Schattensaiten (01) – Der Schneemann

Titel:   Schattensaiten 1 – Der Schneemann / Verlag:   Pandora’s Play / Laufzeit:   ca. 54 min / 11 Tracks / Sprecher: Walter Blohm, Matthias Felling, Katja Behnke,Klaus Brandhorst, Maria Tzankow, Marco Göllner u.A.

Inhalt:   Angespannt starrten Anne und Daniel durch das Fenster. Wer war nur dieser unheimliche Fremde, der genauso aussah wie Daniel und überall dort auftauchte, wo Daniel eigentlich gerade sein sollte?
Aus dem Nichts war er aufgetaucht, in den Kleiders des Schneemannes, den seine Freunde für ihn gebaut hatten. So hatten sie ihm den Namen ‚der Schneemann‘ gegeben. Und jetzt stand er da, in der Küche von Daniels WG, unterhielt sich mit seinen Mitbewohnern und keiner ahnte auch nur, dass das gar nicht Daniel war.
Plötzlich öffnete sich die Tür und der Doppelgänger verließ das Gebäude. Anne und Daniel nahmen die Verfolgung auf. Doch je mehr sie über die Sache erfuhren, desto größer wurde die Gefahr, in der sie sich befanden.
Konnten sie das Rätsel um den Schneemann lösen, bevor es zu spät war?


Der Schneemann lässt sich recht harmlos an: man lernt die Hauptpersonen kennen und erfährt, dass die Freunde als Überraschung zu Daniels Geburtstag einen Schneemann gebaut und ihm Daniels Sachen angezogen haben. Eine lustige Idee mit der man zunächst nichts Unheimliches verbindet.
Doch dann ereignen sich die ersten seltsamen Vorfälle.
Anfänglich denkt man noch, Daniel habe einfach einen argen Pechtag erwischt, aber die Geschehnisse werden schnell unheimlich: plötzlich ist da ein dieser seltsame Doppelgänger von Daniel, alle sind hellauf begeistert von ihm und Daniel selber glaubt keiner mehr auch nur ein Wort.
Die Spannung in der Geschichte baut sich langsam aber kontinuierlich auf. Anfangs rätselt man zusammen mit Anne und Daniel daran, was es mit den merkwürdigen Vorfällen auf sich hat, und als dann klar wird, wer dieser Doppelgänger ist, da fragt man sich gespannt, welche Bedrohung von ihm ausgeht. Denn dass er den Freunden gegenüber nicht wohlgesonnen ist, das wird schnell klar.
Was genau es mit dem Schneemann auf sich hat, wird in dieser Folge nicht geklärt. Die Freunde können ihn zwar überwältigen, aber ob der Spuk damit wirklich beendet ist, daran mag man irgendwie nicht glauben.
Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte so „normal“ begonnen hat: eine Studenten-WG, ihr Zusammenleben und ihre Probleme. Mit übernatürlichen Phänomenen hat niemand von ihnen etwas am Hut. Keine Fantasy-Welt, in die man sich erst einfinden muss, sondern Alltag wie man ihn kennt.
In diese Normalität schleicht sich plötzlich das Mysteriöse und Phantastische ein und auch das in einer Gestalt, die noch nicht in unzähligen Geschichten aus diesem Genre „verwurstet“ wurde.

Die Sprecher sind ein heikles Thema. Es ist einfach unüberhörbar, dass sie keine Profis sind (bzw bei VÖ im Jahre 2001 waren). An vielen Stellen klingen sie noch recht abgelesen und hölzern. Auf der anderen Seite hört man aber auch, dass sie sich große Mühe geben, das Hörspiel interessant und spannend zu gestalten und dass sie ihren Spaß daran haben. Für mich reißt das schon wieder einiges raus. Mir sind unerfahrene -immerhin fängt jeder mal an-, dafür aber motivierte Sprecher in einer innovativen Geschichte immer noch lieber als Sprecher, die man schon x-mal in immer gleichartigen Hörspielen gehört hat.
Besonders gute Arbeit liefert dabei -wie ich finde- Marco Göllner als der „Schneemann“ ab, aus dessen Stimme man die Bedrohlichkeit dieser Gestalt sehr gut heraushört.

Die Musik erinnert mich ein wenig an fernöstliche Musik. Solche Klänge habe ich bisher noch in keinem anderen Hörspiel gehört und damit macht auch die Musik den Schneemann zu etwas ganz Speziellem. Auf jeden Fall erzeugt sie zweifellos eine gruselige und mysteriöse Atmosphäre wie es sich für ein solches Hörspiel gehört.

Das Cover ist hauptsächlich in warmen Rot- und Brauntönen gehalten, was es ein wenig altertümlich wirken lässt.
Eine große Verbindung zwischen Covermotiv und Hörspiel kann ich nicht erkennen. Höchstens den weißen Handabdruck als den des Schneemanns und dahinter Daniels roter Schal.
Damit hört es aber auch schon auf.
Aber wenn ein Cover schon die halbe Geschichte erzählt, dann ist das ja auch nicht gut. So gesehen geht das Cover schon in Ordnung.

Fazit:   Ein gelungener Auftakt zu einer vielversprechenden Serie! Freunde mysteriöser Hörspiele sollten mal ein Ohr riskieren.

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