Gruselkabinett (42) – Der Sandmann

Titel:   Gruselkabinett (42) – Der Sandmann / Verlag Titania Medien / Laufzeit:   ca. 69 min / Sprecher:  Hasso Zorn, Marius Clarén, Wilfried Herbst, Roland Hemmo, Tanya Kahana u.a.

Inhalt1817: Der Student Nathanael leidet seit seiner Kindheit unter einem schrecklichen Erlebnis, das der Familie den Vater entriss. Die Märchengestalt des Sandmanns ist für ihn daher die Ausgeburt eines schrecklichen Albtraums, die ihn in immer neuen Gestalten heimzusuchen scheint und neues Unheil stiftet…


Sie sind selten in meinem Player, die Hörspiele aus der Reihe des „Gruselkabinett“, was damit zusammenhängt, dass mir Klassiker meist gar nicht liegen. Umso größer ist dann aber auch die Überraschung, wenn ich eine Folge höre und sie mir so gut gefällt wie „Der Sandmann“. Die Geschichte lässt sich zwar ruhig und bedächtig an, hat aber bereits in dieser Zeit durchaus Szenen, die einem eine wohlige Gänsehaut bescheren können. Hier wird quasi die Vorarbeit für die folgende Erzählung geleistet, denn die Handlung macht anschließend einen großen Sprung in der Zeit und plötzlich ist Nathanael bereits Student, dem aber immer noch die Schrecken seiner Kindheit nachhängt. In diesem Abschnitt besteht der Gruselfaktor darin, wie sehr er sich in die Idee vom Sandmann verstiegen hat. Da mutet manche Szene schon fast surreal an, so dass man sich gelegentlich fragt, ob das Gehörte nun gerade die Wirklichkeit ist oder eine von Nathanaels Phantasien.

Mit Olimpias Auftritt kommt dann eine weitere Facette ins Spiel, die ich eigentlich am stärksten finde. Dieser Charakter ist zunächst eigentlich eher seltsam, doch als man dann erfährt, was es mit ihr auf sich hat, da wird er auch ganz schön unheimlich.
Das Ende fand ich etwas sehr schnell abgehandelt im Verhältnis dazu, wie viel Zeit die Geschichte sich zuvor nimmt.
Ich muss aber dazu sagen, dass ich die Romanvorlage von E.T.A. Hoffmann nicht kenne und dies entsprechend meine erste Begegnung mit der Erzählung war.

Der größte Sprecherpart fällt Marius Clarén in der Rolle des Nathanael zu und ich meistert diese Aufgabe wirklich mit Bravour. Nathanael mit seinen Schwankungen in der Persönlichkeit, dem Abdriften in seinen Verfolgungswahn, dann widerum seiner Normalität ist wahrlich keine einfache Rolle, aber Marius Clarén überzeugt in jedem Moment.
Roland Hemmo leiht dem unheimlichen Coppelius seine Stimme und wenn man ihn hört, dann kann man sich leicht vorstellen, dass er nicht nur Kindern das Fürchten lehren kann. In weiteren Rollen glänzen -denn hier tanzt niemand aus der Reihe- unter Anderem Tanya Kahana, Wilfired Herbst und Norbert Langer.

Der Soundtrack präsentiert sich eher dezent, dafür aber schön düster, so dass schnell eine dichte und unheimliche Atmosphäre aufkommt. Das passt gut zu dieser Schauergeschichte. Diese Arie allerdings -ganz ehrlich- auf die hätte ich dankend verzichten können. Ich weiß, sie gehört in die Geschichte und ist wichtig, aber ich habe nach wenigen Sekunden die Lautsträke runtergedreht.

Was es mit der Gestalt auf dem Cover auf sich hat, hat sich mir erst nach dem zweiten Blick erschlossen. Dann aber wirkte es und ich finde, es ist eine gelungene Darstellung von Olimpia, die wichtige Elemente der Geschichte beinhaltet.

Fazit:   Meine gelgentlichen Ausflüge ins „Gruselkabinett“ gefallen mir. „Der Sandmann“ ist zwar eine ruhige, aber sehr unheimliche, teilweise schon recht surreale Schauergeschichte, bei der die knapp 70 Minuten Spielzeit wie im Fluge vergangen sind.

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