Goldagengarden (01)

Titel:  Goldagengarden (01) / Verlag: Zaubermond Verlag / Laufzeit:  ca. 50 min / Sprecher:  Gerlach Fiedler, Gisela Trowe, Udo Schenk, Jürgen Thormann, Brigtte Grothum, Philipp Moog, Peter Schiff u.a.

InhaltDer schwedische Millionär und Kunstsammler Peer Johannesson geht bei einem Kanuausflug auf dem Skatelövfjorden über Bord. Wahrscheinlich ein Herzinfarkt. Aber die Leiche wird nicht gefunden. Johannessons Anwalt handelt ungewöhnlich schnell und lädt noch am Tag des Unfalls – ohne Wissen der Witwe – vier Männer nach Växjö zur Testamentseröffnung ein.
Als drei dieser „Erben“ tags darauf eintreffen, ist der Anwalt tot und das Testament unauffindbar …


Antiquitäten und Kunst gehören zweifellos zu den Dingen, mit denen man mich zutiefst langweilen kann. Alt, staubig, dröge. Von daher habe ich dieser Reihe sehr verhalten entgegen gesehen. Und umso mehr hat es mich überrascht, dass sie mich quasi mit dem ersten Satz schon sofort am Haken hatte. Geschichten in diesem Echtzeit-Stil vermitteln einfach den Eindruck, sofort mittendrin zu sein und das war auch hier der Fall. Die Geschichte schont sich von Anfang an nicht, sie beginnt direkt mit dem Tod eines Menschen und der hat weitreichende Folgen. Das ist bereits in dieser ersten Folge deutlich zu erkennen, ohne dass sie dabei zu viel verrät.

Dabei geht es nicht mal actionreich und dramatisch zu, die Geschichte ist eher auf eine sehr ruhige, aber kontinuierliche Art spannend. Eines kommt zum anderen und als Hörer ist man einfach nur gespannt und neugierig, wie es wohl mit den allesamt etwas zwielichtigen Erben, ihrem spieleverrückten Gönner und dessen undurchschaubarer Frau weitergeht. Mit rund 50 Minuten ist die Folge recht kurz, was mich erstaunt hat.  Aber die kurze Spielzeit steht dem Hörspiel, zumal es handlungsmäßig nicht mal drei Tage „abhandelt“.  Nur gut, dass man auf die Fortsetzung nicht lange warten muss. Mich jedenfalls hätte es ganz ordentlich gefuchst, wenn ich nach dem Ende nicht sofort hätte weiterhören können.

Auf der Sprecherliste tummelt sich die Creme de la creme der Sprecherwelt. In seiner -leider- letzten Rolle ist hier Gerlach Fiedler als alter, schwerhöriger, aber auch etwas dubioser Musikprofessor zu hören und er vermittelt einem sofort ein klares Bild dieser Person. Gisela Trowe übernimmt den Part der frisch gebackenen Witwe und hat mir ganz besonders gut gefallen, so unglaublich kühl und abgeklärt, so dass man sich automatisch fragt, ob sie nicht Näheres über den Tod ihres Mannes weiß oder darüber, wie mit seinem Testament verfahren wird. Herrlich undurchschaubar eben. Wo ein seltsamer Mord, da ist die Polizei nie weit. Gesprochen wird die Kommissarin aus Stockholm – Hanna Friedlund- von Gabriele Leidloff, die mir allerdings etwas zu gefühllos klingt. Vom Wesen her ist die Polizistin eigentlich recht sympathisch und das darf man ihr doch auch anhören. Ihr zur Seite steht Kommissar Edmundson, der einem vom ersten Moment an sympathisch ist. Peter Schiff spricht ihn mit genau der richtigen Mischung aus etwas trotteligem, aber keinesweg dummen Kleinstadtpolizisten.

Die dezente, zurückhaltende Untermalung trägt maßgeblich zur Atmosphäre und Spannung der Geschichte bei. Schlichte, aber sehr eindringliche Trommelmusiken sind hier zu hören, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Eine sehr ordentliche Geräuschkulisse sorgt schließlich auch in diesem Bereich für ein absolut rundes Bild der Folge.

Es geht um Kunst in dieser Story, unter Anderem auch um Bilder, da ist der Rahmen um die Folgennummer nachvollziehbar, allerdings ist es schon ungewöhnlich, diese Nummer quasi zum Hauptmotiv zu machen. Aber wieso eigentlich nicht? Es macht eindeutig etwas her. Das Layout wirkt insgesamt wie ein Patchworkmuster aus verschiedenen Strukturen und ist gleichermaßen schlicht wie auch auffällig.

Fazit:   Ein sehr packender und interessanter Serienauftakt, top Sprecher und eine außergewöhnliche Atmosphäre. Und das bei einer Story, die ganz ohne große Action und Dramatik auskommt. Ich habe sofort die Folgen 2 und 3 hinterher gehört, weil sie mich einfach nicht mehr losgelassen hat. Genial!

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