Die Tribute von Panem (02) – Gefährliche Liebe (Suzanne Collins / Maria Koschny)

Titel:   Die Tribute von Panem (02) – Gefährliche Liebe / Verlag:   Oetinger audio / Laufzeit:   ca. 396 min (gekürzt) / Buch:   Suzanne Collins / gelesen von:   Maria Koschny

Inhalt Während Katniss und Peeta noch in ganz Panem als tragisches Liebespaar gefeiert werden, droht den beiden bereits neue Gefahr. Denn Katniss ist mittlerweile zu einem Symbol des Widerstands geworden, der sich in einzelnen Distrikten erhebt – und das kann das Kapitol nicht dulden. Verzweifelt versucht Katniss, ihre Familie und vor allem Gale vor der Gewalt der Regierung zu schützen. Doch da sind auch noch ihre verwirrenden Gefühle für Peeta. Da geschieht das Unfassbare: Katniss und Peeta müssen zurück in die Arena. Und diesmal wird es nur einen Überlebenden geben …


Ich muss ja gestehen, dass ich dem zweiten Teil der „Panem“-Trilogie mit Skepsis begegnet bin. Mich hatte nämlich der Titel „Gefährliche Liebe“ verunsichert. Nachdem ich Teil eins als starke, spannende und tiefgründige Geschichte empfunden hatte, hatte ich einfach Sorge, mit Teil 2 jetzt den Abrutscher in den Kitsch zu erleben. Das ist glücklicherweise nicht der Fall, auch wenn Katniss Beziehung zu Gale und Peeta hier schon einen großen Part einnimmt und es durchaus auch recht gefühlsduselige Szenen gibt.

Sie stehen der Geschichte aber gut und wirken niemals aufgesetzt, sondern fügen sich wunderbar ein. Das hauptsächliche Thema bleiben die Hungerspiele und die Reaktionen in den Distrikten nach Katniss und Peetas Sieg im vorigen Jahr. Wieder mal hat es mich sehr erschreckt, welch eine Welt, welch erbarmungsloses Regime Suzanne Collins erdacht hat. Wenn man sich das mal vor Augen führt: da werden Kinder, Erwachsene, Alte und Kranke in eine lebensfeindliche Arena gesteckt um sich bis zum Tode zu bekämpfen. Die Regierung sabotiert das Unternehmen noch zusätzlich mit lebensgefährlichen Aktionen und hält es ansonsten für ein Vergnügen, den Auserwählten bei ihrem Überlebenskampf zuzusehen. Einfach grauenhaft. Daher bescheinige ich „Gefährliche Liebe“ nicht nur eine unheimlich spannende, sondern auch eine zutiefst verstörende und erschreckende Wirkung auf den Hörer. Wenn man da konzentriert zuhört, kann es schon mal passieren, dass einem die Tränen kommen. Kleiner Knackpunkt ist für mich das Ende, das erstens sehr abrupt kommt und zweitens bisher -immerhin kommt Teil 3 ja erst- etwas konstruiert. Das muss in der Fortsetzung noch ausgebaut werden. Eine Überraschung ist es aber auf jeden Fall. Und der Cliffhanger ist nicht von schlechten Eltern.

Wieder ist Maria Koschny am Werke und es hat mich sehr gefreut, dass sie ihr Tempo bei diesem zweiten Teil drosselt. Sie liest längst nicht mehr so schnell wie beim ersten Teil und so hat die Handlung gleich viel mehr Gelegenheit, ihre Wirkung zu entfalten. Ich mag Maria Koschnys Stimme für Katniss, denn sie bringt sowohl das Selbstbewusstsein und die harte Schale des Mädchens gut rüber, als auch Katniss‘ Gefühlswelt.

Auch musikalisch ist „Gefährliche Liebe“ dem Stil des Vorgängers treu geblieben. Zwischen den CDs, aber auch bei Ende besonderer Szenen sind eindringliche Stücke zu hören, die die Atmosphäre unterstreichen.

Wieder steckt das Jewelcase mit den sechs CDs in einem wunderschönen, glänzenden Schuber, der rundum im Stil des Titelmotivs gehalten ist. Dieses Mal schaut dieses auffallend grüne Auge aus rotem Laubwerk hervor, was einen schönen Kontrast bildet. Im Booklet findet man die Kapiteleinteilung und Fakten über die Autorin und die Sprecherin.

Fazit:   Einer der seltenen Fälle, bei denen die Fortsetzung dem Erstling in Nichts nachsteht. Super spannend und erschreckend. Der Hauch von Kitsch -mehr ist es wirklich nicht- fügt sich gut ein und trägt dazu bei, dass einem die Handlung gleich noch schrecklicher erscheint, was ihn schon wieder absolut rechtfertigt.

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