Gruselkabinett (34) – Die obere Koje

Titel:   Gruselkabinett (34) – Die obere Koje / Verlag Titania Medien / Laufzeit:   ca. 52 min / Sprecher:  Axel Malzacher, Jürgen Thormann, Peter Reinhardt, Tobias Nath, Uwe Büschken, Markus Pfeiffer, Uli Krohm u.A.

Inhalt:   Auf hoher See im Jahr 1899: Was hat es auf sich mit der oberen Koje in Kabine 105 des Passagierdampfers Kamtschatka?
Niemand der Besatzung scheint erfreut zu sein, dass Passagiere für diese Kabine gebucht haben.
Nach der ersten Nacht an Bord, wird dem See-Erprobten Reisenden Aldous Brisbane auch klar, warum…


Die obere Koje ist meine Premiere der Gruselkabinett-Reihe.
Ich habe mir die CD zugelegt, weil mich der Titel ansprach, denn Gruselgeschichten, die auf beschränktem Raum spielen, sind meistens wirklich gut.
Auch Die obere Koje hat mich nicht enttäuscht. Die Geschichte ist spannend, man wird durch den Wechsel zwischen den gespenstischen Nächten und den eher ruhigen Tagen auf dem Schiff gut bei der Stange gehalten. Tagsüber grübelt man zusammen mit Aldous Brisbane, was es mit dem Spuk auf sie haben könnte, des nachts gruselt man sich mit ihm in seiner Kabine.
Denn gruselig geht es dort wirklich zu und es ist eher nicht ratsam, das Hörspiel abends zum Einschlafen zu hören, da darf man durchaus mit der einen oder anderen Gänsehaut rechnen.
Und ob man dabei einschlafen kann…na, ich bin da nicht so sicher.
Das Ende, nun ja, ich war etwas verblüfft als das Hörspiel plötzlich aus war. Denn ein richtiges Finale mit einer Aufklärung der übersinnlichen Phänomene bekommt der Hörer nicht geboten. Da die Vorlage aber wohl auch kein erklärendes Ende hergibt, kann man der Hörspielumsetzung daraus keinen Vorwurf machen.

Viele Sprecher gibt es nicht zu hören, aber die wenigen Sprecher liefern ein tadellose Leistung ab.
Bemerkenswert, wie Axel Malzacher alias Aldous Brisbane es meistert, gleichzeitig den Erzähler der Geschichte zu geben, aber eben auch die Rolle der Hauptperson.
Ich habe ihn in diesem Hörspiel zum ersten Mal gehört und kann nur sagen, dass es mir sehr gefallen hat und ich mir wünschen würde, ihn häufiger in Hörspielen zu hören.
Jürgen Thormann, der hier den Schiffsarzt spricht, kennt man dagegen natürlich und da ist es nicht anders zu erwarten, als dass er auch hier auf ganzer Linie zu überzeugen weiß.
Captain Grady wird von Peter Reinhardt gesprochen und klingt für mich genauso wie es sich für einen Schiffskapitän gehört: eindringlich, wenn er eine Gefahr sieht und davor warnt, und selbstbewusst und befehlsgewohnt in seiner Eigenschaft als Kapitän.
Sympathiepunkte konnte bei mir Tobias Nath gesammelt, der die Rolle des Stewards Robert übernimmt. Er schwankt ständig zwischen seinem Bemühen um den Fahrgast aus Kabine 105 und seiner panischen Angst vor diesem Ort. Wunderbar, wie er das stimmlich mischt.

Die Musik hält sich in Die obere Koje dezent zurück. Man hört leise Klaviermelodien, was ich ausgesprochen passend fand, an keiner Stelle läuft die Musik der Handlung den Rang ab, sondern untermalt sie stimmungsvoll.
Dass man sich auf dem Schiff wähnt, dafür sorgen tolle Effekte, wie sie zu einem Dampfer auf Meer eben gehören: das Geräusch des fahrenden Schiffs, Möwengeschrei, das Rauschen des Wassers, Sturmgeräusche…hier ist eine klasse Geräuschkulisse gelungen.

Das Cover ist recht schlicht, aber wirkungsvoll. Selbstverständlich zeigt es keine Szene aus dem Hörspiel, aber es lässt schon auf den ersten Blick keinerlei Zweifel daran zu, dass einen hier ein Hörspiel mit Gruselfaktor erwartet.

Fazit:   Die obere Koje ist eine Gruselkabinett-Folge, die einem wahrlich das Gruseln lehren kann. Die Sprecher sind top und die Atmosphäre könnte nicht dichter und passender sein.
Sehr empfehlenswert!

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