Point Whitmark (22) – Die blutenden Schlüssel

Titel:   Point Whitmark (22) – Die blutenden Schlüssel / VerlagUniversal / Laufzeit:   ca. 52 min / Sprecher:  Sven Plate, Kim Hasper, Gerrit Schmidt-Foss, Jürg Löw, Sabine Mazay, Werner Ziebig, Karl Schulz  u.A.

Inhalt:   In historischer Kostümierung betreten Jay, Tom und Derek den Eternity Express.
Begeistert tauschen sie in die Welt des frühen 20. Jahrhunderts ein.
Denn die alte Dampflokomotive ist ein fahrendes Theater auf Schienen und jeder Fahrgast spielt seine Rolle in einem inszenierten Kirminalstück.
Doch dann beginnen die ersten Schlüssel zu bluten!
Die Regeln des Spiels werden außer Kraft gesetzt und Fahrgäste verschwinden. Die Grenze zwischen Fiktion und Wahrheit löst sich auf.
Unaufhaltsam rast der Zug durch die Nacht und das Verhängnis nimmt seinen Lauf.


Ich muss zugeben, dass ich mich bei dem Titel und dem Cover auf eine weitere Folge im recht gruseligen Stil gefreut habe.
Daher war ich nach dem ersten Hören auch ein wenig enttäuscht, denn gruselig sind „Die blutenden Schlüssel“ nicht.
Was nun aber nicht heißen soll, dass die Folge mir nicht gefallen hat, ganz im Gegenteil.
Hier steht zur Abwechslung mal wieder der Abenteuer-Krimi-Aspekt im Vordergrund, wie man es von den ersten Folgen der Reihe kennt.
Dadurch, dass das Theaterstück Anfang des 20. Jahrhunderts spielt, die „Schauspieler“ entsprechend kostümiert sind und es sich auch um einen Zug mit Dampflok handelt, wie sie damals fuhren, hat dieser Krimi allerdings seinen ganz eigenen, altertümlichen Charme.
Die Geschichte ist nicht zu komplex, aber auch nicht zu geradlinig. Es gibt Irrungen und Wirrungen, wie es sich für einen anständigen Krimi gehört Augenzwinkern und man kann bis zum Ende mitraten, wer nun der Mörder ist, vorhersehbar ist nichts. Damit dies nicht so langweilig ist, wie es hier vielleicht klingt, dafür sorgen viele kleine, ausgefallene Details und eine wunderbare Atmosphäre.
Nebenbei ist die Folge an vielen Stellen auch noch ziemlich lustig, z.B. bei der „Kleiderprobe“ auf Dereks Dachboden (hier haben mir vor allem die kleinen Bezüge zu vorigen Folgen gefallen), oder wenn Derek seine Rolle als Lady Ashbington mal wieder ziemlich übertreibt und Jay hörbar unzufrieden als Diener Lawry ist.

Sprechermäßig gibt es überhaupt nichts auszusetzen. Während mir in mehreren der vorigen Folgen mindestens ein Nebenrollen-Sprecher überhaupt nicht zugesagt hat, sind in der neuen Folge alle Rollen mit passigen Sprechern besetzt.
Dereks gekünstelte Sprechweise geht einem vielleicht ein paar Minuten lang auf die Nerven, dann hat man sich aber daran gewöhnt und der Unterhaltungswert überwiegt deutlich.

Die Musik ist -wie bei Point Whitmark üblich- vom Feinsten. Neben der bekannten Titelmusik gibt es einige weitere Stücke, die zumindest ich in der Reihe noch nie gehört habe. Mir haben sie gefallen, einfach weil sie hundertprozentig zur jeweiligen Szene gepasst haben.
Besonders erwähnenswert finde ich die leise Hintergrundmusik während der Handlung im Zug. Sie passt absolut in die Zeit des Theaterstücks und schafft einen Großteil der „altmodischen“ Atmosphäre, was mal wieder beweist, wie wichtig Musik in einem Hörspiel ist.
Am Ende der Folge, die ansonsten eher ruhig ist, kommt dann doch noch Action auf und mit dem Täter hatte zumindest ich nicht gerechnet…

Fazit:    Wer die alten Folgen von Point Whitmark mochte, sollte sich diese Folge unbedingt zulegen.
Aber auch wer den neueren Folgen mehr zugetan war, dem sei geraten, es nicht bei einmaligem Hören zu belassen…es lohnt sich in jedem Fall.
Ich vergebe für die Folge eine glatte 1.

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