nunmehr Professor in Oxford, tritt in die Dienste der Vampire, da diese seit einiger Zeit durch einen unbekannten Gegner bedroht werden, der bei Tag ihre Särge öffnet und sie dem todbringenden Sonnenlicht ausliefert.
Da Asher ein normaler Mensch ist, kann er sich sowohl bei Tag als auch bei Nacht frei bewegen und könnte somit kaum geeigneter sein, die Jagd auf den Unbekannten aufzunehmen.
Freiwillig tut er dies nicht, der Vampir Simon Ysidro zwingt ihn dazu, doch liegt es schnell auf der Hand, dass es zum Wohle von Asher und seiner Frau ist, wenn er den Auftrag übernimmt.
Hier kommen wir vom Kriminalfall in die Grusel-Geschichte. Wobei der Grusel in diesem Hörspiel nicht in blutspritzenden Szenen und absonderlichen Geschöpfen besteht. Natürlich sind Vampire auch keine gewöhnlichen Zeitgenossen, aber sie werden hier nicht auf blutsaugende Bösartigkeit reduziert wie man es von einem gruseligen Hörspiel erwartet, nein, durch Ysidro erhält man als Hörer Einblicke in die Struktur der Vampir-Gesellschaft, ihre Regeln, Gesetze und Denk- und Verhaltensweisen. Dadurch verlieren sie zwar nicht an Bedrohlichkeit, doch bietet es einem, sich auch in ihre Position zu versetzen. Der Grusel-Aspekt dieses Hörspiels besteht vielmehr in der düsteren und bedrohlichen Atmosphäre, die über das ganze Hörspiel hinweg nicht abbricht. Schnell wird durch Ysidros Berichten klar, dass Asher in höchster Lebensgefahr schwebt, erst recht, wenn er den Auftrag nicht annimmt, aber auch generell so lange er Kontakt zu den Vampiren hat, und so kann man sich nie sicher sein, ob Asher diesen speziellen Kriminalfall überleben wird.

In der Rolle des James Asher ist Wolfgang Pampel zu hören und er vermittelt einem einen guten und klaren Eindruck von dem ehemaligen Agenten, der diesen brisanten Fall nur widerwillig annimmt, sich dann aber auch bemüht, etwas über den unbekannten Mörder herauszufinden. Dass ihm dabei aber auch nicht Spott und Zynismus verloren gehen, hat ihn mir umso sympathischer gemacht.
Als seine Frau hören wir Claudia Urbschat-Mingues und nach all den Hörspielen, in denen ich sie schön gehört habe, drängt sich mir der Verdacht auf, dass sie einfach jede Rolle sprechen kann und darin auf jeden Fall immer glänzt. Auch als Ashers Frau, die ihm „heimlich“ bei den Ermittlungen hilft, kann sie absolut überzeugen.
Ich kann es mir nicht verkneifen: beim ersten Hören dieses Hörspiels, erschien vor meinem geistigen Auge jedes Mal ein Bild des gestiefelten Katers aus Shrek, wenn Nicola Devico Mamone als Vampir mit spanischem Akzent das Wort ergriff. Wie ich herausfand, spricht Nicola Mamone u.A. auch Spanisch und das erklärt, weshalb dieser Akzent bei ihm so authentisch klingt. Gleichzeitig legt er aber auch so viel Bedrohlichkeit in seine Stimme, dass einem schon die eine oder andere Gänsehaut über den Rücken läuft.
Aber auch die übrigen Sprecher müssen sich nicht hinter den Hauptcharakteren verstecken. Sie alle liefern hier einen phantastischen Job ab.

Auf der ersten CD hält sich die Musik eher zurück, auf der zweiten CD geht es in dieser Hinsicht schon lauter und gewaltiger zu. So oder so ist mit der Musik wieder mal ein kleines Meisterwerk gelungen. Sie erzeugt jederzeit eine passende und dichte Atmosphäre, die die Bedrohlichkeit in der Geschichte umso fühlbarer macht.
Auch was die Effekte anbetrifft, wurde in Die Jagd der Vampire geklotzt statt gekleckert, da ist bis hin zum kleinsten Hintergrundgeräusch alles vorhanden und wunderbar eingesetzt.
Was die Inszenierung angeht, hat man hier perfekte Arbeit geleistet.

Zwei CDs, zwei Cover. Die Szene auf dem Cover des ersten Teils kann ich keiner Szene im Hörspiel zuordnen und sie wirkt auf mich auch nicht sonderlich schaurig, daher habe ich mich hier schon gefragt, wieso man dieses Bild ausgewählt hat.
Da gefällt mir das Cover von CD Nummer 2 schon bedeutend besser. Der alte Vampir in den Katakomben, umgeben von zahllosen Totenschädeln verfehlt seine Wirkung nicht und macht unmissverständlich deutlich, welcher Gefahr die die Personen im Hörspiel ausgesetzt sind.
Es gibt die beiden Folgen auch zusammen in einem Pappschuber, der erfreulicherweise ebenfalls dieses Motiv trägt.

Fazit:   Gruselkabinett mal anders, aber auch so einfach perfekt. Mehr bleibt mir zu dieser Doppelfolge nicht zu sagen. Bislang ist sie mein Favorit der Serie.

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