Die kleine Schnecke Monika Häuschen (01) – Warum stolpern Tausendfüßler nicht?

Titel:   Die kleine Schnecke Monika Häuschen (1) – Warum stolpern Tausendfüßler nicht?  / Verlag:   Karussell / Universal / Laufzeit:   ca. 42 min / 6 Tracks / Sprecher:   Tom Deininger, Kathrin Bachmann, Steffen Lukas, Tobias Künzel, Hans-Gottfried Henkel

Inhalt: Auf der Suche nach leckeren Blättchen findet der gelehrte Graugänserich Günter den Tausendfüßler Valentin und die kleine Schnecke Monika Häuschen wundert sich, warum der nicht ins Stolpern kommt.
Der Regenwurm Schorsch ist schrecklich neidisch, denn Valentin hat so viele Beine, dass Monika sie gar nicht zählen kann.
Es tröstet Schorsch auch nicht, dass der gelehrte Ganter Günter weiß, warum Valentin so viele Füße hat und Schorsch keinen einzigen.
Denn da ist ja auch noch die verflixte Sache mit seinem Regenwurmschwanzspitzenzipfelchen…


In den ersten Minuten von „Warum stolpern Tausendfüßler nicht?“ lässt sich noch gar nicht erahnen, in welche Richtung die Geschichte gehen wird.
Der Erzähler berichtet von seinem Morgen, seinem Garten und seinem Vorhaben, sein Fahrrad wieder fit zu machen.
Auf dem Weg zum Rad entdeckt er dann Monika und schon ist man als Hörer auf Grashalmhöhe angekommen.
Zunächst sind Schnecke Monika, Regenwurm Schorsch und Ganter Günter unterwegs um eine besonders wohlduftende Blume zu untersuchen, die Monika erschnuppert hat.
Ab dem Moment, in dem Günter die Blume zwecks Identifizierung verspeist, geht es dann auch schon los mit dem informativen Aspekt, der den wesentlichen Teil des Hörspiels ausmacht.
Man erfährt, woraus Löwenzahn besteht und was man mit ihm machen kann (außer ihn aufzufressen).
Nach diesem Exkurs in die Floristik trifft man mit den Freunden auf den Tausendfüßler Valentin, und über den weiß Günter ebenfalls eine Menge.
Schorsch dagegen ist neidisch auf Valentins viele Füße und sucht verzweifelt nach tollen Eigenschaften an sich selbst.
Mit Monikas Hilfe findet er natürlich auch welche.
Eine schöne Idee, Kindern beizubringen, dass jeder etwas Besonderes an sich hat.
Was mir außerdem sehr gefällt ist, dass kein Lebewesen aus der Welt der Insekten, Würmer, Kriechtiere etc. als eklig dargestellt wird.
Valentins Füße und Schorschs Borsten sind toll, Monikas Schneckenschleim praktisch und sogar die Spinne im Schuppen ist schön.
Bleibt zu hoffen, dass diese Botschaft ankommt und Kinder gar nicht erst Angst vor diesen Tierchen bekommen.

Insgesamt wirken inklusive dem Erzähler nur fünf Sprecher im Hörspiel mit.
Eine für die Kleinen leicht überschaubare Anzahl an Charakteren, die sich auch leicht unterscheiden lassen, da sie sehr markante Stimmen haben.
So ist Monika, gesprochen von Kathrin Bachmann, die einzige weibliche Rolle. Ihre Stimme ist hell, für das erwachsene Ohr aber manchmal auch unangenehm schrill. Kinder werden sich daran aber wohl kaum stören.
Tobias Künzel spricht den immer leicht brummigen Regenwurm Schorsch mit ausgeprägt sächsischem Dialekt, nicht jedermanns Sache, aber auf jeden Fall eindeutig.
Hans-Gottfried Henkel leiht Tausendfüßler Valentin seine Stimme, die immer ein ganz klein wenig überheblich klingt, weil er ach so stolz auf seine vielen Beine ist.
Ihnen zur Seite und hochgebildet, steht Ganter Günter, stimmlich 100%ig ein besonders schlauer Professor.
Erzähler Tom Deininger bemüht sich sehr um eine kleinkindgerechte Aussprache, langsam und deutlich.
Leider oft so langsam und deutlich, dass er kaum authentisch klingt.
Obwohl er ja offenbar bei den Tierchen mithört, hat man nie das Gefühl, dass er ihr Abenteuer miterlebt. Es ist eher so, als stände er daneben und lese seinen Text aus einem Buch ab.
Vergleicht man Monikas Erzähler z.B. mit dem Erzähler von Benjamin Blümchen (dessen Serie ja ebenfalls ab 3 Jahren empfohlen wird), so liegt dazwischen ein himmelweiter Unterschied.
Hier könnte Herr Deiningen ruhig etwas lockerer klingen.

Vom Titellied abgesehen verzichtet Folge 1 von Monika gänzlich auf Musik.
Das Titellied ist mit drei Strophen zu je zwischen 9 und 11 Zeilen vergleichsweise lang und stellt die Freunde Monika, Schorsch und Günter vor.
Insgesamt ist es für die angepeilte Altersgruppe schon sehr komplex und für die Kleinen eventuell etwas schwierig zu erfassen.
Ohrwurm-Qualität hat einzig das „Mi-Ma-Monika“ aus dem Lied.

Das Cover zeigt Monika und Schorsch, wie sie Valentin treffen.
Alle drei sehen ausgesprochen niedlich aus.
Das komplette Artwork ist in bunten, sommerlichen Farben gehalten, wie es sich für eine Kindergeschichte gehört, die auf der Wiese und in Beeten spielt.
Im Innenteil des Covers gibt es noch ein kleines „Rätsel“. Dort ist Valentin abgebildet, dessen Beine die Kinder zählen sollen. Für Dreijährige wohl noch eine unlösbare Aufgabe, für Vier- bis Fünfjährige gemeinsam mit ihren Eltern sicher sehr schön.

Fazit: Für die Kleinsten ein sehr schönes und auch lehrreiches Hörspiel mit goldigen Charakteren.

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