Kein Halt in Freimann

Titel: Kein Halt in Freimann  ) / Verlag:    Alogino / Laufzeit:   ca. 63 min / Sprecher:   Norman Sonnleitner, Gerhard Acktun, Hansi Kraus, Erhard Hartmann, Eisi Hulp, Axel König u.A.

Inhalt: Kein Halt in Freimann ist eine Geschichte rund um den Protagonisten „Fränk“, der seit seiner Jugend mit dem Punk und vielen seiner verwandten Stilrichtungen verbunden ist. Er ist gezeichnet von menschlichen Enttäuschungen, trotzdem scheint er mitten im Leben zu stehen. Doch in ihm brodelt es. Innere Konflikte plagen ihn. Im Laufe der Geschichte kann man zusammen mit Fränk verfolgen, wie er seine Vergangenheit wieder aufrollt und wie gegenwärtige Begebenheiten dafür sorgen, dass es in Freimann zum Eklat kommt.


Ein Punkrock-Hörspiel also. Ich gestehe, das Genre „Punkrock“ kannte ich auf dem Hörspiel-Sektor bislang noch nicht. Entsprechend neugierig war ich, was mich in „Freimann“ erwarten würde. Nach inzwischen dreimaligem Hören hat es mich aber noch immer sehr unentschlossen zurückgelassen. Natürlich ist der Punkrock das wichtigsten Element der Geschichte. Fränk fühlt sich seit seiner Jugendzeit mit dieser Stilrichtung verbunden, geht noch heute auf Konzerte und hat sich auch schon einige kluge Gedanken über die Musik und die dazugehörige Szene gemacht, die er in diesem „Hörspiel“ mit dem Hörer teilt. So weit, so gut.

Das „Hörspiel“ steht hier in „“, einfach weil mir die Bezeichnung nicht passend erscheint. Von einem Hörspiel erwarte ich eine Handlung, die sich aufbaut, auf einen Höhepunkt zusteuert und dann ein Ende einläutet. Bei „Kein Halt in Freimann“ hatte ich zu keinem Moment das Gefühl als erwarte mich da noch ein Knalleffekt. Spannend und interessant sind höchstens Fränks Ausführungen, denn trotz seiner lockeren Art und den vernünftigen Gedanken spürt man immer auch, dass in ihm etwas brodelt. Leider fällt die Handlung deutlich weniger packender aus. Alles wirkt eher so als gewähre das Hörspiel einen Einblick in Fränks alltägliches Leben, willkürlich ein paar Tage davon herausgegriffen und zu Gehör gebracht. Weil ich mich damit irgendwann abgefunden hatte, hat mich das Ende dann ziemlich überrascht. Denn das hält schon noch einen Schrecken bereit. Aber eine Ahnung, dass es auf so etwas hinauslaufen würde, stellt sich zuvor nicht ein.

Sprechertechnisch braucht sich „Kein Halt in Freimann“ dagegen keine Vorwürfe machen lassen. Bekannte Sprecher und Schauspieler sind hier am Werk. Allen voran Norman Sonnleitner alias Frank, dem es gut gelingt, trotz der recht vernünftigen Redeweise auch immer die Zerrissenheit und das Brodeln in diesem Charakter durchblicken zu lassen.
Gerhard Acktum übernimm den Part von Tom und bringt diese verkrachte Existenz authentisch rüber. Weitere Rollen kommen z.B. Hansi Kraus und Eisi Gulp zu.

Der Musik kommt natürlich eine ganz besondere Stellung in diesem Hörspiel zu. Fans von Punkrock kommen hier sicher auf ihre Kosten, denn zwischen den Szenen sind immer wieder Auszüge oder auch mal ganze Songs zu hören. Für den ausgiebigen Genuss gibt es dann noch einen zweiten Silberling mit dem kompletten Soundtrack.

Das Booklet kann bequem mit jedem Booklet einer Musik-CD mithalten. Hier findet man Songtexte und Informationen über die Bands, deren Musik man im Hörspiel eingesetzt hat. Schön aufwendig gestaltet, so dass man auch gerne mal häufiger darin blättert.

Fazit:   Das mit der Handlung hat -für mich- irgendwie nicht so recht hingehauen. Dafür ist „Kein Halt in Freimann“ in allen anderen Bereichen wirklich top gemacht. Und vielleicht liegt’s ja auch einfach daran, dass ich kein Punkrocker bin / war.

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