Kalte Stille (Wulf Dorn / David Nathan)

Titel:   Kalte Stille / Verlag:   Lübbe Audio / Laufzeit:   ca. 431 min. /Buch:   Wulf Dorn / gelesen von:   David Nathan

InhaltEine Tonbandaufzeichnung, die in abrupter Stille endet ═ unerträglicher Stille. Mehr ist Jan Forstner von seinem kleinen Bruder nicht geblieben. Vor dreiundzwanzig Jahren ist Sven spurlos verschwunden. In derselben Nacht verunglückte auch sein Vater unter rätselhaften Umständen. Beide Fälle konnten nie aufgeklärt werden. Als Jan gezwungen ist, an den Ort seiner Kindheit zurückzukehren, holt ihn die Vergangenheit wieder ein. Ein mysteriöser Selbstmord führt ihn zu einem schrecklichen Geheimnis.


„Kalte Stille“ war meine erste Begegnung mit Wulf Dorn und ich denke, als Einstieg war es sehr gut gewählt. Die Geschichte hält sich mit Vorreden nicht groß auf, gleich das erste Kapitel ist sehr spannend und erschreckend, so dass man direkt gut eingestimmt ist. Anschließend sackt die Spannung dann aber doch ein ganzes Stück weit ab und es dauert eine Weile ehe man Jans „Problem“ kennenlernt und die Handlung wieder auf Trab kommt. Langweilig wird es zwar nicht, aber da ist eben schon eine Stufe vorhanden. Anschließend -wenn man erkennt, worauf die Geschichte hinausläuft- geht es wieder deutlich aufwärts. Da ist es durchweg spannend, es gibt einige wirklich grässliche und erschreckende Szenen, und man spürt förmlich wie sich die Sache zuspitzt.

Dummerweise hst ausgerechnet das Ende mich nicht vom Hocker gehauen. Immerhin spielt die Story zu großen Teilen in einer Psychiatrie und fast alle Charaktere haben zumindest einen kleinen „Knacks weg“, da hatte ich mir eigentlich ein weniger bodenständiges Ende gewünscht. Zwar ist der Täter definitiv auch psychisch krank, aber trotzdem kommt die Auflösung zu solide daher.

In Sachen Sprecher muss sich die Lesung dann aber gar keinen Vorwurf machen lassen. Mit David Nathan ist einfach ein Könner am Werk, gerade auch in diesem Genre. Es gelingt ihm nicht nur, einem die Charaktere vertraut und unterscheidbar zu machen, er bringt auch die Atmosphäre der Story sehr gut an den Hörer. Da ich erst das Buch gelesen und mir da schon ein Bild von Jan gemacht hatte, finde ich auch, dass David Nathans Stimme wirklich sehr gut zu gerade dieser Person passt.

Hier müssen es die Story und David Nathan alleine schaffen, Atmosphäre zu erzeugen. Da das aber wie gesagt sehr gut gelingt, ist es nicht weiter wild, dass an Untermalung hier nichts zu hören ist.

Für Thriller sind so helle Layouts schon etwas besonders, finde ich jedenfalls. Da hat es mich besonders überrascht, dass auch das Innenleben der Hülle so hell gehalten ist. Aber es passt so natürlich prima zusammen. Das Covermotiv versteht man aber erst so richtig, wenn man reingehört hat.

Fazit:   Für (Psycho)thriller-Fans sicher einen Versuch wert, mich hat „Kalte Stille“ ein paar Stunden spannend unterhalten. Anschließend habe ich dann Wulf Dorns „Trigger“ gelesen und muss nun doch sagen, dass „Kalte Stille“ da nicht rankommt.

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