Dark Trace – Spuren des Verbrechens (07) – Weißes Fleisch

Titel:   Dark Trace – Spuren des Verbrechens (07) – Weißes Fleisch / Verlag:    Maritim / Laufzeit:   ca. 71 min / Sprecher:   Martin Kessler, Melanie Manstein, Bernd Vollbrecht, Norman Matt, Melanie Fouché, Susanne Meikl u.a.

Inhalt:   Ein vergessenes Konvent in den Pyrenäen. Ein stummes Geheimnis an der Grenze dessen, was ein Mensch ertragen kann. Groteske Abgründe, jenseits alles Vorstellbaren. – Für manche Verbrechen gibt es keine Erklärung. Keine Rechtfertigung. Und keine Gnade. In einem wirbelnden Kaleidoskop aus Schnee und Blut entfaltet das Böse all seine Dämonie: Es ist nicht der Tod der Opfer, sondern ihre Qual. Denn sie sind rot von innen – von außen: weiß.


Dem Syndikat hatte ich ja noch angekreidet, dass den Morden das gewisse Etwas oder auch das besonders Brutale fehlte, wie man es sonst von der Serie kennt. Weißes Fleisch kann man das nun wirklich nicht vorwerfen. Die Folge suhlt sich förmlich in Beschreibungen übelst zugerichteter Leichen und den abscheulichsten Schilderungen von Qual und Folter. So etwas muss man abkönnen, sonst ist man hier verloren. Etwas weniger hätte es aber doch getan. Dann wäre auch die Laufzeit kürzer ausgefallen, denn 71 Minuten sind schon mächtig. Ebenso wie etwas weniger Pathos seitens Cor Liewens, wenn er seinen Gemütszustand angesichts dieser grausamen Morde beschreibt. Aus den bisherigen Folgen weiß man doch schon, dass er im Ernstfall nicht lange fackelt und meist seinen eigenen und rabiaten Weg bei den Ermittlungen geht.
Davon mal abgesehen, also quasi vom Handwerklichen her, hat mir Weißes Fleisch gefallen. Den Fall gibt es von Anfang an und Cor Liewens nimmt auch direkt die Ermittlungen auf, nicht erst nach geraumer Zeit, wie es sonst schon mal vorkam. Und man kann hier auch von Ermittlungsarbeit sprechen, zum ersten Mal springt Liewens nicht Kommissar Zufall helfend zur Seite. Stattdessen ist Stine Lindberg gemeinsam mit ihm auf der Fährte des Killers und die beiden geben ein gutes Team ab, das ich gerne bei der Arbeit begleitet habe. Das Ende wartet dann noch mal mit einer besonders heftigen Szene auf was Rache und Brutalität anbetrifft, dann ist die Folge aber wie abgeschnitten. So ein paar Minuten abschließende Szene im Büro von van Halen hätte mir schon gefallen, darauf wäre es bei über einer Stunde Hörspiel auch nicht mehr angekommen.

Ich höre Martin Kessler als Liewens eigentlich sehr gerne. Den abgebrühten Kommissar mit dem Hang zu Auge um Auge, Zahn um Zahn – Methode nimmt man ihm sofort ab. Wenn er in dieser Folge -wie bereits erwähnt- jedoch seinen Seelenzustand beschreibt und Bilder wie das „Tier, das im Schatten seiner Seele lebt“ benutzt, dann habe ich ihn plötzlich nicht mehr recht ernst nehmen können, sorry. Gefallen hat mir dagegen Melanie Fouché alias Griet, die mit ihrer hellen Stimme und der munteren Redeweise ein gutes Bild der jungen Studentin vermittelt. Dietmar Wunder darf sich in der Rolle des Killers austoben und macht das wirklich klasse, da schaudert man schon, wenn er mit irrem Unterton seine Untaten schildert.

Der Soundtrack fällt auch bei dieser Folge sehr hart und rhythmisch aus, vorwiegend im Bereich Elektro angesiedelt. Manche Stücke erwecken beim Hören den Eindruck, man verfolge die Geschichte quasi im Zeitraffer. Eine ordentliche Geräuschkulisse rundet das Bild in diesem Bereich ab.

Ein erstaunlich helles Cover für ein Hörspiel dieser Serie. Aber das Weiß passt natürlich zum Titel und ist somit gerechtfertigt. Außerdem ist der Kontrast zwischen dem dem Weiß und dem Blutrot schön kräftig.

Fazit:   Die Folge übertreibt es schon ein wenig in Sachen Brutalität und möglichst anschaulichen Beschreibungen der Grausamkeiten. Etwas weniger davon hätte den gleichen Zweck erfüllt, da bin ich sicher. Ansonsten aber eine gute Folge. Amsterdam scheint ja wirklich ein Moloch zu sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: