Hörgespinste (01) – Klirrende Kälte

Titel:   Hörgespinste (1) – Klirrende Kälte / Verlag Pandoras Play / Laufzeit:   ca. 76 min / 14 Tracks / Sprecher:  Marco Göllner, Katja Behnke, Klaus Brandhorst, Maria Tzenkow, Matthias Felling, Walter Blohm u.A

Inhalt:   Autounfall. Wir stecken in einer Hütte fest und brauchen dringend Hilfe. Bitte melde sich doch jemand….wir sind in Gefahr. Da draußen…Geräusche im Schnee….nicht allein…Gefahr…ihr müsst….Hilfe!


Das Rauschen ist so stark, dass Lisa, Tina, Markus und Julius die Worte aus dem Funkgerät kaum verstehen können. Das ist doch die Stimme ihres Freundes Michael! Erleichtert atmen alle auf. Dann ist er also am Leben. Aber wovor wollte er sie warnen?
Eingeschneit in einer einsamen Hütte tief in Wäldern sitzen sie ohne Aussicht auf Hilfe fest. Und dann dieses unheimliche Geräusch, das immer wieder aus den Wäldern ertönt. Eines ist den Freunden klar: da draußen lauert etwas. Und sie müssen in jedem Fall zusammenhalten, wenn sie auch nur den Hauch einer Chance haben wollen, dieser tödlichen Gefahr zu entrinnen.

Zugegeben, die Story klingt nicht gerade neu. Ohne mich großartig anstrengen zu müssen, fallen mir aus dem Stehgreif mindestens drei Horror- / Gruselfilme ein, die ganz ähnlich beginnen. Junge Leute, die sich irgendwo im Nichts verirren und nichtsahnend in ihr Unheil laufen sind eben immer beliebt.
Als Hörspiel war mir eine solche Geschichte bis zu meinem Kauf noch nicht begegnet und ich war entsprechend neugierig, ob es möglich ist, eine solche Story auch ohne Bilder gelungen umzusetzen.
Kurz gesagt: ja, es geht tatsächlich.
Schon während der ersten Minuten liegt eine gereizte Stimmung über den vier Freunden als sie mit dem Auto mitten im Schneesturm irgendwo in den Wäldern liegenbleiben und beschließen, sich zu Fuß auf die Suche nach einer Unterkunft für die Nacht zu machen.
Schon während dieses Marsches wird durch die Dialoge und Geräusche deutlich, wie tief der Schnee und wie kalt die Luft ist.
Als die Freunde die verlassene Skihütte entdecken, ist man zunächst genau wie sie erleichtert.
Aber kaum dort angekommen stellen sie die ersten Ungereimtheiten fest und von diesem Zeitpunkt an, steigert sich die Spannung alle paar Minuten.
Mit Michaels Verschwinden ist der erste Höhepunkt erreicht, aber es dauert gar nicht lange bis man begreift, dass das Ende der Fahnenstange damit noch lange nicht erreicht ist.
Über das Ende gehen die Meinungen auseinander. Ich persönlich finde es gut, dass nicht alles bis ins Letzte aufgelöst wird, dass vieles im Dunklen bleibt.
Auf der anderen Seite hätte ich aber auch gerne genauer erfahren, was es mit dem merkwürdigen Geräusch auf sich hat.
Das Ende ist deshalb eher Geschmackssache, aber keinesfalls schlecht.

Zugegeben, die Sprecher waren zur Erstveröffentlichung im Jahre 2000 keine Profis und das hört man auch.
Dennoch schaffen sie es, ihren Figuren Charakter zu verleihen.
Besonders erwähnen möchte ich Maria Tzankow, die Tina spricht. Ihr gelingt es, so viel Panik in ihre Stimme zu legen, dass man alleine schon deswegen eine Gänsehaut bekommt.
Eine wirklich ganz tolle Leistung.

Die Musik des Hörspiels kann problemlos mit jedem Profi-Hörspiel mithalten. Sie sorgt ihrerseits für Spannung, was auch hervorragend gelingt.
Das Geräusch im Schnee…nun, da hat sicher jeder schon mal gehört, so ungewöhnlich ist es nicht. Aber in der angsterfüllten Atmosphäre jagt es einem trotzdem einen Schauer über den Rücken.

Das Cover ist überwiegend in eisigen Blautönen und Weiß gehalten, was gut zu einem Hörspiel passt, das in Schnee und Kälte spielt.
Zu sehen ist die einsame Hütte, hinter der ein unförmiger Schatten aufragt, der sich drohend darüber beugt.
Was für ein Geschöpf das ist, ist nicht zu erkennen, aber freundlich sieht es eindeutig nicht aus.

Fazit: Ein sehr spannendes Grusel-Hörspiel mit unglaublich dichter Atmosphäre. Gänsehaut pur. Nicht geeignet um es zum Einschlafen zu hören.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: