Verkehrte Welt (Jürgen v.d. Lippe & Monika Cleves / Carolin Kebekus, Jochen Malmsheimer)

Titel:   Verkehrte  Welt / Verlag:   Eichborn / Laufzeit:   ca. 73 min  / Inszensierte Lesung mit:   Carolin Kebekus, Jochen Malmsheimer und Jürgen von der Lippe

Inhalt:   Witzige Geschichten gibt es viele, aber nicht immer ist die Pointe so überraschend wie in „Verkehrte Welt“. Wer würde nicht gerne dabei sein, wenn beispielsweise dem großen Homer im Ehekrach mit seiner Gattin die Argumente ausgehen? Irrwitzige Storys ohne Netz, aber mit reichlich doppeltem Boden, gelesen vom Dream-Team des „Witzigsten Vorleseabends der Welt“.


Nachdem mir „Der witzigste Vorleseabend der Welt“ ja so unglaublich gut gefallen hat, war es nur logisch, dass ich mir auch „Verkehrte Welt“ mal näher anhören wollte. Zwar wusste ich, dass es kein „Vorleseabend“ sein würde, aber Jürgen von der Lippe, Carolin Kebekus und Jochen Malmheimer, die Namen bürgten an sich schon für eine ähnlich gute Unterhaltung. -Dachte ich jedenfalls.  Bis ich beim vorletzten Kapitel ankam und feststellen musste, dass ich bisher noch kein einziges Mal gelacht, allenfalls mal leicht geschmunzelt hatte.
Es ist halt so, ich fand und finde (ich habe es mehrmals versucht) keine der insgesamt 13 Geschichten lustig.

Ich bin selber überrascht, zumal die Geschichten weder platt noch sonderlich zweideutig sind -damit disqualifiziert sich bei mir am ehesten jede so genannte Comedy-, sondern inhaltlich einfach nicht punkten können. Natürlich hat jeder Mensch einen anderen Geschmack was Witz angeht, meinen hat „Verkehrte Welt“ allerdings nicht treffen können.

An den Sprechern krankt die Sache jedenfalls nicht. Carolin Kebekus, Jochen Malmsheimer und Jürgen von der Lippe haben einfach ordentlich was auf dem Kasten, wenn es darum geht, Geschichten zu „spielen“. Es ist immer wieder schön, wenn Jürgen von der Lippe lispelnd einen Charakter darstellt, wenn Carolin Kebekus stimmlich in die unterschiedlichsten Rollen schlüpft, oder wenn Jochen Malmsheimer versucht, mit besonders gepflegter Audrucksweise zu glänzen. Hier hört man ihr gesamtes Reportoire an Stimmen, eine gelungener als die andere. Umso bedauerlicher, dass auch sie den Geschichten nicht den nötigen Witz verleihen können.

Eine ordentliche Untermalung wird ebenfalls geboten. Mal sind es Musikstücke, dann wieder sind zur Szene passende Geräusche zu hören. Doch, das kann sich ganz gut hören lassen.

Das Cover präsentiert sich im gleichen Stil wie schon „Der witzigste Vorleseabend der Welt“, was sicher für Widererkennung sorgen wird. Mir ging es da ja jedenfalls so. Das Booklet hält kurze Texte über die mitwirkenden Personen bereit, aufgelockert durch recht großformatige Fotos. Es macht Spass, sich durchzublättern. Ansonsten gibt es noch ein Blatt mit den Tourdaten von Jürgen von der Lippe und eine Art ausklappbares „Poster“ mit Werbung für weitere Eichborn-Hörbücher.

Fazit:   Akteuere in Hochform, eine ordentliche Geräusch- und Musikkulisse und eine sehr ansprechende, optische Aufmachung, da gibt es gar nichts. Nur leider rettet das alles nicht den Inhalt und der hat mir gar nicht zugesagt. Bitte nicht von der Qualität des „Vorleseabends“ auf die „Verkehrte Welt“ schließen, sonst erlebt man eine Enttäuschung. Meinen Sinn für Humor hat dieses Hörbuch nicht getroffen, leider.

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