Schattensaiten (07) – Die Erlkönigin

Titel:   Schattensaiten 7 – Die Erlkönigin / Verlag:   Pandora’s Play / Laufzeit:   ca. 75 min / 16 Tracks / Sprecher: Walter Blohm, Matthias Felling, Katja Behnke, Klaus Brandhorst, Maria Tzankow, Marco Göllner, Werner Birk, Nadine König u.A.

Inhalt: Hell scheint das fahle Mondlicht auf die entlegene Waldlichtung. Es ist windstill und dennoch ist eine leises Säuseln in den Blättern zu hören. Ein sonderbarer Singsang.
Anne und Christian schrecken auf: wo sind Daniel und Claudia? Hat ihr Verschwinden etwas mit dem unheimlichen Geräusch zu tun?
Daniel und seine Freunde sind immer noch in Rigurd. Verzweifelt versuchen sich, einen Ausweg aus dieser Welt zu finden. Doch bevor sie entkommen können, treffen sie auf ein Dorf der Rigurden. Und werden um Hilfe gebeten gegen eine unermessliche Gefahr in den Wäldern. Eine Macht, die auch sie bedroht. Die Erlkönigin.


Die Erlkönigin schließt nahtlos an Das Tal der Wiederkehr an.
Daniel und seine Freunde sind immer noch in Rigurd und nachts hören Daniel und Claudia plötzlich ein seltsam säuselndes Geräusch, dem sie nachgehen.
Als Christian und Anne sie finden, ist Claudia von dieser Musik wie benebelt.
Kurz darauf kommen die Freunde in einem kleinen Dorf an, wo alle in heller Freude darüber sind, dass Daniel -oder Gladgevion wie sie ihn nennen- zurück ist.
So wird im ersten Teil des Hörspiels endlich aufgeklärt, was dieses Besondere an Daniel ist, das in mehreren vorigen Folgen bereits angedeutet wurde.
Schedoni, der nach der Flucht aus dem Tal natürlich nicht einfach verschwunden ist, möchte testen, ob es wahr ist, was die Dorfbewohner über ihren Gladgevion behaupten und so erlebt man eine recht brutale Szene bei seinem „Test“.
Die Geschichte um die Erlkönigin ist ganz nett, recht spannend und ein wenig unheimlich. Für diese Geschichte wurde in einigen Punkten auf eine verbreitete Interpretation von Goethes „Der Erlkönig“ zurückgegriffen.
Wir erinnern uns: im Erlkönig reitet ein Vater mit seinem Sohn im Arm durch die Nacht. Besagter bekannter Interpretation durchlebt das Kind einen Fiebertraum, in dem es den Erlkönig sieht, der ihn auf seine Seite, in den Tod, ziehen will.
Auch die entführten Kinder in Die Erlkönigin sind von der Erlkönigin verführt worden und liegen in einem tiefen, von schlechten Träumen beherrschten Schlaf.
Dem Vater im Erlkönig gelingt es nicht, sein Kind zu retten, es stirbt.
Ob es Daniel und seinen Freunden gelingt, die traumgepeinigten Kinder zu wecken und vom Zauber der Erlkönigin zu befreien…?
Wie gesagt, die Geschichte ist durchaus spannend und auch etwas schauerlich, aber insgesamt frage ich mich inzwischen schon, ob im weiteren Verlauf der Serie noch etwas wirklich Neues auf einen wartet. Auch die Erlkönigin ist „nur“ ein weiteres Abenteuer, dieses mal halt in Rigurd.
Ich fände das schade, denn diese Parallelwelt hat zwar ihre Gefahren, aber das Neue, das Innovative ist nach fünf  Folgen halt doch schon runter.
Bleibt zu hoffen, dass die Serie da noch mit einem richtigen „Hammer“ aufwartet um es wieder richtig interessant zu machen.

Auf der Sprecherliste trifft man einen alten Bekannten wieder: Werner Birk als Ahasverus. Vom Charakter her sehr erfreulich, denn der ist wirklich ganz interessant. Und die Stimme hat auch einen hohen Wiedererkennungswert. Seine Schwächen beim Sprechen des Ahasverus allerdings auch. So klingt er noch immer arg hölzern und abgelesen und mit der richtigen Betonung will es entsprechend auch nicht klappen. Das muss lockerer werden, unbedingt!
Sehr niedlich geraten ist die Rolle der kleinen Airike, die von Charlotte Brandhorst gesprochen wird. Ja, ja, früh übt sich, was später eine gute Hörspielsprecherin werden will.

Ich werde einfach nicht müde, immer wieder die Musik der Schattensaiten zu loben, sie ist eben einfach top und etwas ganz Besonderes. Und auch in dieser Folge gelingt es ihr wieder für Atmosphäre zu sorgen.
Besonders gelungen finde ich außerdem die Passage in der die Erlkönigin spricht, so leise, so weich wie wenn Wind durch die Bäume streicht und doch so bedrohlich. Dieser Effekt ist wirklich klasse gemacht.

Wie war das noch? Die Cover werden von Folge zu Folge besser?
Stimmt!
Und auch im Cover finden wir etwas wieder, das in Goethes Erlkönig vorkommt: die Krone, die wallenden Gewänder (Zitat aus Der Erlkönig: „Der Erlkönig mit Kron und Schweif“) und der bedrohliche Eindruck.

Fazit:   Die Schattensaiten sind mit den Abenteuern der 6. und 7. Folge ganz im Fantasy-Bereich angekommen. Für Fans dieses Genres Pflicht!

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