Papis Liebling

Titel:  Papis Liebling / VerlagHystereo / Laufzeit:   ca. 33 min / Sprecher:  Susanne Behne, MT Klein, Thomas Franke, Achim Eidenberg, Ben Turbin, Dieter Bellmann

Inhalt:   Leonie will einen eigenen Wagen, ihr Vater will nicht nachgeben.
Max möchte ein Bistro eröffnen und plötzlich ist Leonie auf etwas ganz anderes scharf… so scharf wie Papis Pausenbrote!


Mit knappen 34 Minuten ist Papis Liebling ein vergleichsweise kurzes Hörspiel, was man im Krimi-Genre eher selten findet.
Aber in der Kürze liegt bekanntlich die Würze und dieses geflügelte Wort trifft auf Papis Liebling absolut zu.
Zunächst lernt man Leonie und ihren Vater kennen, nicht allzu tiefgründig, aber die wesentlichen Punkte ihres Charakters werden einem sofort klar: Leonie, die verwöhnte, jähzornige Tochter und eben Papi, der seine Tochter natürlich liebt und sicher zum großen Teil an ihrem Wesen mitschuldig ist, der aber im Bezug auf Leonies Wunsch nach einem eigenen Auto nicht nachgeben will.
Keine drei Minuten später entführt Max Leonie um von ihrem Vater das Geld für ein eigenes Bistro zu erpressen.
Nun könnte man sich denken, ach ja, ein Entführungs-Krimi…naja, das gibt es ja schon dutzendfach.
Aber Leonie wäre natürlich nicht Leonie, wenn sie sich „brav“ entführen ließe.
Stattdessen sieht sie plötzlich in der Entführung auch eine Chance für sich, ihren Kopf durchzusetzen.
Das hatte Max nicht eingeplant und auch Leonies Vater reagiert nicht wie gewünscht…
Die Geschichte wartet mit einer überraschenden Wendung nach der anderen auf und bleibt so stets spannend. Es ist unmöglich, das Ende zu erahnen und so setzt es der Handlung schließlich auch die Krone auf.
Gleichzeitig ist die Geschichte aber auch sehr unterhaltsam, dafür sorgen Leonies Frechheit, ihr Vater, der ihr mit bissigen Anmerkungen zu verstehen geben will, dass ihre Art nicht gerade die Feinste ist, und natürlich Max, der wahrlich kein Profi-Verbrecher ist.

Das Hörspiel kommt mit wenigen Sprechern aus und ich muss zugeben, mir sagten die Namen bislang gar nichts.
ABER (und dieses „Aber“ muss man einfach ganz groß schreiben) sie liefern eine überzeugende Leistung ab.
Insbesondere Susanne Behne als Leonie hat mir gefallen. sie lässt das verwöhnte, aufmüpfige und rotzfreche Doktoren-Töchterlein herrlich heraushängen. Ich konnte mir schon direkt nach den ersten Sätzen genau vorstellen, mit welchem Gesichtsausdruck sie am Frühstückstisch mit dem Vater streitet.
In Papis Rolle glänzt Thomas Franke.
MT Klein spricht Entführer Max, mal unsicher, mal bedrohlich und dann wieder menschlich. Aus dieser Mischung geht von ihm auch etwas Unberechenbares aus, das man immer wieder heraushört.

Die Musik ist weder besonders modern, noch sonderlich auffällig, ABER (da ist schon wieder so ein großes „Aber“ ;)) sie passt! Und das ist wohl das Wichtigste, oder?
Wenn ich mich nicht verhört habe, läuft ziemlich am Anfang ein Lied, das den Titel „Daddys Darling“ trägt, oder zumindest lautet eine Zeile so. Sehr schön!

Das Cover zeigt kein komplettes Bild, nur einen Bildausschnitt.
Man erkennt aber ein Mädchen, das in einem Auto sitzt und davor eine bewaffnete Person.
Mit dem Titel Papis Liebling habe ich zunächst etwas ganz anderes assoziiert als einen Krimi, zumal ich auch nicht wusste, um was es im Hörspiel geht.
Entsprechend überrascht war ich beim Anblick des Covers, denn „Papis Liebling“ ist nun mal meistens eine liebevolle Bezeichnung für Kinder…wer denkt da schon an ein Verbrechen?
Genau diesen herben Kontrast drückt das Cover deutlich aus.

Fazit:   Auf CD ist das Hörspiel inzwischen vergriffen. Wem diese CD aber trotzdem irgendwo begegnet, der sollte dringend zugreifen. Und wer nicht warten und suchen mag, den sollte sein nächster Weg zu www.soforthoeren.de führen, denn dort gibt es das Hörspiel aktuell als günstigen Download. 

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