Terra Mortis (01) – Stadien des Verfalls

Titel:   Terra Mortis (01) – Stadien des Verfalls / Verlag:   Pandora’s Play / Laufzeit:   ca. 68 min / Sprecher: Elga Schütz, René Dawn-Claude, Katja König, René Wagner, Stephan Globisch, Bruno Beeke u.a.

„Die Welt der Lebenden war vergangen, und die Herrschaft der Toten hatte begonnen. Der Lange Winter zog auf und tötete die wenigen Millionen, die den Untergang der Zivilisation überlebt hatten. Doch nicht alle. Dies ist nicht die Geschichte vom Ende der Welt. Es ist die Geschichte eines Neubeginns.“

Seit neunzehn Jahren lebt Jan Hendris zusammen mit seiner Familie und wenigen anderen Überlebenden in einem abgelegenen Dorf im Harz. Obwohl er mit den Geschichten über die lebenden Toten aufgewachsen ist, hat Jan nie einen von ihnen gesehen. Seine Eltern glauben, dass sie und die anderen Dorfbewohner die letzten Menschen auf der Erde sind. Doch Jan ist sich nicht so sicher. Dann taucht eines Tages ein Fremder auf – und plötzlich gerät das gesamte Dorf in Gefahr.


Auch wenn Klappentext und Intro behaupten, Terra Mortis sei keine Geschichte vom Ende der Welt, sondern die eines Neuanfangs, so hat zumindest Folge 1 bei mir schon den Eindruck einer Endzeitgeschichte hinterlassen, denn von einem Neuanfang kann hier allenfalls am Ende gesprochen werden, mit ganz viel Optimismus. Bis dahin klingt alles aber durchaus von einem Ende der Welt. Das liegt zum Einen daran, dass erwähnt wird, dass von den einst Millionen Menschen nur noch ein Bruchteil am Leben ist, aber auch an der durchgängig düsteren Atmosphäre und der gedrückten Stimmung. Besagte Millionen sind seit einer nicht näher beschriebenen Ereignis vor etwa 19 Jahren als lebende Tote, sogenannte Kadaver, unterwegs.
Ich war zunächst sehr skeptisch einem Hörspiel mit Zombies gegenüber, weil ich fürchtete, dass man diese Kreaturen und ihr blutiges Wirken kaum umsetzen kann, ohne dass dabei eine total platte Story herauskommt Doch das hat sich als Irrtum herausgestellt. Die Kadaver sind für manch gruselige Szene verantwortlich und auch ihr blutiges Werk wirkt zu keinem Moment auch nur ansatzweise so unterhaltsam, wie es in so vielen Filmen des Genres üblich ist. Sehr schön und spannend ist auch die Entwicklung des Dorfes dargestellt. Zunächst leben die Menschen dort relativ ruhig und friedlich zusammen, gelegentliche Attacken gibt es zwar, doch man ist Herr der Lage. Dann taucht dieser Fremde auf, sorgt mit seinen Erzählungen von weiteren Menschenansiedlungen für Aufregung und schließlich erlebt das Dorf einen verheerenden Angriff der Kadaver.
Doch, mir hat die Geschichte schon gefallen, alles andere wäre eine glatte Lüge. Ich bin allerdings sehr auf die Fortsetzung gespannt, denn bislang erinnern mich viele Elemente sehr an ein anderes (Hör)buch. Und ich hoffe, dass die Mini-Serie im weiteren Verlauf einen eigenständigeren Charakter bekommt.

Elga Schütz als Erzählerin ist für mich eine recht zweischneidige Sache. Sobald es inhaltlich zur Sache geht, beweist sie eindeutig, dass auch eine Sprecherin solche Szenen eindringlich schildern kann. Ansonsten gibt sie der Story so einen märchenhaften Anstrich, der für mich nun so gar nicht dazu passt. René Dawn-Claude übernimmt den Part von Jan. Es gelingt ihm sehr gut, die Zerrissenheit des jungen Mannes an den Hörer zu vermitteln. Hin und her gerissen zwischen der Verantwortung für das Dorf und dem Wunsch, von dort zu entkommen um die Welt drum herum zu entdecken und eventuell andere Menschen zu treffen. Seine Freundin Anna wird von Katja König gesprochen. Mit ihrer angenehmen, ruhigen und jungen Stimme vermittelt sie einem einen klares Bild des Mädchens. Weitere Rollen übernehmen beispielsweise Karen Schulz-Vobach, Andreas Bötel und Bruno Beeke.

Musikalisch präsentiert sich Stadien des Zerfalls ebenfalls sehr ordentlich. Düstere Klängen begleiten die Handlung und tragen wesentlich zur gruseligen Atmosphäre bei. Was die Geräusche anbetrifft, gibt es auch nicht groß etwas zu beanstanden. Bei dem Geräusch der Schüsse auf die Zombies habe ich dann aber doch gegrinst, weil sie mich irgendwie ans Moorhuhn erinnert haben.

Ich stelle fest: ich bin kein Fan der Farbe Weiß. Und die herrscht bei der Aufmachung vor. Auf der CD sieht das ganz schick aus, aber das Cover ist mir zu hell für ein gruseliges Hörspiel, und inwiefern das Motiv einen Anhaltspunkt auf die Geschichte bietet, habe ich ebenfalls noch nicht entdeckt.
Da hätte mir ein Design im Stil des Inneren vom Booklet besser gefallen, denn das ist wirklich klasse.

Fazit:   Das Hörspiel hat mich positiv überrascht. Ich hatte nicht erwartet, hier wirklich auf Grusel zu treffen. Schön, wenn man sich in dieser Richtung irrt. Stadien des Verfalls ist gruselig und bietet einen spannenden und interessanten Auftakt zur Mini-Serie. Ich bin neugierig, wie es mit Jan und Anna weitergeht.

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