Die kleine Schnecke Monika Häuschen (02) – Warum haben Gänse Federn?

Titel:   Die kleine Schnecke Monika Häuschen (2) – Warum haben Gänse Federn?  / Verlag:   Karussell / Universal / Laufzeit:   ca. 42 min / 6 Tracks  / Sprecher:   Kathrin Bachmann, Steffen Lukas, Tobias Künzel, Hubertus Regout, Tom Deininger

Inhalt: Wenn die kleine Schnecke Monika Häuschen friert, kann sie sich in ihr gemütliches gelbbraun gebändertes Häuschen verkriechen.
Den gelehrten Ganter Günter schützt sein wasserabweisendes Federkleid, Kater Stiefel ist stolz auf seinen eleganten Pelz und der Gärtner kuschelt sich in seine Strickjacke, wenn ihm kalt ist.
Nur der Regenwurm Schorsch hat nichts von alldem und fühlt sich schrecklich benachteiligt.
Zum Trost stibitzt er sich ein paar Gänsefedern und bastelt sich einen Flaumfederchenpelzmantel.
Dummerweise bleibt er damit kurze Zeit später wie ein Stöpsel in seinem Wohngang stecken.


Der Titel „Warum haben Gänse Federn?“ macht es bereits deutlich: in Folge 2 von „Die kleine Schnecke Monika Häuschen“ steht der gebildete Ganter Günter im Mittelpunkt, jedenfalls am Anfang des Hörspiels.
Monika und ihr Freund Regenwurm Schorsch treffen Günter auf dem Weg zu einem Picknick, das er ihnen kurzerhand vor der Nase wegfrisst.
Und mit Schorschs Beschwerde ihm „tropfe vor Hunger der Zahn“ (den ein Regenwurm natürlich nicht hat) ist die Bühne frei für einen von Günters schlauen Vorträgen.
Die Stichworte für weitere Ausführungen von ihm folgen dann quasi Schlag auf Schlag.
Von vorhandenen (oder eben auch nicht vorhandenen Zähnen), über Günters praktisches Federkleid bis hin zum Vergleich der Vorzüge von Federn, Häuschen und Pelz…über alles weiß Günter etwas Kluges zu erzählen.
Ein Pelz ist plötzlich deshalb interessant, weil des Nachbars Kater Stiefel in dieser Folge seinen ersten Auftritt hat und die drei Freunde bei ihrer Lehrstunde überrascht.
Doch auch wenn er Günter Angst einjagt, so kann er nicht aus seinen Federn und stimmt Vorträge zum Thema Katze an.
Wie es gelingt, dass es am Ende des Hörspiels auch noch um Schlangen und Kröten geht, das hört man am bestens selber.
Wer sich alles merken möchte, sollte besser mitschreiben und ein paar Jahre Erfahrung mit Stenographie haben, denn sonst kommt man bei den ganzen Weisheiten gar nicht hinterher.
In dieser Folge bekommt man die Informationen regelrecht um die Ohren gehauen, man kommt kaum einmal zum Durchatmen.
Ohne die oft bissigen Bemerkungen von Schorsch und den gewitzten Einwürfen von Stiefel wäre es kaum auszuhalten.
Es gibt wahrlich viel zu lernen in Folge 2, so viel, dass man es bequem auf zwei Hörspiele hätte aufteilen können.
Handlung sucht man jedenfalls vergebens, nachdem Günter losgelegt hat.
Schade.

Die Sprecherriege bestehend aus Kathrin Bachmann (Monika), Steffen Lukas (Günter) und Tobias Künzel (Schorsch) wird in Folge 2 um Hubertus Regout als Kater Stiefel erweitert, dem besonderes Lob gebührt.
Aus seiner Stimme hört man alle Eigenschaften heraus, die man oft an Katzen findet: Faulheit, Cleverness, eine gehörige Portion Arroganz und auch die Gefahr, die von ihm ausgehen kann.
Größtes Manko ist für mich auch weiterhin Tom Deininger als Erzähler.
Ich werde mir mal die Eltern des nächsten Dreijährigen anhören, dem ich begegne.
Ob die auch so laaangsam und akzentuiert sprechen?
Ich glaube es kaum.
Vor allem sprechen ja auch die Tiere im Hörspiel relativ normal, da geht man also davon aus, dass 3jährige es verstehen, beim Erzähler dagegen nicht? Seltsam.

Musikalisch bleibt es auch in Monikas zweiter Geschichte beim Titellied.
Dafür verdient ein Geräusch Erwähnung: Stiefels Krallenausfahren.
Man möchte glatt meinen, da zöge ein Ritter sein Schwert hervor, so scharf klingt es.

Auf dem Cover bestaunen Monika und Schorsch Ganter Günter und dessen Federn, natürlich in gewohnt sommerlicher Szenerie.
Im Innenteil des Covers gibt es wieder ein kleines „Rätsel“, das dieses Mal auch von Kindern gelöst werden kann, die noch nicht lesen können. Eine schöne Idee!

Fazit: Nichts gegen lehrreiche Hörspiele, aber man kann es damit auch übertreiben, und genau das ist in „Warum haben Gänse Federn?“ passiert.
Zu einem Hörspiel gehört eben auch eine Handlung und oft versteht man etwas auch besser, wenn man es im Rahmen der Handlung miterlebt, statt es nur vorgetragen zu bekommen.
Doch eine Handlung fehlt leider komplett.
Ich hoffe, Teil 3 legt darauf wieder mehr Wert.

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