Spuk Geschichten (1) – Die Entführung

Titel: Spuk Geschichten (1) – Die Entführung / VerlagBastei / Laufzeit: ca. 35 min

Inhalt:   Der reiche, aber böse Edelmann Santana hat an diesem Abend zu einem großen Fest geladen. Der Magier Arsat, die Hexe Carmilla, Arsads Diner Gino und die Wölfin Lupina sind der Einladung gefolgt, obwohl zwischen Santana und Arsad seit Langem eine Feindschaft besteht.
Und wie könnte es auch anders sein, hat Santana für Arsat einige böse Überraschungen in petto.
Doch damit nicht genug, Santana ist außerdem mit dem Bösen selbst im Bunde. Ihm fehlt lediglich ein Utensil um die Herrschaft zu erlangen und das bringt der stierköpfige Dämon höchstpersönlich vorbei. Doch das hat üble Folge, für Santana, Arsat und seine Freunde und Venedig…


Dieses Hörspiel erschien 1989 zusammen mit einem Comic-Heft der Serie Spuk Geschichten im Verlag Bastei.

Das kennt man ja, ein Teil 2 reicht so gut wie nie an Teil 1 heran. Das ist auch bei den beiden Hörspiel-Comics der Spuk Geschichten nicht anders. Leider habe ich die falsche Reihenfolge erwischt und so muss ich Folge 1 – Die Entführung einfach ein Lob aussprechen. Denn ganz im Gegensatz zu seinem Nachfolger gibt es hier tatsächlich eine durchgehende Handlung, die durchaus auch ihre spannenden Szenen hat.
Natürlich ist es Trash von Feinsten, daran gibt es nichts zu rütteln, aber eben schöner Trash, so richtig oldschool. Mit Tintenfisch- und Krakenmonstern, bösen Carakteren, unheilbringenden Gegenständen und eben Magie.
Wenn mir jetzt noch jemand erklären könnte, wieso die Geschichte Die Entführung heißt, dann wäre ich fast glücklich.

Namentlich kann ich keinen der Sprecher benennen, ich habe da keine bekannte Stimme herausgehört. Und irgendwo bin ich auch froh darüber. Vermutlich wäre ich am Boden zerstört, wenn ich einen heute bekannten und tollen Sprecher bei einer solch talentfreien Darbietung hören würde.
Anscheinend wurde sich bei der Regie an klare Richtlinien gehalten: ein böser Charakter brüllt, mysteriöse Charaktere wie eine Hexe leiern, eine Wölfin heult, die Bedrohlichkeit eines Dämons wird vor allem durch markige Sätze wie „Auf die Knie, ihr Menschlein!“ deutlich gemacht.
(Richtige) Betonung jedenfalls darf man hier von keinem Sprecher erwarten, ebenso wenig wie wenigstens einen Ansatz von Motivation.

Jedes Mal wenn das Titellied beginnt und die Sängerin so fröhlich und frisch mit ihrem Text loslegt, fühle ich mich an Musical-Stars der 80er wie z.B. Angelika Milster erinnert.
Was ja eigentlich nichts Schlechtes ist, Musicals sind toll, die Sängerinnen haben echt was drauf…aber doch bitte nicht vor einem Hörspiel, das gruselig sein will!
Sehr abenteuerlich ist auch die Geräuschkulisse. Sobald Carmilla zu hexen beginnt, hat man das Gefühl, neben einem landet gerade der Schlitten vom Christkind, mit viel Glöckchenklingeln. Für die Untermalung der Kampfszenen hat man offenbar Anleihe bei den Computerspielen der Achtziger gemacht, was ich aber schon wieder ganz cool finde.

Die MC erschien ohne Cover, daher gibt es dazu auch nichts zu sagen.
Zum Cover des Comics kann man immerhin sagen -und das sieht bei Folge 2 ganz anders aus- dass das Motiv zur Handlung passt. Meine Lieblinge sind hier die absolut schauerlichen Krakenmonster. Da bekommt man wirklich Albträume von.

Fazit:   Die Story kann sich hören lassen, eben vom ersten Satz an typisch 80er-Jahre-Trash, der Spass machen könnte…wenn, ja, wenn da nicht die Sprecher und der „Soundtrack“ wären. Und ich bin wirklich jemand, der gut darüber hinweg sehen kann, wenn es in diesen beiden Punkten mal hapert. Aber mit „hapern“ wird man diesen Leistungen hier nicht annähernd gerecht.

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