Beastly (Alex Flinn / Simon Jäger)

Titel:   Beastly  / Verlag:   Lübbe Audio / Laufzeit:   ca. 298 min. / 4 CDs / Buch:   Alex Flinn / gelesen von:  Simon Jäger

Inhalt: Früher war ich die Sorte Typ, die jeder gerne wäre: jede Menge Geld, perfektes Aussehen – einfach ein perfektes Leben. Doch dann wurde ich verflucht. Und jetzt – jetzt bin ich bin eine Bestie. Kein Wolf oder Bär, nein, eine entsetzliche Kreatur mit aufrechtem Gang – ein Wesen mit Reißzähnen und Klauen. Aus jeder Pore sprießen mir Haare. Ich bin ein Monster. Du glaubst, ich erzähle Märchen? Falsch. Ich lebe in New York. In der Gegenwart. Ich bin keine Missbildung, bin nicht krank. Aber ich werde für immer so bleiben. Es sei denn, es gelingt mir, den Fluch zu brechen.


Da wächst augenscheinlich ein neuer Trend in der Fantasy-Literatur heran: man holt weltbekannte Märchen wieder aus der Mottenkiste  und verlegt sie -entsprechend modernisiert- ins Heute. „Beastly“ ist meines Wissens nach der Vorreiter, aber eine „Aschenputtel“-Variante ist bereits auch im Anmarsch. „Beastly“ lehnt sich an „Die Schöne und das Biest“ an, wie der Titel womöglich und der Klappentext ganz eindeutig verraten. Es ist eine Mischung aus eben diesem Märchen und einer High School – Teenie-Story, was naürlich auch eine Lovestory einschließt.  Mir hat „Beastly“ unerwartet gut gefallen.

Alleine schon deshalb, weil es im Heute spielt und nicht mehr nach altmodischem Märchen klingt. Die Story ist natürlich schon recht vorhersehbar, aber das bleibt nun mal auch nicht aus, wenn sie sich eine solch berühmte Geschichte zum Vorbild nimmt. Sie ist trotzdem spannend, rührend (da kann man schon mal ein Tränchen verdrücken), ein wenig romantisch, aber stellenweise auch ganz witzig. Kyles Galgenhumor hat mich beispielsweise manches Mal grinsen lassen, so viel Elend auch an sich dahinter steckt. Und typisch Märchen ist auch „Beastly“ die Moral der Geschichte erhalten geblieben.

Die Geschichte wird aus Kyles Perspektive und in der Ich-Form erzählt, weshalb man umso schneller eine „Beziehung“ zu ihm aufbaut. Doch Sprecher Simon Jäger trägt dazu auch eine ordentliche Schippe bei. Denn ganz gleich ob er Kyle noch als versnobten Schüler spricht, oder später als wütende, verzweifelte und traurige Bestie und noch später als verzweifelt-verliebte Bestie, er hat für jede Situation den richtigen Ton parat. Er schimpft, schreit, schluchzt, schwärmt und rezitiert Sonette von Shakespear, ganz wie es die jeweilige Szene gerade erfordert. Und auch den übrigen Charakteren verleiht er  passende und markante Stimmen.

Von Untermalung kann man hier nicht sprechen, was ich eigentlich schade finde. Etwas Musik hier und da hätte die Atmosphäre sicher noch intensiviert. Aber es gibt zum Abschluss jeder CD ein kurzes Musikstück zu hören, schön leise und weich, das passt gut.

Das Cover kommt schlicht und trotzdem wunderschön daher. Und das sage ich, wo ich mit Blumen nichts am Hut habe. Aber die weiße Rose und der rote Dornenstiel, der in den Titelschriftzug übergeht, das wirkt phantastisch. Noch dazu, weil es einen 3-D-Effekt hat, so dass man meint, die Rose greifen zu können.

Fazit:   Wenn alle diese modernen Märchen-Adaptionen so schön sind wie „Beastly“, dann dürfen davon gerne noch mehrere erscheinen. Ein Trend, der mir gefallen würde. Spannend, modern, romantisch, aber nicht verkitscht, und unterhaltsam. Ich habe „Beastly“ in einem weg gehört.

->   „Beastly“ kommt 2011 übrigens auch ins Kino (und sieht dort mal wieder ziemlich anders aus als es das (Hör)buch vorgibt)

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