Gruselkabinett (35) – Das Schloss des weißen Lindwurms

Titel:   Gruselkabinett (35) – Das Schloss des weißen Lindwurms / Verlag Titania Medien / Laufzeit:   ca. 60 min / Sprecher:  Markus Pfeiffer, Melanie Hinze, David Nathan, Katja Nottke, Hasso Zorn, Jochim Pukaß u.A.

Inhalt:   England 1860: der junge Australier Adam Salton folgt der Einladung seines einzigen noch lebenden Verwandten auf den Landsitz Lesser Hill. Richard Salton hofft, dass sein Großneffe eines Tages sein Erbe antreten wird.
Das Anwesen liegt in einer äußerst geschichtsträchtigen Gegend, der es nicht an exzentrischen Bewohnern mangelt. Eine von ihnen ist die faszinierende Lady Arabella March, die Herrin eines auf einer Halbinsel gelegenen Schlosses mit dunkler Vergangenhei


Nachdem mich Die obere Koje doch sehr begeistert hat, habe ich mir bald danach Das Schloss des weißen Lindwurms zugelegt.
Mit Bram Stoker verband ich bisher nur Dracula und war somit sehr gespannt, auf den Lindwurm.
Leider muss ich sagen, dass mich die Folge ziemlich enttäuscht hat.
Der Anfang ist verheißungsvoll: eine ängstliche, um Hilfe rufende Frau, die scheinbar in einem Keller oder etwas ähnlichem gefangen ist und von etwas angegriffen und wohl getötet wird.
Doch danach, als Adam Salton in England eintrifft, von da an zieht sich die Geschichte sehr. Wir hören diverse  Erzählungen über die Gegend, ihre Bewohner, deren Lebensweise, über Sagen und Legenden, die unter ihnen kursieren, über die wunderbare Landschaft…und obwohl in den Erzählungen durchaus auch mal seltsame Ereignisse erwähnt werden, will Spannung nicht so recht aufkommen.
Das Ende kommt dann sehr plötzlich und wird viel zu schnell abgehandelt. Gerade aus einer Figur wie der des Lindwurms hätte man hier sicher mehr machen können, denn gerade ihn „erlebt“ man so gut wie gar nicht. Sehr schade, wo dieses Lebewesen doch titelgebend ist.

Bei den Sprechern hat mir ganz besonders Melanie Hinze gefallen, die die Rolle der liebenswerten, zurückhaltenden Mimi Watford wunderbar spricht.
Großes Lob gebührt auch Hasso Zorn, der die Rolle von Adams Großonkel einnimmt und darin exakt so klingt, wie man es sich von einem älteren, vornehmen, aber sehr netten Herren der damaligen Zeit vorstellt.
Katja Nottke spricht Arabella March, die Herrin über das Schloss des Lindwurms. Von ihr hatte ich mir mehr versprochen, denn so richtig mysteriös klingt sie nicht und auch die Gefahr, die von ihr ausgeht, wird nicht besonders deutlich.
Ebenso wenig hat mich Markus Pfeiffer alias Adam Salton überzeugt. Egal, welche Emotionen der junge Australier durchlebt, man hört sie ihm leider nicht an.

Was Musik und Effekte angeht wurde weitestgehend alles richtig gemacht, lediglich am Ende hätte die Musik etwas bombastischer daher kommen können, immerhin knallt es am Ende im wahrsten Sinne des Wortes so richtig.
Ansonsten ist an Musik- und Geräuschkulisse nichts auszusetzen, hierfür hat man bei Titania hörbar ein Händchen.

Das Cover ist ebenfalls sehr gelungen. Das trutzige, düstere Schloss vor dem violett gefärbten Himmel, die Fledermäuse, die schroffen Felsen, dies alles vermittelt genau die unheimliche Atmosphäre, die ich mir auch vom Hörspiel an sich versprochen hatte. Bedauerlich, dass diese Atmosphäre irgendwo zwischen Cover und CD verpufft ist.
Fazit:   Nach einem vielversprechenden Anfang, dümpelt die die Geschichte nur noch vor sich hin. Spannung und gruselige Atmosphäre bleiben dabei bedauerlicherweise auf der Strecke.

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