Die Radleys – Ein Vampirroman (Matt Haig / Sascha Rotermund)

Titel:   Die Radleys – Ein Vampirroman/ Verlag:   Lübbe Audio / Laufzeit:   ca. 428 min. / 6 CDs / Buch:   Matt Haig / gelesen von:  Sascha Rotermund

Inhalt:   Auf den ersten Blick wirken sie wie eine ganz normale Familie: Vater Peter ist Arzt, Mutter Helen kümmert sich um ihre beiden pubertierenden Kinder Clara und Rowan. Doch warum erstickt Peter fast am thailändischen Salat, warum nimmt jedes Tier vor Clara Reißaus und warum kann Rowan nachts nicht schlafen und hat trotz Lichtschutzfaktor 60 Probleme mit der Haut? Das Geheimnis der Radleys ist so unfassbar wie offensichtlich: Sie sind abstinente Vampire! Bis Clara eines Tages in Notwehr zubeißt – jetzt gibt es eine Leiche und ein dickes Problem…


Es ist dieser Tage selten geworden noch eine Geschichte über Vampire zu entdecken, die aus der Masse herausssticht. „Die Radleys“ ist ein solch seltener Fall. Von der allseits so beliebten Romtasy ist hier weit und breit nichts zu hören. Stattdessen erlebt man eine augenscheinlich ganz normale Familie mit einem „kleinen“ Geheimnis. Am meisten hat mich begeistert wie stilvoll diese Geschichte ist, so richtig schön gediegen und seriös, wie man es von Vampir-Storys eigentlich nicht erwartet. Wobei ich mich ja schon frage, wieso man das nicht (mehr) erwartet. Die Klassiker hatte das ja auch. Wann und wo ist dieser Charme nur verloren gegangen?

Spannend ist die Geschichte ebenfalls, aber man darf da jetzt keine nervenzerfetzende Spannung erwarten. Die Spannung baut sich hier ganz allmählich durch viele kleine Ereignisse auf, so dass man einfach nicht davon los kommt, weil man wissen will, wie es denn mit der Familie weitergehen wird. Blutig geht es aber schon zu, Matt Haig schont die Hörer da nicht. Aber immerhin geht es ja um Vampire und diese hier stehen wenigstens zu ihrem Blutdurst. Eine gute Prise schwarzer Humor rundet die Sache schließlich ab.

Sascha Rotermund liest „Die Radleys“ und bringt das besagte gediegene Flair und die Seriösität sehr gut rüber. Er liest ruhig wie es zum Stil der Geschichte passt und auch der hintergründige Humor kommt bei ihm gut zur Geltung. Da grinst man doch so manches Mal. Die Charaktere lassen sich ebenfalls sehr leicht unterscheiden und so gibt es in dieser Hinsicht schlicht nichts zu bemängeln.

Na holla! Was ist denn das? „Die Radleys“ haben ja sogar musikalische Untermalung im Gepäck! Lange nicht mehr so erlebt, denn hier bleibt es nicht bei einem Stück am Anfang und einem am Ende. Szenenwechsel und Ortswechsel sind durch langsame, dunkle Melodien kenntlich gemacht, die den Stil der Geschichte unterstreichen und auch der Spannung noch mal zusätzlich auf die Sprünge helfen.

Ein schlichtes, aber edel wirkendes Covermotiv, das muss man sagen. Der Titel in einer vornehmen Schrift, darunter eine typisch englische Teetasse, an der zwei Blutstropfen herunterrinnen, ein Hingucker ohne jeden Zweifel. Und so dezent eindeutig. Es lohnt sich aber auch, die Hülle einmal durchzublättern, denn neben Infos zu Matt Haig und Sascha Rotermund findet man hier noch ein Glossar für die Geschichte wichtiger Begriffe und einige unterhaltsame vampirische Zitate.

Fazit:  Es gibt sie noch, die Überraschungen in der Vampir-Literatur. „Die Radleys“ sind eine solche. Weit weg von der gängigen Herz-Schmerz-Vampir-Story, dafür aber spannend, unterhaltsam und sehr stilvoll. Ich küre das Hörbuch hiermit zu meinem „Hörbuch des Monats September“. Top!

Und weil es mir so gut gefallen hat, gibt es hier auch noch eine Video-Rezi dazu: -> anschauen

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